Erstes deutsch-australisches Graduiertenkolleg der DFG

Die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit sind bislang nur unzureichend erforscht. An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Monash University im australischen Melbourne richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nun ein internationales Graduiertenkolleg (IGK) zur männlichen Reproduktionsbiologie und -medizin ein. Das IGK „Molecular Pathogenesis of Male Reproductive Disorders“ ist das erste deutsch-australische Graduiertenkolleg, das die DFG fördert. Sprecherhochschule ist die JLU, der Sprecher des Graduiertenkollegs Prof. Dr. Andreas Meinhardt vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der JLU. Als Sprecherin der Kooperationspartner fungiert Prof. Kate Loveland, Ph.D., von der Monash University. Das Graduiertenkolleg startet im April 2013. Es wird für die Laufzeit der ersten Förderperiode mit rund drei Millionen Euro von der DFG unterstützt. Von australischer Seite erfolgt eine Ko-Finanzierung. Auch die Gießener Projektpartner an den Fachbereichen Medizin und Veterinärmedizin sowie die JLU unterstützen das Projekt finanziell.

„Die JLU setzt seit langem gezielt Akzente in der Doktorandenausbildung und fördert systematisch international orientierte Einrichtungen der strukturierten Graduiertenausbildung“, sagt JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Unser Erfolg zeigt, dass dieser Weg zukunftsweisend ist.“ Das wissenschaftliche Potenzial der Gießener Reproduktionsmedizin wurde bereits in Evaluationen des Wissenschaftsrates sowie im Rahmen des hessischen Exzellenzprogramms LOEWE hervorgehoben. So wird seit Januar 2011 der LOEWE-Schwerpunkt „Männliche Infertilität bei Infektion & Entzündung“ (MIBIE) gefördert, bei dem die JLU die Federführung hat. „Das neue Projekt führt zwei auf dem Gebiet der männlichen Reproduktionsbiologie und -medizin weltweit führende Zentren in Forschung und Graduiertenausbildung zusammen“, so Prof. Dr. Andreas Meinhardt.

Die deutsch-australische Kooperation fokussiert auf die Reproduktionsimmunologie und die Rolle von Wachstumsfaktoren sowie Hormonen für die normale beziehungsweise pathologische Funktion des männlichen Reproduktionstrakts. Eine Besonderheit des IGK ist die geplante gemeinsame Vergabe des Doktortitels durch beide Universitäten für erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen. Das Ausbildungsprogramm der Doktorandinnen und Doktoranden umfasst gleichermaßen molekular- und zellbiologische sowie translationale Aspekte.

Alle Projekte werden von deutsch-australischen Wissenschaftlerpaaren bearbeitet, die auch die Betreuung der Doktorandinnen und Doktoranden gemeinsam vornehmen. Bewerkstelligt wird dies unter anderem durch einen mindestens einjährigen Austausch in das Labor des internationalen Projektpartners. Die Auswahl der Themen und der Projektaufbau sind aufeinander abgestimmt und bauen auf die Forschungsstärke und -expertise der jeweiligen Standorte auf.

Zu der Vor-Ort-Begutachtung des Graduiertenkollegs durch die DFG Anfang Juli war auch der australische Botschafter in Deutschland, Peter Tesch, nach Gießen gekommen, um das Projekt zu unterstützen.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Meinhardt
Institut für Anatomie und Zellbiologie
Aulweg 123, 35385 Gießen
Telefon: 0641 99-47024

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