Erfolgreich Infektionen erforscht – DFG-Forschergruppe verlängert

Wenn Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger den Menschen infizieren, spielen Sphingolipide eine wichtige Rolle: Nach dem Kontakt mit den Erregern lösen diese Moleküle Veränderungen in den Zellmembranen aus, die für das weitere Krankheitsgeschehen bedeutsam sind.

Diese Veränderungen sichtbar machen, beobachten und neue Therapieansätze daraus ableiten: Das ist das Ziel der Forschergruppe 2123 „Sphingolipid dynamics in infection control“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Gruppe, die im Jahr 2013 mit Teams der Universitäten Würzburg und Duisburg-Essen ihre Arbeit aufgenommen hat.

„Die erste Förderphase von drei Jahren ist nun beendet, aber die DFG hat unseren Verlängerungsantrag in fast vollem Umfang bewilligt“, sagt Sibylle Schneider-Schaulies, Virologie-Professorin an der Universität Würzburg. Sie ist die Sprecherin der Forschergruppe.

Welche Krankheitserreger im Fokus stehen

Die Arbeit kann also weitergehen. In den kommenden drei Jahren bekommt die Gruppe rund 2,9 Millionen Euro, um die Rolle der Sphingolipide weiter zu analysieren.

Die Projekte konzentrieren sich auf folgende Erreger: Masernviren, Meningokokken (Erreger unter anderem von Hirnhautentzündungen), Mycobakterien (Tuberkulose), Staphylokokken (Wundinfektionen) und Gonokokken (Gonorrhoe, auch „Tripper“ genannt).

Erste Hemmstoffe werden getestet

Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend. So testen die Wissenschaftler mittlerweile erste Hemmstoffe, die am System der Sphingolipide angreifen und mit denen sich Infektionen möglicherweise unter Kontrolle bringen lassen.

Zur Erfolgsbilanz der Forschergruppe nach drei Jahren gehören auch 23 Publikationen in angesehenen Journals und Auftritte auf Kongressen. Neue Kooperationen haben die Gruppe zudem wachsen lassen: In der zweiten Förderphase sind nun zwei neue Projekte und ein Forschungsteam von der Universität Potsdam mit dabei.

Beteiligung von Studierenden

Studierende aus Medizin, Biologie und Chemie können ebenfalls mitarbeiten. Aktuell tun das neun Promovierende, zwei Master- und zehn Bachelor-Studierende. Das Fördergeld von der DFG wird zu einem großen Teil verwendet, um Stellen für Promovierende zu finanzieren.

Warum Infektionsforschung wichtig bleibt

Die Erforschung von Infektionen wird weiterhin als dringlich betrachtet. Neue Therapien wären gerade im Fall von Viren wichtig, weil es gegen diese Erreger nur wenige Medikamente gibt. Auch zusätzliche Strategien gegen Bakterien sind gefragt, nicht zuletzt wegen zunehmender Resistenzen gegen verfügbare Arzneimittel.

Kontakt

Prof. Dr. Sibylle Schneider-Schaulies, Sprecherin der DFG-Forschergruppe „Sphingolipid Dynamics in Infection Control“, Institut für Virologie und Immunbiologie, Universität Würzburg, T (0931) 31-81566, s-s-s@vim.uni-wuerzburg.de

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