Erster ostdeutscher Wissenschaftler erhält Ehrenring in Niedersachsen

Eine große Auszeichnung für den Rostocker Uni-Wissenschaftler Professor Klaus-Peter Schmitz. Er ist der erste renommierte ostdeutsche Wissenschaftler, der den Ehrenring des Freundeskreises Garbsen (Niedersachsen) erhält. Der „Ehrenring“ wird einmal im Jahr an hervorragende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Kultur vergeben, um auf den hervorragenden Technologiestandort Garbsen hinzuweisen.

Professor Heinz-Haferkamp, unter dessen Vorsitz eine Jury des Freundeskreises den Preisträger ausgewählt hat, hebt hervor, dass der 69-jährige Professor Schmitz „zur Top-Liga der deutschen Ingenieure gehört“. Er habe mehr als 100 Patente angemeldet, viele davon seien in der Praxis erprobt und bewährt. Auch verkörpere Schmitz einen neuen Typus Professor. „Er ist erfolgreicher Wissenschaftler und Ingenieur, Unternehmer und dazu begnadeter Netzwerker“, sagt Haferkamp. Prof. Schmitz kooperiere sehr erfolgreich mit der Fakultät Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover in Garbsen. Aber auch weitere Garbsener Institute wie unter anderem das für Fertigungstechnik lägen Schmitz fachlich sehr nah, sagt Haferkamp. Auch bestehen im Umfeld langjährige erfolgreiche Kooperationen mit der Klinik für Herzchirurgie (Prof. Haverich) und der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (Prof. Lenarz) der Medizinischen Hochschule Hannover sowie dem Laser Zentrum Hannover.

Die Laudatio auf Schmitz wird Professor Heyo K. Krömer, Dekan der Uni-Medizin Göttingen sowie Vorstand für Forschung und Lehre halten. Er betont: „Professor Schmitz ist über viele Jahre gemeinsamer Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern ein enger Freund geworden. Ich bewundere seine Energie und Tatkraft, mit der er die Biomedizintechnik in Rostock auf ein extrem hohes Niveau gehoben hat. Er gehört zu den wenigen Professoren in Deutschland, die eine echte und enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsunternehmen realisiert haben. Ich freue mich über die Auszeichnung, die ihm zuteil wird“.

Der künftige und zwölfter Ehrenringträger Schmitz ist Vorstandsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften. Professor Klaus-Peter Schmitz war langjähriger Direktor des Instituts für Biomedizinische Technik der Universität Rostock. Heute agiert der Forscher, der diese Auszeichnung am 17. November im Ratssaal von Garbsen entgegennimmt, als Studienfachberater für die Studiengänge Biomedizinische Technik im Auftrag für Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik. Zudem ist der leidenschaftliche Ingenieur Direktor des Instituts für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e.V. – Kompetenzzentrum für Medizintechnik Mecklenburg-Vorpommern, ein An-Institut der Universität Rostock mit gut 20 Mitarbeitern.

Rostocks Uni-Rektor, Professor Wolfgang Schareck, hebt hervor: „ Professor Schmitz ist ein Repräsentant der Uni Rostock, aber zugleich auch der Wirtschaftsregion MV. „Beheimatet in den Fakultäten Maschinenbau und Medizin, steht sein Name bereits über Jahre für Spitzenforschung“, betont der Rektor. Schmitz ist auch Vorstandsvorsitzender des BMBF-Projektes RESPONSE „Partnerschaft für Innovationen in der Implantattechonologie“. Das ist mit etwa 45 Millionen Euro eins der größten Forschungsprojekte an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern.

Prof. Schmitz gilt deutschlandweit als ausgewiesener Experte in den Bereichen Biomechanik, Biomaterialien, kardiovaskuläre und interventionelle Techniken. „Seine Pionierleistungen bestehen vor allem in der Erforschung der Bioverträglichkeit von Implantaten und der modernen Stent-Technologie“, unterstreicht Rostocks Uni-Rektor.

„Das sind so spannende Gebiete, das sie mich nicht loslassen“, sagt Schmitz. Segeln ist die große Leidenschaft des neuen Typus von Professor und Vater zweier erwachsener Kinder sowie des Großvaters aus Leidenschaft. Er stammt aus einer angesehenen Ingenieursfamilie. Sein Vater war, wie Hans von Ohain, Physiker bei Heinkel in Rostock und entwickelte für die in den Heinkelwerken entworfenen und produzierten Jets die passende Aerodynamik. Schmitz wurde groß mit Themen, die alle einen Hintergrund haben: die Ingenieurskunst. „Eine andere Deutung lässt sich für den erfolgshungrigen Forscher und gebürtigen Warnemünder nicht finden“, sagt der Rektor. Dort, wo er im Warnemünder Technologiezentrum wirkt, spürt man deutlich: die Zukunft beginnt jetzt.

Gleich neben dem Institut hat seit 1998 das Medizintechnik-Unternehmen CORTRONIK seinen Sitz mit etwa 200 Mitarbeitern in einem Hochtechnologie-Bereich, der Stent-Technologie. Als Initiator dieser Industrieansiedlung ist Prof. Schmitz stolz auf diese Entwicklung. „Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Produktion, das sollte dicht beieinander sein, betont Schmitz.

„Ohne Prof. Schmitz als Initiator wäre CORTRONIK nicht aufgebaut worden“, würdigt dessen Geschäftsführer Dr. Carsten Momma. Durch die Symbiose aus universitärer Forschung und industrieller Entwicklung sei das Unternehmen so erfolgreich geworden. Momma schätzt besonders die Hartnäckigkeit, mit der Schmitz agiert. „Das zeichnet ihn besonders aus“.Text: Wolfgang Thiel

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. K.-P. Schmitz
Universitätsmedizin Rostock
Institut für Biomedizinische Technik
Tel. +49 (0)381-494 7600
Fax +49 (0)381-543 45 602
klaus-peter.schmitz@uni-rostock.de
http://www.ibmt.med.uni-rostock.de
http://www.response.uni-rostock.de
http://www.iib-ev.de

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