Erkenntnisse zu Dopaminwirkung im Gehirn ermöglichen neue Therapien mittels Tiefer Hirnstimulation

Judith Mylius (35) hat in ihrer Doktorarbeit „Phasic and tonic changes of neuronal activity in primate auditory cortex induced by the dopaminergic ventral midbrain“ den Zusammenhang einzelner kognitiver Prozesse wie Hörverständnis, Motivation und Aufmerksamkeit im Gehirn untersucht. Durch Verhaltensexperimente mit Langschwanz-Makaken zeigte sie, dass der Botenstoff Dopamin das Hörzentrum in der Großhirnrinde beeinflusst und ein motiviertes Individuum besser hört, da die Nervenzellen durch das Dopamin Signale besser verarbeiten können.

Mit der Beantwortung dieser alten neurobiologischen Frage eröffnen sich neue Behandlungswege für Menschen mit Lernstörungen aufgrund einer Degeneration des Dopamin-Systems mit Tiefer Hirnstimulation. Durch die Arbeit mit nicht-menschlichen Primaten statt Nagern als Tiermodell sind Mylius‘ Erkenntnisse besser und schneller auf den Menschen übertragbar. Schließlich verfügen die Langschwanz-Makaken über eine dem Menschen sehr ähnliche Hirnorganisation und kognitive sowie sensomotorische Leistungen. In Zusammenarbeit mit der Stereotaktischen Neurochirurgie in Magdeburg werden die Ergebnisse aus Judith Mylius‘ Dissertation zur Entwicklung neuer Tiefer Hirnstimulations-protokolle beim Menschen beitragen.

„Diese Auszeichnung freut mich sehr, weil sie eine Anerkennung und Wertschätzung meiner Arbeit der vergangenen Jahre ist, die zeigt, dass Grundlagenforschung einen konkreten Nutzen für die Allgemeinheit haben kann“ so die Preisträgerin.

Der Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft wird jährlich für die besten Doktorarbeiten aus Leibniz-Instituten in den Kategorien „Geistes- und Sozialwissenschaften“ und „Natur- und Technikwissenschaften“ vergeben. Er ist mit jeweils 3.000 Euro dotiert und wird in diesem Jahr erneut von der Deutschen Kreditbank AG (DKB) gestiftet. Die Auswahl der Preisträger trifft eine zwölfköpfige Jury aus Personen des öffentlichen Lebens und führenden Wissenschaftlern unter der Leitung von Leibniz-Präsident Matthias Kleiner aus den Vorschlägen der wissenschaftlichen Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

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