Erneuter Erfolg für ausgezeichnete „Keimpolizei“: Jenaer Biochips gehen in die zweite Runde

Maul- und Klauenseuche, Vogelgrippe oder Kartoffelfäule – Erreger dieser für Tier, Mensch und Pflanze gefährlichen Krankheiten schnell und vor Ort nachzuweisen stand im Vordergrund der Arbeiten der ersten Förderphase 2006 – 2010. „Uns ist es gelungen, eine leistungsfähige Technologie-plattform für den chipbasierten Nachweis solcher Keime und niedermolekularer Substanzen wie Farbstoffe oder Antibiotika im wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld der Region Jena zu etablieren,“ bilanziert Prof. Dr. Jürgen Popp, Initiator und Projektkoordinator der JBCI, die im Rahmen des InnoProfile-Programms der Bundesregierung gefördert wird. Ein Erfolg, den die Region zu schätzen weiß: Der damalige JBCI-Leiter Dr. Robert Möller wurde 2009 für seine Arbeiten mit dem Wissenschaftspreis des Beutenberg Campus ausgezeichnet und erhielt zusammen mit seinem Team und weiteren Kooperationspartnern als „Keimpolizei“ den Thüringer Forschungspreis 2010 sowie ein Jahr später die Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“.
Bereits in dieser Zeit gelang es den Wissenschaftlern, zahlreiche weitere Projekte einzuwerben, in welchen die Forschungsergebnisse vertieft wurden. Die JBCI verstätigte sich als eigenständige gemeinsame Arbeitsgruppe der Uni Jena und des IPHT, die heute von Dr. Karina Weber und Dr. Dana Cialla geleitet wird.
„In der Weiterführung der JBCI wollen wir die physikalischen und physikalisch-chemischen Prozesse, die unserer Technologie zu Grunde liegen, noch besser verstehen, um sie auch für Einsatz bei der Untersuchung von Lebensmitteln oder für medizinische Fragestellungen maßschneidern zu können“, erläutert Dr. Karina Weber die Ziele für die zweite Förderphase.
In dem parallel startenden Projekt „QuantiSERS“ geht es zum Beispiel um den Nachweis von illegalen Substanzen in Lebensmitteln. „Gewürzpulvern wird verbotener Weise manchmal Farbstoff zugesetzt, der eine hohe Qualität vortäuscht“, beschreibt die Chemikerin Dr. Dana Cialla eines der zu bearbeitenden Probleme. Mit herkömmlichen Methoden lassen sich solche Betrugsversuche nur schwer aufklären. „Wir verfolgen einen Technologieansatz, der von der Probennahme über die Probenvorbereitung bis hin zum Nachweis alle notwendigen Schritte in sich vereint und arbeiten dazu eng mit Firmen aus dem Analytik- und dem Optik-Bereich zusammen“, betont IPHT-Direktor Popp. „Damit werden wir schnell, einfach und kostengünstig messen können, ob in einem Lebensmittel etwas enthalten ist, was da nicht hineingehört.“

Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jürgen Popp
Projektkoordinator
Wissenschaftlicher Direktor des IPHT
Telefon +49 (0) 3641/ 206-300
Telefax +49 (0) 3641/ 206-399
juergen.popp@ipht-jena.de

Dr. Karina Weber/ Dr. Dana Cialla
Projektleitung
Telefon +49 (0) 3641/ 206 309
karina.weber@ipht-jena.de
dana.cialla@ipht-jena.de

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