EU-OPENSCREEN in die neue BMBF-Roadmap für große Forschungsinfrastrukturen aufgenommen

Im Rahmen von EU-OPENSCREEN werden europäische Forschungseinrichtungen ihre Hochtechnologielabore für die systematische Testung (Screening) von mehreren 100.000 chemischen Substanzen auf biologische Wirkungen vernetzen und ihr Wissen zentral zusammenführen. Die mit Hilfe dieser Infrastruktur identifizierten biologisch aktiven Substanzen werden als Werkzeuge zur Aufklärung biologischer Vorgänge genutzt und können als Ausgangspunkte für die Entwicklung von neuen Produkten wie Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln u.v.m. dienen. EU-OPENSCREEN wird einen drängenden Forschungsbedarf im Bereich der gesamten Lebenswissenschaften bedienen und somit einen erheblichen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Forschung leisten.

Der Wissenschaftsrat bewertet die Entdeckung, sowie den freien Zugang und die Nutzung neuer chemischer Werkzeuge für die Lebenswissenschaften als eine unabdingbare Voraussetzung, um ein besseres Verständnis biologischer Prozesse, einschließlich menschlicher Krankheiten, zu erlangen. „Das Vorhaben wird es Deutschland ermöglichen, in diesem überaus wichtigen Gebiet international Schritt zu halten“, und „eine der führenden offenen Screening-Einrichtungen der Welt zu koordinieren“, schreibt der Wissenschaftsrat in seinem Evaluierungsbericht.

Das positive Votum des BMBF und des Wissenschaftsrates ist ein großer Erfolg für das Berliner Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), das das EU-OPENSCREEN-Konzept gemeinsam mit dem Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch und dem Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) erarbeitet und gleichzeitig die Gesamtkoordination der europäischen Initiative übernommen hat. EU-OPENSCREEN stellt die europäische Erweiterung des 2004 von deutschen Chemikern und Biologen gegründeten ChemBioNet dar. Dieses hat zum erklärten Ziel, beide Disziplinen besser zu vernetzen und die akademische Forschung auf dem Gebiet der Chemischen Biologie in Deutschland voranzutreiben.

Anlässlich des heute veröffentlichten positiven Votums des Wissenschaftsrates und der Aufnahme in die nationale Roadmap wird am Dienstag, den 14. Mai 2013, ab 13 Uhr auf dem Campus Berlin-Buch ein EU-OPENSCREEN Minisymposium stattfinden, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Bitte senden Sie eine formlose Email an office@eu-openscreen.eu, und Sie erhalten umgehend weitere Informationen.

Informationen für Redakteure:
Dr. Ronald Frank
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Robert-Rössle-Str. 10, 13125 Berlin
Tel.: 0049-30-9406 3066
Email: office@eu-openscreen.eu

ESFRI
Das Europäische Strategie-Forum für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) wurde 2002 ins Leben gerufen. Seine Aufgabe besteht darin, neue Forschungsinfrastrukturen von gesamteuropäischem Interesse zu identifizieren, deren Implementierung erforderlich ist, um den Forschungsstandort Europa auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten. Zu diesem Zweck wurde eine ‚Roadmap‘ mit den wichtigsten Vorhaben erstellt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert. EU-OPENSCREEN befindet sich seit 2008 auf der ESFRI-Roadmap. Das ESFRI-Forum hat seit seiner Arbeitsaufnahme einen erheblichen Beitrag zur Realisierung des Europäischen Forschungsraums geleistet und begleitet auch den Implementierungsprozess der neuen Forschungsinfrastrukturen.

Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP)
Das FMP betreibt Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Molekularen Pharmakologie mit dem langfristigen Ziel, die gegenwärtig schmale Basis für Arzneimittel-basierte Therapien zu erweitern. Dabei steht die Identifikation, Charakterisierung und Manipulation neuer biologischer Zielstrukturen zur pharmakologischen Interferenz im Vordergrund der Forschung. Eine besondere Rolle spielen dabei Proteine als zentrale Bausteine und Schaltstellen des Lebens. Proteine katalysieren Reaktionen, übermitteln Signale und sind damit die häufigsten Zielstrukturen für Pharmaka. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts erforschen mit unterschiedlichsten Methoden die Form der Protein-Moleküle, ihre zellulären und organismischen Funktionen sowie Möglichkeiten, diese zu beeinflussen. Eins der erklärten Ziele ist es, Substanzen zu finden, die an Proteine binden und deren Funktionen ändern können. Solche Substanzen kommen als Werkzeuge für die Forschung sowie als Ausgangsbasis für neue Arzneimittel in Frage.

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)
Im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionskrankheiten und ihrer Abwehr. Die Ergebnisse der Grundlagenforschung entwickeln wir systematisch in Richtung medizinischer Anwendung.
Die Fragestellungen, die wir bearbeiten, lauten zum Beispiel:
Was macht Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern? Warum sind manche Menschen besonders empfindlich, andere dagegen widerstandsfähig gegenüber Infektionen? Wie können wir in Infektionsprozesse eingreifen?
Zur Klärung solcher Fragen untersuchen wir Erreger, die medizinisch relevant sind oder die als Modell für die Erforschung von Infektionen genutzt werden können. Das Verständnis dieser Mechanismen wird dazu beitragen, Infektionskrankheiten durch neue Medikamente und Impfstoffe zu bekämpfen.

Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Das MDC wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Forschungsschwerpunkte des MDC sind Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, Krebs, Erkrankungen des Nervensystems sowie Systembiologie. Derzeit hat das MDC 1 620 Beschäftigte, darunter 488 Wissenschaftler sowie 358 Doktoranden aus 56 Ländern. Auf der Rangliste von Thomson Reuters steht es auf Platz 14 der 20 weltweit besten Forschungseinrichtungen im Bereich der Molekularbiologie und Genetik. Das MDC ist eines von 18 Forschungseinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Es wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bundesforschungsministerium und zu zehn Prozent von dem Land, in dem es seinen Sitz hat, beim MDC ist es Berlin, finanziert.

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