RABBIT-Risikoscores zur Vorhersage des Infektionsrisikos bei rheumatoider Arthritis geeignet

RABBIT ist das deutsche Register zur Beobachtung neuer Therapien bei rheumatoider Arthritis. Der RABBIT-Risikoscore wurde an Patienten entwickelt, die zwischen 2001 und 2006 in das Register eingeschlossen wurden. Er errechnet das Risiko für eine schwerwiegende Infektion bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die entweder mit einem TNF-Inhibitor oder mit konventionellen krankheitsmodifizierenden antirheumatischen Medikamenten (DMARDs) behandelt werden. Die nun vorgestellte Studie stützt sich auf Daten von 2.603 Patienten, die zwischen 2009 und 2011 zu Beginn ihrer Behandlung mit anti-TNF (n = 1.327) oder konventionellen DMARDs (n = 1.276) in das RABBIT-Register aufgenommen wurden. Mithilfe des RABBIT-Risikoscores wurde für jeden Patienten die Wahrscheinlichkeit einer schwerwiegenden Infektion auf Basis des individuellen Risikoprofils berechnet. „Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen den Score als ein nützliches Instrument zur Identifizierung von Patienten mit rheumatoider Arthritis, die ein hohes Risiko für eine schwerwiegende Infektion bei der Behandlung mit TNF-Inhibitoren oder DMARDs aufweisen“, so Professor Angela Zink.

Zwischen der beobachteten und der berechneten Anzahl schwerwiegender Infektionen gab es eine hohe Übereinstimmung. Für alle mit TNF-Inhibitoren behandelten Patienten betrug die erwartete Anzahl schwerwiegender Infektionen 3 je 100 Beobachtungsjahre, während die tatsächlich beobachtete Anzahl bei 3,2 lag. Für die mit konventionellen DMARDs behandelten Patienten betrug die erwartete Anzahl schwerwiegender Infektionen 1,5, während die tatsächlich beobachtete Anzahl bei 1,3 je 100 Beobachtungsjahre lag. Bei Vorliegen eines oder mehrerer Risikofaktoren und gleichzeitiger Therapie mit Glukokortikoiden ≥ 7,5 mg/Tag war das errechnete Risiko unter TNF-Inhibitoren 10 Infektionen je 100 Beobachtungsjahre, tatsächlich waren es 9,4. Unter konventionellen DMARDs betrugen die erwarteten und beobachteten Werte 5,0 und 7,9.

„Dieser Score kann Rheumatologen bei der Entscheidung über Behandlungsalternativen unterstützen. Vor dem Hintergrund des Infektionsrisikos eines bestimmten Patienten, das sich aus Begleiterkrankungen, Alter, Therapiegeschichte, früheren Infektionen und aktueller Therapie ergibt, können Therapien in ihrem Risiko gegeneinander abgewogen werden. Beispielsweise kann eine Behandlung mit einem TNF-Inhibitor, die per se zu einer leichten Risikoerhöhung führt, günstiger sein als eine Behandlung mit einem konventionellen DMARD, wenn hierdurch weniger Glukokortikoide gegeben werden müssen. Ist die TNF- Inhibitor-Therapie hingegen nicht ausreichend wirksam und müssen höher dosierte Glukokortikoide hinzugegeben werden, dann kann ein sehr hohes Infektionsrisiko entstehen“, erläutert Professor Angela Zink.

Abstract Nummer: OP0144

Für weitere Informationen zu dieser Studie oder Interviewanfragen mit dem Hauptautor der Studie wenden Sie sich bitte während des EULAR-Kongresses an die Pressestelle des EULAR-Kongresses in Halle 6 im zweiten Stock des Kongresszentrums oder an:
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Juliane Petzold, E-Mail: jpetzold@hs-healthcare.de, Tel.: 0170-765 63 80
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