EU-Gelder für Influenza-Forschung am HPI

Insgesamt stehen den 14 Partnern aus 7 Ländern 6 Mio. Euro für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen die saisonale und pandemische Grippe zur Verfügung. Diese werden dringend benötigt, da zunehmend Resistenzen gegen bestehende Influenza-Medikamente auftreten.

Ziel der neuen Wirkstoffe sind bestimmte Domänen der viralen Polymerase, der Replikationsmaschine von Influenzaviren. Gülsah Gabriel hierzu: „Wir konnten zeigen, wie wichtig die Polymerase für die Pathogenität, also das krankmachende Potential der Influenza-Stämme ist. Außerdem zeigen unsere Studien, dass bestimmte Grippeviren durch Mutationen in diesem Enzym leichter die Wirtsbarriere zwischen Vögeln und Säugern überspringen können und aggressive Krankheitsverläufe auslösen.“ Grundlagenforschung, die auch zukünftig eine wichtige Basis für das Flu-Pharm Projekt sein wird. Koordiniert wird das EU FP7-Konsortium durch Stephen Cusack vom EMBL in Frankreich. Die europäische Kommission erwartet durch FLU-Pharm nicht nur einen großen gesundheitspolitischen Nutzen sondern insbesondere eine Stärkung des europäischen Pharmasektors.

Über das Heinrich-Pette-Institut:
Das in Hamburg ansässige Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie (HPI) widmet sich seit 60 Jahren der Erforschung humaner Viren, der Pathogenese viraler Infektionen, der Wechselwirkung zwischen Viren und dem Wirt sowie damit zusammenhängender Probleme. Am HPI erforschen etwa 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein breites Spektrum global bedeutsamer Viren, wie HIV, Hepatitis B und C Viren, Herpesviren, Influenzaviren sowie verschiedene Tumorviren und Leukämie-assoziierte Viren. Mit seiner biomedizinisch-virologischen Grundlagenforschung ist das HPI in Deutschland einzigartig. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.
(idw, 06/2010)

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