Erster “European Campus of Excellence” an der RUB: Das Schicksal der Gedächtnisspur

Bochum, 29.8.2011
Nr. 256

Drei Wochen lernen, erinnern und hoffentlich nicht vergessen
“European Campus of Excellence” an der RUB: Das Schicksal der Gedächtnisspur
Europäische Studierende erwartet vielseitiges Programm

Wie Erinnerungen abgespeichert und abgerufen werden und was im Gehirn beim Verlernen und Vergessen passiert, erforschen 30 europäische Studierende während der ersten Summer School des „European Campus of Excellence“ an der Ruhr-Universität Bochum. Vom 4. bis zum 25. September 2011 gehen sie gemeinsam mit international führenden Neurowissenschaftlern dem Schicksal der Gedächtnisspur auf den Grund. Vormittags bekommen die Studierenden in Vorlesungen die theoretischen Grundlagen vermittelt. Nachmittags können sie in praktisch ausgerichteten Laborseminaren selbst das Gedächtnis erforschen. Auf dem Programm stehen unter anderem Kernspintomographie samt Datenauswertung, die Untersuchung von Hirnschnitten sowie Verhaltensversuche. Die von der Stiftung Mercator geförderte Veranstaltung ist Auftakt einer Reihe internationaler Summer Schools, die in Kooperation mit europäischen Stiftungen in verschiedenen Ländern geplant sind. Mit ihrem Engagement trägt sie dazu bei, dass Studierende trotz enger Studienordnungen internationale Erfahrungen sammeln.

Gedächtnisspuren erschaffen und löschen

Neue Gedächtnisspuren erzeugen die Studierenden in der ersten Woche der Summer School, indem sie als Versuchsleiter und Probanden an einem Gedächtnisexperiment teilnehmen. Am Computer prägen sie sich Bilder von Objekten ein, die sie drei Tage später im Kernspintomographen von neuen Objekten unterscheiden müssen. Die hierbei aufgezeichnete Hirnaktivität lernen sie anschließend mit speziellen Programmen zu analysieren. In einer weiteren praktischen Übung erweben die Studierenden in dieser Woche auch erste Programmierkenntnisse und Einblicke in neuronale Netze. Wie Mäuse sich erinnern, wird in der zweiten Woche untersucht. Die letzte Woche ist schließlich dem Vergessen gewidmet. In einem typischen Versuch für Menschen erforschen die Teilnehmer der Summer School, wie konditionierte Verhaltensweisen gelöscht werden können.

Programm mit internationalen Spitzenforschern

Die praktischen Übungen werden von Vorlesungen begleitet, die teils internationale Forscher, teils Neurowissenschaftler der RUB halten. Prof. Dr. Jan Born (Universität Lübeck) referiert etwa zum Thema „Schlaf und Gedächtnis”. Prof. Dr. Yadin Dudai (Weizmann Institute of Science) beschäftigt sich mit grundsätzlichen Konzepten der Gedächtnisforschung, Dr. Asaf Gilboa (University of Toronto) mit der Plastizität des menschlichen Gehirns und Prof. Dr. Andrew Mayes (University of Manchester) mit der Bedeutung unterschiedlicher Bereiche des Schläfenlappens für das Wiedererkennen. Höhepunkte im Programm sind der Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Ray Dolan (University College London) sowie die öffentlichen Abendvorträge, zu denen sich weitere Informationen im Internet finden:

http://eceneuroscience.blogs.ruhr-uni-bochum.de/category/public-keynotes/

Weitere Informationen

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Onur Güntürkün, Fakultät für Psychologie, Abteilung Biopsychologie, Tel. 0234/32-26213, onur.guentuerkuen@rub.de

Marisa Klasen, Kommunikationsmanagerin Stiftung Mercator, Tel. 0201/245 22 53, marisa.klasen@stiftung-mercator.de

Redaktion: Dr. Julia Weiler

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