Erstes Gynäkologisches Krebszentrum in Sachsen nimmt Arbeit auf

Die Patientinnen werden strikt nach den nun zertifizierten Qualitätsstandards behandelt. Sie stellen unter anderem sicher, dass die Therapie jeweils dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht. Das Gynäkologische Krebszentrum ist bereits das vierte Organzentrum unter dem Dach des UCC. „Ziel des neuen Zentrums ist eine ausgezeichnete Behandlungsqualität, die den an Krebs erkrankten Frauen sowohl eine längere Lebensdauer, als auch eine höhere Lebensqualität ermöglicht“, sagt Prof. Wolfgang Distler. Der Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum leitet zugleich das neue Organzentrum. „Auch bei der Behandlung von Frauen mit Krebserkrankungen spielen fachliche aber auch gesundheitspolitische Aspekte, eine immer größere Rolle. Mit dem jetzt etablierten Gynäkologischen Krebszentrum haben wir auch auf diesem Fachgebiet Strukturen geschaffen, die den Anforderungen einer modernen Versorgung von Krebspatienten jederzeit gerecht werden“, sagt Prof. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Direktor des Universitäts KrebsCentrums. Die neuen Strukturen erfüllen auch die Forderungen der Fachgesellschaften wie beispielsweise der Deutschen Krebsgesellschaft. Hierzu gehören ein zertifiziertes Qualitätsmanagement für die gesamte Behandlungskette, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Teilnahme an wissenschaftlichen Studien, das Einhalten der gültigen Therapieleitlinien, die Beteiligung an Forschungsvorhaben sowie die Aus- und Weiterbildung von Ärzten zu spezialisierten Onkologen.

Ab sofort werden alle Patientinnen, die sich mit einer gynäkologischen Krebserkrankung im Dresdner Uniklinikum vorstellen, in dem neuen Zentrum behandelt. Sie erhalten hier eine moderne Tumortherapie, deren Modalitäten innerhalb interdisziplinärer Tumorkonferenzen regelmäßig aufeinander abgestimmt werden. Ein umfassend ausgebildetes, erfahrenes und fachübergreifendes Team ist für die Diagnostik, die komplexen gynäkologischen Operationen, die anschließenden Chemo-, Hormon- und Immuntherapien und Bestrahlungen sowie die Nachsorge verantwortlich. Es besteht vor allem aus Ärzten, Schwestern, Physiotherapeuten sowie Psychologen und Sozialarbeiter, die die Patientinnen in der gesamten Behandlungszeit kontinuierlich betreuen.

Die Mitgliedschaften der Klinik für Frauenheilkunde in der Studiengruppe der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) mit der Auszeichnung als „Regionalleitzentrum Ovarialkarziom“ und im Deutschen Konsortium „Familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ sind Ergebnis des langjährigen Engagements im Bereich der gynäkologischen Onkologie. Zudem bietet das Zentrum ein breites Spektrum von sowohl operativen Studien als auch Therapiestudien an, die die Uni-Frauenklinik abwickelt. Patientinnen der Tumorrisikosprechstunde haben zudem die Möglichkeit, an einem intensivierten Früherkennungsprogramm für Brustkrebs teilzunehmen. Dieses Programm wird deutschlandweit in allen Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs im Rahmen einer Versorgungsforschungsstudie angeboten.

Die Schwerpunkte des Gynäkologischen Krebszentrums sind unter anderem große onkologischen Operationen, in welche Spezialisten der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie der Urologie und Plastischen Chirurgie einbezogen werden. Über die Spezialsprechstunden für familiären Brust- und Eierstockkebs (BRCA-Gene) und erblichen Darm- und Gebärmutterkrebs (HNPCC-Gene) finden die neuesten Erkenntnisse der Tumorgenetik frühzeitig Eingang in die klinische Beratung. Früherkennung und Prävention werden auch in unserer Dysplasiesprechstunde mit eigenem zytologischen Labor umgesetzt. Dieses Angebot richtet sich an Frauen, bei denen eine Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses diagnostiziert wurde.

Zeitgleich zur Zertifizierung des Gynäkologischen Krebszentrums fand die Re-Zertifizierung des seit 2003 am Universitäs KrebsCentrum bestehenden Regionalen Brustzentrums statt, das zum neuen Zentrum gehört, jedoch mehrere Standorte außerhalb des Universitätsklinikums umfasst und deshalb über eine eigene Organisationsstruktur verfügt. Die nächsten nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft anerkannten Gynäkologischen Krebszentren finden sich in Berlin, Jena und Halle.

Terminvereinbarungen für Patientinnen
Gynäkologische Ambulanz: Tel 0351 458 2183
Onkologische Ambulanz der Frauenklinik: Tel. 0351 458 6863

Weitere Informationen


Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Direktor: Prof. Wolfgang Distler
Tel.: 0351 / 4 58 34 20
E-Mail: wolfgang.distler@uniklinikum-dresden.de

Das Universitäts KrebsCentrum Dresden (UCC) ist bundesweit eines von elf „Onkologischen Spitzenzentren“ der Deutschen Krebshilfe e.V. Diese Auszeichnung erhielt das UCC 2007 nach einer internationalen Begutachtung als eines der ersten Spitzenzentren in Deutschland. Das Universitäts KrebsCentrum Dresden wurde 2003 gemeinsam vom Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus als Comprehensive Cancer Center für umfassende interdisziplinäre Versorgung krebskranker Patienten, Krebsforschung und Lehre gegründet. Seit 2004 ist das UCC nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Im Universitäts KrebsCentrum Dresden arbeiten in sämtlichen onkologischen Disziplinen hoch spezialisierte Fachärzte zusammen, um für die einzelnen Patienten eine individuell abgestimmte, optimale multidisziplinäre Therapie zu erzielen. Viele Spezialisten sind nicht nur erfahrene Ärzte, sondern darüber hinaus als Hochschullehrer und Krebsforscher tätig. Damit ist sichergestellt, dass der modernste Wissensstand bei jedem Schritt von der Diagnostik bis zur Behandlung berücksichtigt wird.

Am Universitäts KrebsCentrum hat das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg im März 2010 eine Dresdner Außenstelle des Krebsinformationsdienstes (KID) eingerichtet, die Fragen von Patienten, Angehörigen und Ärzten in den neuen Bundesländern zum Thema Krebs unabhängig, kostenlos und fachlich fundiert beantwortet.

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