ERC Förderung für Stefan Pfister: „Wir müssen die Kinderkrebsforschung noch weiter vorantreiben“

Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg.

„Ich freue mich sehr über den ERC Consolidator Grant, der eine hohe Auszeichnung für unsere Arbeiten darstellt“, sagt Pfister. „Wir werden die Fördermittel nutzen, um unsere Aktivtäten in der Erforschung der normalen Gehirnentwicklung und der Identifizierung von Parallelen mit der Entstehung kindlicher Hirntumoren auszubauen. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse werden wir systematisch nach neuen Therapieansätzen suchen.“

Zwar gilt Kinderkrebs allgemein als gut behandelbar. Doch gerade unter den Tumoren des zentralen Nervensystems gibt es immer noch Unterarten, die schwer oder gar nicht auf eine Therapie ansprechen – trotz aller medizinischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte.

Mithilfe der ERC-Förderung wollen Pfister und sein Team über 30.000 Gewebeproben aus mehr als 100 unterschiedlichen Hirntumorarten mit modernsten Analyse- und IT-Techniken untersuchen. Dabei berücksichtigen die Wissenschaftler nicht nur molekulare Unterschiede zwischen den Tumorarten, sondern auch verschiedene Krebsentwicklungsstadien. Um die biologischen Ursachen der Tumorentwicklung besser zu verstehen, wollen die Forscher umfangreiche Vergleiche zwischen gesundem Hirngewebe und Tumorgewebe anstellen. Aus den gefundenen Unterschieden ziehen sie Rückschlüsse auf die Ursachen der Tumorentwicklung, um Hinweise auf neue Behandlungsansätze zu bekommen.

Kindliche Krebsarten unterscheiden sich häufig fundamental von den unter dem Mikroskop ähnlich oder gleich aussehenden Krebsarten im Erwachsenenalter. Die Erkenntnisse der Krebsforschung im Erwachsenenbereich lassen sich daher nicht 1:1 auf die Kinderonkologie übertragen. „Es ist wichtig, dass wir die Kinderkrebsforschung weiter vorantreiben und so die Biologie kindlicher Tumorarten besser verstehen lernen, damit auch den rund 20 Prozent krebskranken Kindern geholfen werden kann, für die es bisher keine passende Behandlungsmethode gibt“, erklärt Pfister. „Die Förderung unseres Projektes BRAIN-MATCH durch das ERC leistet dabei einen wichtigen Beitrag.“ Das Projekt wird über fünf Jahre laufen und über den ERC Grant mit einem Volumen von zwei Millionen Euro gefördert.

Der Europäische Forschungsrat hat 2018 im Rahmen des Horizon 2020 Projektes insgesamt 291 Consolidator Grants mit einem Gesamtvolumen von 573 Millionen Euro bewilligt. 25 gingen an deutsche Wissenschaftler.

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KiTZ Direktor Stefan Pfister erhielt einen Consolidator Grant des ERC.

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Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)
Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine kinderonkologische Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg. Wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, das sich auf Erwachsenenonkologie konzentriert, orientiert sich das KiTZ in Art und Aufbau am US-amerikanischen Vorbild der so genannten „Comprehensive Cancer Centers“ (CCC).
Das KiTZ ist gleichzeitig Therapie- und Forschungszentrum für onkologische und hämatologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Es verfolgt das Ziel, die Biologie kindlicher Krebs- und schwerer Bluterkrankungen wissenschaftlich zu ergründen und vielversprechende Forschungsansätze eng mit der Patientenversorgung zu verknüpfen – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Krebskranke Kinder, gerade auch diejenigen, für die keine etablierten Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, bekommen im KiTZ einen individuellen Therapieplan, den Experten verschiedener Disziplinen in Tumorkonferenzen gemeinsam erstellen. Viele junge Patienten können an klinischen Studien teilnehmen und erhalten damit Zugang zu neuen Therapieoptionen. Beim Übertragen von Forschungserkenntnissen aus dem Labor in die Klinik übernimmt das KiTZ damit Vorbildfunktion.

Das KiTZ mit neuem Webauftritt
Unter www.kitz-heidelberg.de sind ab sofort umfassende Informationen für Patienten und Angehörige, Ärzte und Wissenschaftler sowie für Unterstützer des KiTZ verfügbar. Auch das Corporate Design des KiTZ wurde leicht angepasst. Ein eigener Webshop sowie eine Facebookseite sind in Planung.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, interessierte Bürger und Fachkreise über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit fast 2.000 Betten werden jährlich rund 65.000 Patienten vollstationär, 56.000 mal Patienten teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der Deutschen Krebshilfe hat das Universitätsklinikum Heidelberg das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg etabliert, das führende onkologische Spitzenzentrum in Deutschland. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.700 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg. www.klinikum-heidelberg.de

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