Ernährerin: Frau

Die Ernährung wie auch die Versorgung von Kleinkindern ist traditionell Aufgabe von Frauen, insbesondere der Mütter. Männer haben hier nur eine Nebenrolle.
Dem Aspekt der Geschlechterverhältnisse bei der Ernährung des Säuglings und Kleinkindes widmet sich die Forschungswerkstatt „Geschlechterdimensionen in der Ernährung des Kleinkindes“, die am 17. Juni 2016 von 10 bis 17 Uhr an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) stattfindet.
Sie wird vom Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gFFZ) organisiert. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen; die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Eine Anmeldung ist bis zum 25. Mai 2016 unter möglich.

In den Vorträgen von Expertinnen aus Erziehungs- und Sozialwissenschaften und Ernährungssoziologie wird der Frage nachgegangen, wie Mütter und Väter historisch und aktuell sozial unterschiedlich positioniert werden und wie sie stillschweigend und selbstverständlich unterschiedliche Verantwortlichkeiten bei der Pflege des Kindes zugewiesen bekommen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das Stillen als Norm der Säuglingsernährung gerichtet, weil hier die mütterliche Zuständigkeit durch Natur und Körper schon vorgegeben erscheint. Vor diesem Hintergrund wird die Werkstatt auch der Frage nachgehen, was diese Geschlechterasymmetrien in der Kleinkindernährung für die modernen Gleichstellungswünsche und -forderungen in der Elternschaft bedeuten.

Termin Tagung: 17. Juni 2016, 10-17 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, 60318 Frankfurt am Main, BCN-Hochhaus, 7. Stock, Raum 713

Programm

10:00 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Lotte Rose, Frankfurt University of Applied Sciences, Geschäftsführerin des gFFZ

10:15 Uhr Die stillende Mutter − Inbegriff weiblicher Fürsorge?!
Prof. Dr. Sabine Seichter, Universität Salzburg

11:00 Uhr Säuglingsernährung als gendered practice. Flaschennahrung für Säuglinge in Deutschland und Schweden im 20. Jahrhundert
Verena Limper, Universität Köln

12:00 Uhr Stillen: Die politische Bedeutung des Privaten
Prof. Dr. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda

12:45 Uhr Mittagspause

13:45 Uhr Säuglings- und Kleinkinderernährung aus der Sicht von Familien in schwierigen Lebenssituationen − erste Einblicke aus einem Forschungsprojekt im Kontext der Frühen Hilfen
Dr. Anke Günther, Hochschule Fulda

14:30 Uhr Wiegen, Messen, Kontrollieren? Ernährung im Kontext von Familienhebammenarbeit
Hanna Rettig, Universität Hildesheim

15:30 Uhr Anrufungen zum ‚Maß halten‘ im Ernährungsdiskurs in Kriminalakten. Eine geschlechtersoziologische Annäherung
Dr. Eva Tolasch, Universität Göttingen

16:15 Uhr Abschlussdiskussion

Kontakt:

Frankfurt University of Applied Sciences
Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen (gFFZ)
Telefon: 069/1533-3150
E-Mail:

Zum gFFZ:

Das gFFZ – das Gender- und Frauenforschungszentrum der hessischen Hochschulen – ist eine gemeinsame Einrichtung der Frankfurt University of Applied Sciences, der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Hochschulen Darmstadt, Fulda und RheinMain sowie der Evangelischen Hochschule Darmstadt. Das gFFZ hat es sich als Ziel gesetzt, Forschungsvorhaben zur Frauen- und Genderforschung an hessischen Fachhochschulen zu unterstützen, ein Netzwerk der in der Frauen- und Genderforschung tätigen Lehrenden, Studierenden und Mitarbeiter(innen) aufzubauen und zu pflegen sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Frauen- und Genderforschung zu fördern. Zudem unterstützt das gFFZ die Hochschulen bei der Umsetzung von Gender Mainstreaming Prozessen und sorgt für eine enge Vernetzung der Frauen- und Genderforschung an den Hochschulen mit Institutionen der Frauen- und Genderforschung im deutschsprachigen Raum, mit anderen Institutionen und mit der beruflichen Praxis.

Weitere Informationen unter:

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