European XFEL feiert Richtfest für Hauptgebäude

Das Hauptgebäude steht auf der unterirdischen Experimentierhalle des Röntgenlasers, der sich über 3,4 km vom Westen Hamburgs bis nach Schenefeld erstreckt. Nach Fertigstellung wird der European XFEL als Nutzereinrichtung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt erlauben, den Nanokosmos mit Röntgenblitzen zu untersuchen, die milliardenfach heller sind als die herkömmlicher Röntgenquellen. Die Wissenschaftler werden in der Experimentierhalle arbeiten, die im Jahr 2013 fertiggestellt wurde, sowie im ersten Stock des Hauptgebäudes, das mit Laboren für biologische Proben, Elektronenmikroskopie und Probenvorbereitung ausgestattet sein wird. In dem dreistöckigen Gebäude werden auch die Büros der European XFEL-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter untergebracht sein.

„Wir feiern heute einen weiteren großen Meilenstein“, sagte European XFEL-Geschäftsführer Professor Massimo Altarelli in seiner Begrüßungsrede. „Allen Bauleuten, die dieses Gebäude errichtet haben, möchte ich herzlich danken. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass hier in Schenefeld ab 2017 ein Forschungsstandort von weltweiter Bedeutung entsteht.“

Die Feier begann mit dem traditionellen Richtspruch des Bauleiters. Nach einem Programm mit Grußworten und einem kurzen Film über den Verlauf der Bauarbeiten konnten die Gäste die unterirdische Experimentierhalle besichtigen.

„Das Hauptgebäude des European XFEL ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum leistungsstärksten Röntgenlaser der Welt“, sagte Hamburgs Wissenschaftssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Das alles kann nur deshalb in Hamburg und Schleswig-Holstein entstehen, weil die große Idee des European XFEL starke Partner in ganz Europa hat.“

Schleswig-Holsteins Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer betonte in seinem Grußwort: „Der heutige Tag markiert eine neue Phase in der Realisierung des European XFEL. Gemeinsam stärken wir damit die Wissenschaft in Schleswig-Holstein und in Europa. Der European XFEL führt mehrere Staaten zusammen, die gemeinsam realisieren können, was keinem alleine möglich wäre.“

„Wenn man das Hauptgebäude anschaut, kann man sich bereits gut vorstellen, dass es in Kürze viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Forschung nutzen werden“, sagte Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph, Leiterin der Unterabteilung Großgeräte und Grundlagenforschung im Bundesministerium für Bildung und Forschung. „Aber auch wenn wir heute große Fortschritte feiern können, bleibt noch einiges zu tun, insbesondere bei der technischen Ausstattung.“

„Durch den European XFEL wird Schenefeld zu einem wichtigen Ort für die internationale Wissenschaft“, betonte Professor Martin Meedom Nielsen, der Vorsitzende des European XFEL Council, in seiner Ansprache. „Die Wissenschaftler werden ihre Erfahrungen mit nach Hause nehmen und die Gastfreundschaft Schenefelds in der ganzen Welt bekannt machen.“

„Das Richtfest für das Hauptgebäude ist ein wichtiger Meilenstein bei der Realisierung eines der wichtigsten Zukunftsprojekte in Europa und in der Welt“, erklärte Professor Helmut Dosch, der Vorsitzende des DESY-Direktoriums. „DESY arbeitet derzeit intensiv an der Installation des supraleitenden Beschleunigers, so dass mit dessen Inbetriebnahme der nächste Meilenstein im vorgegebenen Zeitplan erreicht wird.“ Das Forschungszentrum mit Standorten in Hamburg und Zeuthen bei Berlin ist der größte Gesellschafter von European XFEL. DESY wird den zwei Kilometer langen Elektronen-Linearbeschleuniger der Anlage betreiben.

Die Röntgenlaseranlage ist seit 2009 im Bau. Die Arbeiten für das Hauptgebäude – das letzte große oberirdische Gebäude, das für die Anlage entsteht – begannen im Mai 2014. Elf europäische Länder sind an Bau und Inbetriebnahme der Anlage beteiligt.
Die Arbeiten am Hauptgebäude werden 2015 fortgeführt. Nächstes Jahr werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von European XFEL dann in das Hauptgebäude einziehen, bevor 2017 der Nutzerbetrieb beginnt.

Weitere Fotos zur freien Nutzung (Copyright European XFEL) können unter http://bit.ly/1AR0gFl und https://media.xfel.eu/XFELmediabank/ heruntergeladen werden.

Über European XFEL
In der Metropolregion Hamburg entsteht mit dem European XFEL eine Großforschungsanlage der Superlative: 27 000 Röntgenlaserblitze pro Sekunde und eine Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art, werden völlig neue Forschungsmöglichkeiten eröffnen. Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen. Die European XFEL GmbH ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum DESY und weiteren internationalen Institutionen zusammenarbeitet. Bei Beginn des Nutzerbetriebs im Jahr 2017 wird sie rund 280 Menschen beschäftigen. Mit Kosten von 1,15 Milliarden Euro (Preisniveau 2005) für Bau und Inbetriebnahme und einer Länge von 3,4 Kilometer ist European XFEL eines der größten und ambitioniertesten europäischen Forschungsprojekte. Derzeit beteiligen sich elf Länder: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Russland, Schweden, die Schweiz, die Slowakei, Spanien und Ungarn. Mehr Informationen finden Sie unter www.xfel.eu/de.

Scroll to Top