Erkennung und Abwehr von Infektionserregern

Pressemitteilung
Heidelberg, 30. Dezember 2011

Erkennung und Abwehr von Infektionserregern
Hengstberger-Symposium zu Antikörper-produzierenden Zellen

Mit der Erkennung und Abwehr von Infektionserregern durch Antikörper-produzierende Zellen beschäftigt sich ein Hengstberger-Symposium, das vom 9. bis 11. Januar 2012 an der Universität Heidelberg stattfindet. Rund 70 Experten, Postdocs und Doktoranden aus ganz Deutschland, Europa und Übersee diskutieren im Rahmen der Veranstaltung „Wiederentdeckung der Toll-like Rezeptoren in B-Lymphozyten“ über die Bedeutung von Toll-like Rezeptoren (TLR) für die Antikörper-Produktion und präsentieren neue Forschungsergebnisse. Ziel des internationalen Symposiums ist es, die Aufgabe dieser spezialisierten Sensoren des Immunsystems in der Regulation der Antikörper-produzierenden Immunzellen (B-Zellen) zu definieren und neue TLR-basierte Therapiestrategien bei B-Zell-vermittelten Erkrankungen zu erörtern. Organisatorin der Veranstaltung, die am Internationalen Wissenschaftsforum Heidelberg (IWH) stattfindet, ist Privatdozentin Dr. med. Isabelle Bekeredjian-Ding vom Department für Infektiologie der Ruperto Carola.

Toll-like Rezeptoren erkennen mikrobielle, aber auch körpereigene Gefahrensignale und leiten eine Aktivierung der betroffenen Zellen ein. Bei der Erkennung und Abwehr von Infektionserregern durch Fresszellen spielen TLR eine zentrale Rolle. Bisherige Studien vernachlässigten jedoch die Tatsache, dass TLR auch in B-Lymphozyten (Immunzellen, die körperfremde Moleküle erkennen und gegen diese gerichtete spezifische Antikörper herstellen) vorkommen und dort die Antikörperproduktion und das Immungedächtnis steuern. Es bleibt jedoch unklar, ob sie lediglich Verstärker darstellen oder ob sie die Immunantwort qualitativ prägen und zur Unterscheidung von fremden und körpereigenen Molekülen beitragen. Umstritten ist auch, ob TLR eine pathophysiologische Rolle in der durch die B-Lymphozyten vermittelten Entstehung von Autoimmunerkrankungen sowie chronischen Infektionen und Krebs zukommt. „Es ist heute unumstritten, dass TLR in der Regulation der B-Zell-Funktion eine wichtige Rolle übernehmen – wir müssen daher pharmakologische Strategien entwickeln, die uns eine gezielte Manipulation ihrer Funktion in B-Zellen ermöglichen“, erklärt Dr. Bekeredjian-Ding.

Isabelle Bekeredjian-Ding gehört zu den Hengstberger-Preisträgern 2011. Der Klaus-Georg und Sigrid Hengstberger-Preis wird jährlich an drei Nachwuchswissenschaftler oder Wissenschaftlerteams der Universität Heidelberg vergeben. Mit der Preissumme von jeweils 12.500 Euro erhalten junge Forscher die Möglichkeit, ein interdisziplinäres wissenschaftliches Symposion im IWH durchzuführen. Weitere Informationen sind im Internet unter www.tollbcells.com sowie unter www.iwh.uni-hd.de/hengstberger zusammengestellt.

Kontakt:
PD Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding
Department für Infektiologie
Telefon (06221) 56-38898
isabelle.bekeredjian-ding@med.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

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