Erfolg bei Auswahl für Humboldt-Professur: Heidelberg will Forschung zu Globaler Gesundheit stärken

Die Medizinische Fakultät Heidelberg wird ihre epidemiologische Erforschung der Gesundheitsversorgung weiter ausbauen und freut sich sehr über die Auswahl des international führenden Wissenschaftlers Professor Dr. Till Bärnighausen für eine Humboldt-Professur am Institut für Public Health des Universitätsklinikums Heidelberg.

Derzeit forscht und lehrt Bärnighausen an der Harvard Universität in Cambridge, USA. Sein Forschungsschwerpunkt gilt der Analyse von HIV-Präventions- und Therapiekonzepten hinsichtlich Wirksamkeit, Kosten und Nutzen mit einem Schwerpunkt in Afrika, südlich der Sahara. Dafür entwickelte er neuartiger Methoden zur Bewertung der Auswirkung von Gesundheitsmaßnahmen auf Erziehung, Haushaltseinkommen, Arbeitslosigkeit und auf die Gesundheit der Zielbevölkerung. Als Preisgeld stehen ihm bis zu fünf Millionen Euro für die ersten fünf Jahre am neuen Wirkungsort zur Verfügung.

Um eine Humboldt-Professur, die höchstdotierte Stiftungs-Professur in Deutschland, zu erhalten, müssen deutsche Universitäten und die vorgeschlagenen Wissenschaftler mit ihrem Konzept in einem extrem starken Wettbewerb überzeugen. Die Auszeichnung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Im Bereich der Humanmedizin ist dies erst die dritte Humboldt-Professur seit Einführung des Verfahrens im Jahr 2008. Durch nachhaltige und tragfähige Konzepte sollen deutsche Hochschulen im internationalen Wettbewerb gestärkt werden.

Der Preis beinhaltet die Verpflichtung, den neuen Humboldt-Professoren und ihren Teams eine langfristige Perspektive für ihre Forschungen in Deutschland zu bieten. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Professor Bärnighausen und aufbauend auf der in Heidelberg bereits bestehenden Expertise das deutschlandweit erste Institut für Globale Gesundheit einzurichten“, sagt Professor Dr. Wolfgang Herzog, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. „Wir freuen uns, dass wir die Jury mit unserem Konzept überzeugen konnten.“

In den nächsten fünf Jahren soll das bestehende Institut für Public Health unter Leitung von Professor Dr. Rainer Sauerborn, der die Nominierung von Bärnighausen empfohlen hatte, deutlich ausgebaut werden. Schwerpunkte des seit mehr als 50 Jahren bestehenden Instituts gelten der Erforschung von Gesundheitssystemen weltweit, der Qualität und Finanzierung von Basisgesundheitsdiensten in Ländern mit geringem Einkommen sowie der Epidemiologie verschiedenster Erkrankungen in Europa und den Entwicklungsländern. „Till Bärnighausen ist einer der führenden Köpfe in der globalen Gesundheitsforschung mit großer Erfahrung darin, Auswirkungen von Maßnahmen zur Verbesserung der globalen Gesundheit zu bemessen und zu bewerten“, sagt Professor Sauerborn, Direktor des Instituts für Public Health. „Diese Erfahrung ist nötig, um nachhaltige Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung weltweit zu erreichen.“

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