Erste Professur für Umwelt- und Lebensstilfaktoren bei Multiple Sklerose

Die Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf richtet die bundesweit erste Professur für die Erforschung von Umwelt- und Lebensstilfaktoren in der Therapie der Multiplen Sklerose ein und erhält dafür in den nächsten fünf Jahren 1,25 Millionen Euro Fördermittel von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung – dem hierzulande größten privaten Förderer der Hirnforschung. In einem Wettbewerb der Stiftung konnte sich die Klinik für Neurologie mit ihrem Konzept gegenüber sechs Mitbewerbern durchsetzen und wird die Position im nächsten Schritt zeitnah ausschreiben.

MS ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, an der allein in Deutschland mehr als 200.000 Menschen erkrankt sind. Dass Umweltfaktoren und der individuelle Lebensstil eine Rolle beim Verlauf der Erkrankung spielen, ist wie auch bei anderen Krankheitsbildern zunehmend wissenschaftlich anerkannt. So gibt es Hinweise, dass z.B. die Ernährung oder die Sonnenlichtzufuhr Einfluss auf die MS haben. „Mit immer konkreter werdenden Forschungsergebnissen entstehen den Betroffenen möglicherweise Chancen, zusätzlich zur medikamentösen Therapie aktiv Einfluss auf ihre chronische Erkrankung zu nehmen und z.B. Begleitsymptome zu vermindern“, sagt Dr. Eva Koch, Leiterin der Multiple-Sklerose-Projekte bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben, hatte die Hertie-Stiftung im vergangenen Januar die Förderung eines Stiftungslehrstuhls mit Mitteln in Höhe von 1,25 Mio. Euro (für 5 Jahre) ausgeschrieben. Einreichungen von sieben deutschen Universitäten wurden von 17 Gutachtern, davon neun aus dem Ausland, bewertet und die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit ihrem Konzept als Sieger ausgemacht.
„Wir freuen uns über die erfolgreiche Einwerbung. Die Stiftungsprofessur mit dem in bisher in Deutschland nicht vertretenen Schwerpunkt passt hervorragend in die Forschungslandschaft am Standort. Sie wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Neurologie mit ihrem MS Zentrum und Bereich Kognitive Neurologie, dem Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie, dem Centre for Health and Society und dem Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) stärken“, so Dekan Prof. Dr. Nikolaj Klöcker. „Darüber hinaus wird es enge Kooperationen mit dem Karolinska Institut in Stockholm, der Kaiser Permanente Health Maintenance Organisation und der Keck School of Medicine, University of California Los Angeles, geben. Auch der Einbindung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft DMSG, Landesverband NRW, kommt große Bedeutung zu.“

Die Hertie-Stiftung fördert zahlreiche wissenschaftliche und soziale MS-Projekte in Deutschland. „Seit 40 Jahren unterstützen wir die MS-Forschung und sind nun ein bisschen stolz, mit diesem Lehrstuhl erneut einen modellhaften Weg begleiten zu dürfen.“, so Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung.

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Gemeinnützige Hertie-Stiftung
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Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ist eine der größten weltanschaulich unabhängigen und unternehmerisch ungebundenen Stiftungen in Deutschland. Sie wurde 1974 von den Erben des Kaufhausinhabers Georg Karg ins Leben gerufen und engagiert sich mit ihren Mitarbeitenden und ihrem Vermögen in den Arbeitsgebieten Neurowissenschaften, Gesellschaftliche Innovationen sowie Bildung. Die Projekte und Initiativen der Stiftung leisten wissenschaftlich basierte und praxisorientierte Beiträge zur Lösung drängender Probleme unserer Gesellschaft. Sie haben sowohl zum Ziel, die Qualität des öffentlichen Diskurses zu verbessern, als auch in der Praxis modellhafte Lösungsansätze zu schaffen. Diese können und sollen von anderen übernommen werden. Entsprechend fördert und fordert die Hertie-Stiftung Eigeninitiative und Hilfe zur Selbsthilfe.
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