EUROSON-SCHOOL: Ultraschallärzte tagen in Berlin – Therapeutische Sonografie erweitert Behandlungsspektrum

Interventioneller Ultraschall kommt während medizinischer Eingriffe zum Einsatz. Beispielsweise wenn der Arzt Instrumente über einen kleinen Hautschnitt in den Körper einführt und mittels Ultraschall den Weg der Sonde am Bildschirm verfolgt. Auf diese Weise kann er Sonden oder Nadeln hoch präzise führen. Auch Gewebeproben lassen sich unter Ultraschallsicht punktgenau entnehmen. Dies macht zum Beispiel die Krebsdiagnostik noch zuverlässiger. Aber auch Medikamente, etwa bestimmte Chemikalien oder auch Hitze bringt der Arzt damit zielsicher in das kranke Organ. „Die jüngsten Entwicklungen in der interventionellen Sonografie sind so immens, dass sie vor allem das therapeutische Vorgehen maßgeblich beeinflussen und definitiv auch unsere Behandlungsmöglichkeiten erweitern“, sagt Professor Dr. med. Dieter Nürnberg, Präsident der DEGUM im Vorfeld der Tagung.

Die interventionelle Sonografie ermöglicht es zum Beispiel auch, gezielt Materialien in die betroffenen Körperregionen einzubringen: Ärzte legen unter Ultraschallsicht Drainagen in eitrige Organabszesse, um den Eiter abfließen zu lassen, den Abszess zu entlasten und zu heilen. So lassen sich auch lebensbedrohliche Gallenstaus lösen. Eine sogenannte Cholestase tritt auf, wenn Gallensteine oder ein Tumor die Gallengänge einengen. Unbehandelt verursachen diese einen dauerhaften Leberschaden bis hin zum Leberversagen und führen sogar zum Tod. Unter Ultraschallkontrolle können Ärzte kleine Röhrchen aus Drahtgeflecht legen. Durch diese Stents fließt die Galle wieder ab.

Darüber hinaus es geht auf der ‚EUROSON-SCHOOL: Interventional Sonography’ im Tagungszentrum der Katholischen Akademie in Berlin um die ultraschallkontrollierte Behandlung von Zysten, von Tumoren in Leber, Schilddrüse oder Niere und um die Therapie von Abszessen. Die Teilnehmer diskutieren auch, wann interventioneller Ultraschall sinnvoll ist, und wann Ärzte ihn unterlassen sollten. Vorab stellen Professor Nürnberg und weitere Experten die Schwerpunkte der Tagung im Rahmen einer Pressekonferenz am 27. Mai im Haus der Bundespressekonferenz vor.

+++++++++++++++++++++++++++++++++++

Programm

Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM):

Gewebe entnehmen, Gallenstaus lösen, Krebszellen zerstören: Gezielte, sichere und schonende Diagnostik und Therapie mittels Ultraschall?

Termin: Donnerstag, den 27. Mai 2010, 12.30 bis 13.30 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 3
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin

Vorläufige Themen und Referenten:

Von der ultraschallgestützten Punktion bis zur Tumorentfernung:
Was lernen Ärzte in der ‚EUROSON SCHOOL – Interventional Sonography’?
Professor Dr. med. Dieter Nürnberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM), Chefarzt, Medizinische Klinik B/Schwerpunkt Gastroenterologie, Ruppiner Kliniken GmbH, Neuruppin

Punktgenau Gewebeproben nehmen – schnell und schonend dank Ultraschall?
Professor Dr. med. Klaus Schlottmann, Facharzt für Innere Medizin und Gesundheitsökonom (ebs.), Chefarzt, Innere Klinik I/Gastroenterologie, Katharinen Hospital Unna

Den Tumor zum Schmelzen bringen: Krebstherapie mit Hitzesonden – alles unter (Ultraschall-)Kontrolle?
Dr. med. Axel Stang, Chefarzt Asklepios Klinik Barmbek; Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin, Hamburg

Lebensbedrohliche Gallenstaus durch gezielt platzierte Drainagen lösen: Ultraschall als Schlüssel zum exakten Eingriff?
Professor Dr. med. Dieter Nürnberg, Neuruppin

Von der Diagnostik zur Therapie: Leber- und Prostata-Krebs mit fokussiertem Ultraschall zerstören
Professor Dr. med. Klaus Schlottmann, Unna

Anlässlich der Berlin-Brandenburgischen Ultraschalltagung ‚EUROSON SCHOOL – Interventional Sonography’ vom 27. bis 20. Mai 2010, Berlin.

Ihr Pressekontakt für Rückfragen:
Deutsche Gesellschaft für
Ultraschall in der Medizin (DEGUM)
Pressestelle
Anna Voormann
Julia Hommrich
Postfach 30 11 20
70451 Stuttgart
Telefon: 0711 8931-423
Fax: 0711 8931-167
hommrich@medizinkommunikation.org
(idw, 05/2010)

Scroll to Top