EPO in der Wundbehandlung: MHH-Forscher entwickeln Therapiekonzept ohne Nebenwirkungen

Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist es erstmals gelungen, in der Wundheilung eine neue nebenwirkungsfreie Therapiestrategie mit dem körpereigenen Hormon Erythropoietin (EPO) zu entwerfen. In einer aktuellen interdisziplinären Studie an der MHH zur Wundtherapie bei Diabetischem Fußsyndrom wollen die Forscher zeigen, dass schwere chronische Wunden bei Patienten mit Diabetes Typ I und II unter der Gabe des Medikaments EPO wesentlich schneller abheilen als unter konventioneller Behandlung. Die wissenschaftlichen Ergebnisse weisen darauf hin, dass EPO – auch in sehr niedrigen Dosierungen – durch die Bildung und Ausschwemmung von Stammzellen aus dem Knochenmark zur Regeneration von Verletzungen und Organschäden einen positiven Einfluss auf die Wundheilung hat. Das verhilft dem Medikament zu neuen therapeutischen Einsatzmöglichkeiten.

Das körpereigene Glykoprotein EPO wird von der Niere gebildet und reguliert als Wachstumsfaktor die Entstehung der roten Blutkörperchen. Die Fähigkeit zur allgemeinen Leistungssteigerung hat EPO den zweifelhaften Ruf eines Dopingmittels beschert.

Wir laden interessierte Medienvertreter ein, an dem Pressegespräch teilzunehmen am

Mittwoch, 24. März 2010
im Konferenzraum an der MHH-Lounge, Ladenpassage
(Eingang Degussa-Bank), Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover.

Ihre Gesprächspartner sind:

Professor Dr. Hermann Haller, Direktor der MHH-Klinik für
Nieren- und Hochdruckerkrankungen

Dr. Dr. Wolfgang Rüdinger, Geschäftsführer der Epoplus GmbH & Co. KG

Professor Dr. Peter Vogt, Direktor der MHH-Klinik für Plastische,
Hand- und Wiederherstellungschirurgie

Martina Fischer-Dörre, Managerin Klinische Studien
der Epoplus GmbH & Co. KG

In Deutschland leiden schätzungsweise zehn Millionen Patienten an Diabetes. Aufgrund der Sekundärerkrankungen gewinnt die Volkskrankheit zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Zu den Folgerkrankungen gehören, neben dem Diabetischen Fußsyndrom, unter anderem Bluthochdruck, Herzinfarkt, Netzhautablösung bis hin zur Erblindung und die sogenannte Neuropathie. Dabei handelt es sich um Nervenschädigungen im Bereich der Extremitäten, die zu einem verminderten Schmerzempfinden und Taubheitsgefühl führen. Die durch Diabetes bedingte Durchblutungsstörungen entstandenen Wunden und Geschwüre werden von den Patienten zu spät bemerkt und können einen chronischen Verlauf nehmen. Im schlimmsten Fall droht die Amputation der betroffenen Gliedmaßen.
(idw, 03/2010)

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