Erfolgreiche Abschlussarbeit

Carola Lutz ist die erste Absolventin des kooperativen berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Optometrie, der von der Ernst-Abbe-Fachhochschule Jena gemeinsam mit der Akademie des Zentralverbandes der Augenoptiker (ZVA) Knechtsteden angeboten wird. Frau Lutz arbeitet parallel zum Studium bei der Fielmann AG in Basel (CH). Nach acht Semestern berufsbegleitendem Studium verteidigte sie kürzlich erfolgreich ihre Abschlussarbeit. Ihre Bachelorthesis beschäftigte sich mit dem aktuellen Krankheitsbild des Trockenen Auges. Der Titel lautet: „Prospektive Studie zum Vergleich der Meibographie mit noninvasiven und subjektiven Tränenfilmanalysemethoden mittels neuem Topographiesystem“.

Das Trockene Auge ist weit verbreitet: Allein in Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen darunter. Die Ursachen und Einflüsse dieser Erkrankung sind ebenso vielseitig wie ihre Symptome. So gestaltet sich eine Vereinheitlichung des Krankheitsbildes und der Diagnosemethoden als schwierig. Grundsätzlich lässt sich die Pathogenese des Trockenen Auges in einer mangelnden Qualität des Tränenfilms, vor allem in seiner Zusammensetzung, begründen. Maßgeblich beteiligt ist hier die Lipidschicht. Sie schützt, als äußere Schicht des Tränenfilms, vor Verdunstung. Das durch einen Mangel an Lipid verursachte, evaporative trockene Auge stellt in 76,7% aller Fälle die häufigste Ursache der Erkrankung dar. Charakteristisch sind Benetzungsstörungen, die durch eine vermehrte Verdunstung der Tränenflüssigkeit entstehen. Sie führen häufig zu Augenreizungen, aber auch zu reduzierter Sehleistung. Das Lipid wird durch die so genannten Meibom-Drüsen produziert. Dies sind spezielle Talgdrüsen, die in den Ober- und Unterlidern angeordnet sind und ein öliges Sekret absondern. Umwelteinflüsse und Erkrankungen können zu Funktionsbeeinträchtigungen der Drüsen führen (Englisch: Meibom Gland Dysfunktion, MGD). Dies geht im Allgemeinen mit einer Verstopfung der Drüsen und Veränderungen des Drüsensekrets einher und führt letztendlich zu deren Degeneration.

Bisher wurden lediglich klassische Untersuchungen zur Diagnose des trockenen Auges durchgeführt. Hierbei war keine Differenzierung zur MGD möglich und somit nicht bekannt, welcher Anteil an der Symptomatik seinen Ursprung in defektem Drüsengewebe findet. Aus diesem Grund wurden Untersuchungsverfahren entwickelt, um eine MGD zu diagnostizieren. Eine Untersuchungsmöglichkeit stellt die an der EAH Jena mitentwickelte Meibographie dar. Hier werden die Meibom-Drüsen mit einer infraroten Beleuchtung sichtbar gemacht und eine Beurteilung kann vorgenommen werden. Carola Lutz befasste sich mit dem Vergleich der Meibographie zur Untersuchung der Morphologie der Meibom-Drüsen mit anderen Tränenfilmanalysemethoden. Zu den Kerninhalten ihrer Arbeit zählt die Ergründung des Zusammenhangs der subjektiven Beurteilung der Meibographie mit den objektiven Ergebnissen der Tränenfilmanalysemethoden und den subjektiven Symptomen der 93 Probanden die sie mit Hilfe eines neu entwickelten Multifunktionstopographen (Oculus K5M) untersuchte. Ihre Bachelorarbeit lieferte für die Praxis wertvolle Ergebnisse, die in Zukunft eine bessere Diagnose und Vorhersagbarkeit des Trockenen Auges erlauben und den Untersuchungsprozess erheblich verkürzen. Eine Fachpublikation ist vorgesehen.

Kontakt: Prof. Wolfgang Sickenberger
wolfgang.sickenberger@fh-jena.de

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