Experten fordern eine umfassende Forschung, um das enorme Potenzial von Phytoextrakten zu nutzen

Die Fachleute fordern eine engagierte öffentliche Finanzierung, um die Einrichtung von interdisziplinären Aktivitäten und gemeinsamen Forschungsinitiativen zu unterstützen. Sie weisen darauf hin, welches enorme Potential Phytoextrakte für neue und innovative Produkte und die ökonomische und ökologische Zukunft Europas haben.
Das Positionspapier gibt einen Marktüberblick und listet aktuelle Themen auf, die die Märkte für Phytoextrakte beeinflussen. Nebem dem Klimawandel auch regulatorische Veränderungen und deren Auswirkungen auf den Zugang zu natürlichen Rohstoffen. Eine SWOT-Analyse zu den Einsatzmöglichkeiten für Phytoextrakte und pflanzenbasierte Naturstoffe bildet den Hintergrund für die Formulierung von Forschungszielen für die Bereiche Rohstoffe, Desintegration und Vorbehandlung, Extraktion, Prozessentwicklung und Modellierung sowie Formulierung und Verpackung. Sie sind in einer ausführlichen Roadmap zusammengestellt.

Die globalen Märkte für Phytoextrakte wachsen ständig. Die Anwendungen reichen von Lebensmitteln und Pharmazeutika bis hin zum agrochemischen Markt. Mit einem geschätzten weltweiten Handelsvolumen von etwa 1 Billionen US $ für Pflanzenextrakte in 2003/2004 und Wachstumsraten von bis zu 15% besitzen Phytoextrakte eine enormes wirtschaftliches Potential. Hohe Akzeptanz der Verbraucher und das Potenzial für nachhaltige Fertigung begünstigten den Einsatz von pflanzlichen Lösungen. Die Forschung auf diesem Gebiet erfordert eine enge Zusammenarbeit von Biologen, Apothekern, Ingenieuren und Chemikern. Der interdisziplinäre Austausch ist in diesem Bereich jedoch nicht besonders ausgeprägt. Viele Forschungsaktivitäten konzentrieren sich zudem auf Materialien oder Technologien, so dass die Wechselwirkungen entlang der Wertschöpfungskette keine Beachtung finden.

Die Fachgemeinschaft „Phytoextrakte – Produkte und Prozesse“ in ProcessNet – einer gemeinsamen Initiative von DECHEMA und VDI – und die neu gegründete ESBES-Fachgruppe auf europäischer Ebene zielen darauf ab, diese Lücken zu schließen. Während das Augenmerk des bereits im Jahr 2012 veröffentlichten Positionspapiers auf Deutschland lag, legt die aktuelle Publikation den Focus auf die europäische Ebene.

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