Erster TEE-Simulator Deutschlands kommt in Bad Oeynhausen zum Einsatz

Die TEE übernimmt während der OP eine Überwachungsfunktion und liefert dem Herzchirurgen wichtige Informationen. Die endoskopische Begleitung mit Ultraschall macht Herzoperationen sicher, da sie genaue Auskunft über den Zustand des Herzens während des Eingriffs gibt und zudem eine bildliche Dokumentation der Vorgehensweise des Chirurgen ermöglicht. Besondere Bedeutung hat die TEE bei minimal-invasiven Eingriffen sowie bei Operationen, die das Ziel der Klappenerhaltung verfolgen. In beiden Fällen liefert die TEE dem Chirurgen eine detaillierte Erfolgskontrolle bereits während des Eingriffs.

Zwar ersetzt die TEE als reines Diagnoseverfahren die eigentliche Operation nicht, jedoch ermöglicht sie eine deutliche Steigerung der Sicherheit des OP-Verfahrens für den Patienten. „Die TEE macht während des Eingriffs eine genaue Beurteilung der Herzfunktion und Kreislaufüberwachung möglich und liefert Informationen über die Füllung der Herzkammern. Aufgrund der unmittelbaren Nachbarschaft zum Herzen sind von der Speiseröhre aus detaillierte Aussagen zu Herzerkrankungen der Vorhöfe, der Gefäße und Herzklappen möglich“, erklärt Prof. Dr. Uwe Schirmer Vorteile der TEE.
Auch vor der Operation liefert ein TEE deutlich bessere Informationen als eine übliche Ultraschalluntersuchung über den Brustkorb (transthorakale Echokardiographie). „Je besser ausgebildet Fachärzte in der TEE-Diagnostik sind, umso sicherer und schonender wird die Herzoperation für den Patienten“, so Prof. Dr. Schirmer. „Daher sind wir stolz darauf, mit dem bundesweit ersten TEE-Simulator den medizinischen Nachwuchs am HDZ NRW optimal schulen zu können.“ Bereits jetzt werden alle Operationen am offenen Herzen im HDZ NRW mit TEE begleitet.

Der neue Simulator (Hersteller: Heartworks, London) dient den Herzspezialisten und vor allem dem medizinischen Nachwuchs im HDZ NRW ab sofort zum Training zur sorgsamen Einführung und Positionierung der TEE-Sonde. „Auch die Beurteilung der Bilder im Zusammenhang mit der räumlichen Abbildung muss geübt werden, um während der OP eine rasche und sichere Diagnostik zu ermöglichen“, erläutert Prof. Dr. Uwe Schirmer.

Als Sprecher des Arbeitskreises Kardioanästhesie innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie setzt sich Schirmer dafür ein, die Ausbildung der Fachärzte hinsichtlich der bisherigen TEE-Zertifizierung, die gemeinschaftlich von der europäischen Vereinigung der Kardioanästhesisten (EACTA) und der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) vergeben wird, weiter zu verbessern und voranzutreiben. Einer, der dieses Europa-Zertifikat bereits besitzt, ist Oberarzt Dr. Ties Meyer-Jark, unter dessen Leitung und mit Hilfe des neuen Simulators die Ausbildung in der TEE am HDZ NRW nun weiter verbessert wird. „Der Simulator entspricht den Originalanforderungen so detailgetreu, dass sehr viele Erfahrungswerte bereits vorab am Gerät gesammelt werden können“, so sein Urteil.

Schirmer betont: „Wir müssen alles daransetzen, den Bereich der Kardioanästhesie in Deutschland zu einem für den Patienten so sicheren und schonenden Verfahren wie möglich zu gestalten.“ Als Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum wird das HDZ NRW im kommenden Semester auch erstmals TEE-Workshops für Medizinstudenten mit dem neuen Simulator anbieten.

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