Erste Gesundheitsberichte von SchülerInnen für SchülerInnen in Österreich

Zwei Jahre lang wurden die SchülerInnen der Fachschulen für Land- und Ernährungswirtschaft Haidegg, Maria Lankowitz, Naas und Vorau im Rahmen des Projektes „Jugend is(s)t berichtend in Bewegung“ aktiv in die Gesundheitsberichterstattung eingezogen. Ziel des Projektes, durchgeführt im Rahmen des Förderprogramms Sparkling Science, gefördert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, war es, die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren ins wissenschaftliche Arbeiten einzuführen und für jede Schule einen Gesundheitsbericht von SchülerInnen für SchülerInnen zu erstellen. Durch dieses Projekt wurden SchülerInnen erstmals in Österreich in die Erstellung eines Gesundheitsberichts aktiv einbezogen.

Von der Literaturrecherche über die Datenerhebung bis hin zur Datenauswertung setzten sich die Jugendlichen in vier Workshops und einer Projektwoche mit den Grundlagen von Forschungstätigkeiten anhand der Disziplinen Sportwissenschaften, Diätologie und Sozialwissenschaften auseinander. Je nach Interesse konnten sie in einer von drei Forschungsgruppen arbeiten. Des Weiteren wurden mittels eines Online-Fragebogens der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten der SchülerInnen erhoben.

Bewegung, Ernährung, mentale Gesundheit
Die Gruppe „Bewegung“ sammelte anhand der Durchführung von sportmotorischen Tests Daten zu Koordination, Ausdauer, Sprungkraft und Schnelligkeit aller SchülerInnen und wertete diese aus. Die Themengruppe „Ernährung“ führte Bioelektrische Impedanz Analysen (BIA-Messungen) zur Erhebung des Körperfettanteils, des Muskelanteils, des Körpergewichts und des Bauchumfangs durch. In der dritten Forschungsgruppe, die sich mit dem Thema „Mentale Gesundheit in der Schule“ auseinandersetzte, erstellten die SchülerInnen einen Interviewleitfaden und befragten ihre Klassenkameradinnen und –kameraden. Auch die Methode des Fotointerviews wurde durchgeführt, um Orte innerhalb des Schulgeländes zu identifizieren, an denen sich die SchülerInnen wohl oder unwohl fühlen.

Abwechslungsreiche Aufgaben
Für Abwechslung sorgten verschiedene Aufgabenstellungen wie beispielsweise die Organisation einer Bewegungsstunde, das Durchführen eines Ernährungs-Schätzspiels oder das Interviewen von Lehrerinnen und Lehrern sowie die Gestaltung der Titelblätter der Gesundheitsberichte. „Für mich selbst hat die Projektwoche gezeigt, wie ich mich gesünder und besser ernähren kann und was eigentlich mentale Gesundheit bedeutet“, so eine Schülerin. Alle Daten und Erfahrungen wurden gemeinsam mit dem Projektteam der FH JOANNEUM, Bianca Neuhold, Helmut Simi und Daniela Grach, in einem Gesundheitsbericht pro Schule zusammengefasst, der von den Schülerinnen und Schülern selbst grafisch gestaltet wurde.
Bei der Abschlussveranstaltung im Grazer Schloss St. Martin präsentierten die SchülerInnen auf interessante und originelle Weise ihre Ergebnisse erstmals der Öffentlichkeit. „Wenn es auch nur zu einem geringen Prozentsatz der Jugendlichen gelingt, das Gesundheitsbewusstsein zu steigern , so wurden aus meiner Sicht öffentliche Gelder sehr sinnvoll investiert“, meinte Zita Rath, Lehrerin an der Fachschule Vorau, nach der Veranstaltung.

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