Erstmals in Thüringen: Uniklinik Jena bietet berufsbegleitende Krankenpflege-Ausbildung

Jena (ukj/dre). Pilotprojekt für Thüringen: Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) bietet jetzt erstmals im Freistaat eine berufsbegleitende Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UKJ, die bislang etwa als Pflegeassistenten, Pflegehelfer oder im Patiententransport an der Thüringer Uniklinik tätig waren, können so innerhalb von vier Jahren begleitend zu ihrer bisherigen Tätigkeit diese Ausbildung absolvieren. Zwei Tage in der Woche werden sie dafür vom UKJ für den schulischen Unterricht freigestellt. „Von diesem Projekt profitieren die Kolleginnen und Kollegen, da sie damit einen qualifizierten Berufsabschluss erreichen. Das Universitätsklinikum Jena kann in Ergänzung zu den bisherigen Ausbildungswegen so durch die Qualifizierung der Mitarbeiter dem wachsenden Bedarf an Pflegekräften entgegenkommen. Beide Seiten können so gewinnen“, sagte Arne-Veronika Boock, Pflegedirektorin des UKJ heute in Jena beim offiziellen Startschuss für die Ausbildung. Das Ausbildungsmodell wurde von der Pflegedirektion des UKJ entwickelt und mit großer Unterstützung des Geschäftsbereiches Personalmanagement organisiert.

Sechs Männer und elf Frauen beginnen nun mit der vierjährigen Ausbildung. Das Altersspektrum reicht von 19 bis 45 Jahren. „Die große Chance liegt darin, dass es die Möglichkeit zu einem beruflichen Neustart in einem zukunftssicheren Arbeitsfeld ist“, so Boock. Auf einen anderen Vorteil, weist Susanne Engelke, Medizinpädagogin am UKJ, hin, die das Projekt koordiniert: „Das UKJ als Arbeitgeber kennt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und umgekehrt. Viele Prozesse sind bekannt. Das erleichtert natürlich den Start. Denn für die Kolleginnen und Kollegen ist es eine Herausforderung die Arbeit, die Ausbildung und die familiären Anforderungen unter einen Hut zu bekommen. Sie befinden sich natürlich in anderen Lebenssituationen als z.B. direkt nach dem Schulabschluss.“ Das UKJ garantiert bei erfolgreichem Abschluss eine Übernahme als Gesundheits- und Krankenpfleger. „Unser Ziel ist es, die Kollegen und Kolleginnen zu qualifizieren und natürlich an das UKJ zu binden“, so Pflegedirektorin Boock.

„Die Lehrinhalte sind identisch mit denen der dreijährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Dies war die nötige Voraussetzung für die Genehmigung zur Durchführung der staatlich anerkannten Ausbildung durch das Thüringer Landesverwaltungsamt. Auf Grund der beruflichen Tätigkeit besteht natürlich nicht die Möglichkeit für längere Blockveranstaltungen an der Schule. Daher erstreckt sich die Ausbildung auf vier Jahre, der Abschluss und die damit verbundenen Karrierechancen sind jedoch identisch“, erläutert Corinna Eulenstein, Praxisanleiterin am UKJ. Der Theorieunterricht erfolgt an der staatlichen berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales in Jena.

Das Projekt ist das erste dieser Art in Thüringen und soll einen Beitrag leisten, um Fachkräfte im klinischen Pflegebereich zu gewinnen. Nach Abschluss der ersten Ausbildungsrunde erfolgt eine Evaluation. „Bei einem Erfolg wird es sicher eine Fortführung geben“, ist Boock überzeugt.

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