Erster Berliner Anpassungslehrgang für zugewanderte Hebammen hat begonnen

Für 19 Hebammen, die aus Nicht-EU-Ländern nach Berlin oder Brandenburg zugezogen sind, hat am 1. Oktober 2019 der erste Berliner Anpas­sungs­lehrgang begonnen. Der Lehrgang soll zur beruflichen Anerken­nung der Hebammen in Deutschland führen. Das Projekt ist Bestandteil des 10-Punkte-Aktionsplan für eine gute und sichere Geburt in Berlin und wird an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) in Kooperation mit den Berliner Hebammenschulen und Geburtskliniken durchgeführt.

Die Entwicklung des Lehrgangskonzepts wurde durch Mittel der Senats­ver­waltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung Berlin ermöglicht. Die Umsetzung von drei Lehrgängen mit der Dauer von je zwölf Monaten wird im Rahmen des Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ) Berlin“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.“ Das Projekt ist Teil des IQ Landes­netz­werks Berlin, koordiniert durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

In der vergangenen Woche begrüßten die Projektmitarbeiterinnen Frau Julia Hennicke und Frau Jana Lowsky sowie die Projektleitung Frau Pro­fes­sorin Melita Grieshop die Lehrgangsteilnehmerinnen an der EHB. Die Qua­li­fizierungsmaßnahme beinhaltet theoretische und praktische Lern­pha­sen. Für die praktischen Einsätze stellen Berliner und Branden­bur­ger Geburtskliniken Anstellungsverträge für die Teilnehmerinnen zur Verfügung, so dass theoretische Lerninhalte zeitnah in der Praxis zur An­wendung kommen können. Dabei erhalten die Teilnehmerinnen Unter­stüt­zung durch erfahrene Hebammen und Pflegende. Ziel ist es, die Teil­nehmenden für eine sichere und eigenständige Berufsausübung als Heb­am­me sowohl im stationären als auch im ambulanten Versorgungsbe­reich zu qualifizieren.

Die aktuelle große Nachfrage durch zugewanderte Hebammen kam für die Projektleitung Prof. Grieshop nicht überraschend. Der Bedarf wurde schon seit längerer Zeit von den zuständigen Behörden signalisiert, da es bisher nur einzelne vergleichbare Angebote in anderen Bundesländern gab. Der Berliner Anpassungslehrgang ist das erste hochschulische Ange­bot. Damit ist die EHB gut für die voraussichtliche Überführung der Heb­am­menausbildung an die Hochschulen ab 2020 gerüstet.

Zudem leisten die beteiligten Kooperationspartner*innen gemeinsam mit der EHB einen wichtigen Beitrag zur Inte­gration von überwiegend weiblichen Gesundheitsfachkräften in den Ar­beits­markt. Gleichzeitig soll mit der Qua­­­lifizierung der aktuelle Hebam­menmangel in Berlin und Brandenburg gemindert werden, um die regio­nale geburtshilfliche Versorgung von wer­­denden Müttern und ihren Fa­milien weiter zu verbessern.

IQ Netzwerk
Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landes-netzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunkt-themen unterstützt werden. Das Pro-gramm wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. rer. medic. Melita Grieshop, Professur für Hebammenwissenschaft, Projektleitung Anpassungslehrgang Hebammenkunde

grieshop@eh-berlin.de

Projektmitarbeiterinnen

Julia Hennicke
M.Sc. Management im Gesundheitswesen, Hebamme

Jana Lowsky
Dipl. Pädagogin, Hebamme

Raum E 214
Telefon (030) 845 82 273
E-Mail anpassungslehrgang-hebammen@eh-berlin.de

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