Erneut ERC-Förderung für MDC-Diabetesforscherin Dr. Francesca Spagnoli

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, von der weltweit über 350 Millionen Menschen betroffen sind. Bei Patienten mit Typ 1 Diabetes sind die Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse – sie produzieren das lebenswichtige Hormon Insulin, das den Blutzucker reguliert und die aufgenommene Nahrung in Energie umsetzt – durch eine fehlgeleitete Immunreaktion zerstört worden. Diese Patienten müssen ihr ganzes Leben Insulin spritzen. Typ-2 Diabetiker hingegen können das von den Beta-Zellen produzierte Insulin nicht ausreichend verwerten. Sie werden mit Diät und Medikamenten behandelt. Doch auch bei Typ-2 Diabetikern können die Beta-Zellen im Laufe der Jahre zugrunde gehen, so dass auch diese Patienten dann unter Umständen Insulin spritzen müssen.

Da die Insulinbehandlung jedoch schwere Nebenwirkungen hat, versuchen Ärzte seit langem, Patienten Beta-Zellen oder eine Bauchspeicheldrüse von Spendern zu verpflanzen, allerdings mit geringem Erfolg. „Zum einen gibt es nicht genügend Spender, zum anderen arbeiten die transplantierten Zellen oder das transplantierte Organ häufig nur sehr eingeschränkt, so dass die Patienten häufig nach fünf Jahren ein neues Transplantat benötigen oder erneut Insulin spritzen müssen“, erläutert Dr. Spagnoli.

Aus diesem Grund richten Forscher ihr Augenmerk auf zellbasierte Therapien. Derzeit werden verschiedene mögliche Quellen für Beta-Zellen erforscht, darunter embryonale Stammzellen und andere Zellarten. „Als besonders vielversprechend“ sieht Dr. Spagnoli die Umprogrammierung von Leberzellen in Bauchspeicheldrüsenzellen an. Leber und Bauchspeicheldrüse haben vieles gemeinsam. „Beide Organe“, so Dr. Spagnoli, „entstehen im Embryo in der gleichen Region. Sie spielen eine wichtige Rolle im Stoffwechsel und regulieren den Blutzuckerspiegel. Auch haben sie eine Reihe von Genen gemeinsam“.

Mit ihrer Forschung ist es Dr. Spagnoli gelungen, einen Faktor zu identifizieren, der Leberzellen der Maus in Bauchspeicheldrüsenzellen umwandelt. Mit ihrer PoC-Förderung will die Forscherin ihre Erkenntnisse auf Leberzellen des Menschen übertragen und herausfinden, ob sich damit eine auf den eigenen Leberzellen eines Patienten gestützte Therapie (autologe zellbasierte Therapie) entwickeln lässt. Ihre Entdeckung ist inzwischen beim Europäischen Patentamt in München zum Patent angemeldet.

Kontakt:
Barbara Bachtler
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