Erfolgsstory Neurologie: Nachwuchs finden – Nachwuchs binden

(12. April 2010) Während Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler mit strukturellen Maßnahmen den Medizinermangel auf dem Land bekämpfen möchte, gehen die Neurologen bei ihrer Nachwuchsförderung einen innovativen Weg: Heute startet die Internet-Community <www.junge-neurologen.de>, eine Kommunikationsplattform für die rund 2000 Assistenzärzte in Deutschland, die sich in der Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie befinden. Gleichzeitig ist der Internetauftritt ein Info-Point für Studenten der Humanmedizin und andere junge Menschen in der Berufsorientierungsphase. Denn auch der Neurologie – das medizinische Fach mit der größten Wachstumsdynamik – geht mit ihrer immer bedeutenderen Rolle in der medizinischen Versorgung der Nachwuchs aus. Junge Menschen mit Interesse für die Medizin erfahren auf der neuen Website, wie man zum Neurologen wird, wie Neurologen arbeiten und was sie beschäftigt. Der Auftritt wird laufend weiter ausgebaut. Betreiber der Website sind die Jungen Neurologen, die Nachwuchsorganisation der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und des Berufsverbands der Neurologen (BDN). Unterstützt wird das Projekt außerdem vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Erfolgsstory Neurologie
Die Neurologie der vergangenen zwei Jahrzehnten ist eine Erfolgsstory. War sie früher eher auf die Diagnose spezialisiert, hat sie sich zu einer aktiv behandelnden Disziplin entwickelt. Sie nimmt heute zum Beispiel im Notfall- und Akutbereich bei der Versorgung von Schlaganfall-, Schmerz- oder Schwindelpatienten eine zentrale Rolle ein. Neurologen haben wegen der intensiven Erforschung des Gehirns und des Nervensystems heute Therapien zur Hand, die vor zwanzig Jahren noch kaum für möglich gehalten wurden: Neurologen behandeln nun chronische Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit oder Multiple Sklerose, bei denen bis vor wenigen Jahren Ärzten kaum Mittel zur Verfügung standen. In nur 15 Jahren ist die Anzahl der behandelten Patienten in Kliniken von einer halben auf eine Million pro Jahr angestiegen, die Anzahl der organisierten Neurologen hat sich in der gleichen Zeit von 1500 auf 6000 vervierfacht und die Anzahl der jährlich fertig ausgebildeten Fachärzte für Neurologie auf rund 400 verdoppelt. Die Kehrseite der Medaille: Obwohl heute mehr Nachwuchs ausgebildet wird, ist der Personalbedarf in vielen Kliniken größer als das Angebot. In den kommenden Jahren droht sich diese Mangel noch zu verschärfen, weil der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung wächst. Außerdem besteht aus Strukturgründen die Gefahr, dass immer weniger niedergelassene Neurologen zur Verfügung stehen.

Junge Menschen für die Neurologie begeistern
"Exzellente Nachwuchskräfte für die Neurologie zu gewinnen, ist eine Schlüsselaufgabe der kommenden Jahre", so der Oberarzt Dr. med. Martin Wolz aus Dresden, Sprecher der Jungen Neurologen. "Der Internetauftritt soll Einblicke in unser spannendes und äußerst innovatives Fach geben. Er soll beim Nachwuchs aber auch Hemmschwellen abbauen, die manchmal noch gegenüber der Medizin an unserem kompliziertesten Organ, dem Gehirn, bestehen. Durch unsere Online-Präsenz schaffen wir eine hohe Transparenz und erreichen so auch neue Köpfe." Auf <www.junge-neurologen.de> gibt es zum Beispiel einen Stellenmarkt für Assistenzärzte, Adressen von Praxen, die Famulaturen anbieten, Artikel über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ein Diskussionsforum, in dem man den Jungen Neurologen Fragen stellen kann. Oder man meldet sich gleich für eine der drei Summer-Schools 2010 an, in denen renommierte Neurologen Einblicke in ihre Spezialgebiete geben. Geplant sind weitere Features wie eine Mediathek und Einheiten zur Online-Weiterbildung.

Mitmachen, Mitreden, Mitgestalten!
"Das Motto lautet: bottom-up, nicht: top-down", sagt Prof. Dr. med. Heinz Reichmann, Präsident der DGN und Direktor der Neurologischen Klinik an der Universität Dresden. "Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat zusammen mit den Berufsverbänden diese Community ins Leben gerufen, weil wir der Überzeugung sind, dass der Nachwuchs die Faszination an der Neurologie authentisch aus seinem eigenen Blickwinkel beschreiben und transportieren kann. Die Fachgesellschaft kann strukturell und finanziell helfen, die Weiterbildung zum Neurologen so exzellent und attraktiv wie möglich zu gestalten."

"Deutschland behält die Nerven"
Die Website der Jungen Neurologen ist zudem ein zentraler Baustein der Kampagne "Deutschland behält die Nerven – Zukunft braucht Neurologen", die im Sommer startet und mit der die Neurologen ihre Arbeit einem größeren Publikum vorstellen werden. Unterstützt beim Konzept der Website <www.junge-neurologen.de> und der Kampagne wurde die DGN von der Münchner Medienagentur albertZWEI.

Diese Pressemitteilung finden Sie auch auf
<http://www.dgn.org/pressemitteilungen/wwwjunge-neurologende.html>

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN)
sieht sich als neurologische Fachgesellschaft in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren mehr als 6000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.
<www.dgn.org>

1. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Heinz Reichmann
2. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Günther Deuschl
3. Vorsitzender: Prof. Dr. med. Wolfgang Oertel
Geschäftsführer: Dr. rer. nat. Thomas Thiekötter

Geschäftsstelle:
Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin,
Tel: 030-531437930, E-Mail: info@dgn.org

Kontakt zu den Jungen Neurologen:
Dr. med. Martin Wolz, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Tel: 0351 458-3876, E-Mail: martin.wolz@uniklinikum-dresden.de

Ansprechpartner für die Medien:
Frank A. Miltner, Tel: +49 (0)89-461486-22, E-Mail: presse@dgn.org. Pressesprecher der DGN: Prof. Dr. med. Hans-Christoph Diener, Essen
(idw, 04/2010)

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