Entzündungsforschung trägt preisgekrönte Früchte

Der Stiftungsrat der Schering Stiftung hat Prof. Dr. Sebastian Zeissig, Klinik für Innere Medizin I. am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, unter 44 Nominierungen als Preisträger für den Friedmund Neumann Preis ausgewählt. Die Auszeichnung, die mit 10.000 Euro dotiert ist, wird dem Immunologen am 23. September 2013 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften überreicht. „Mein wissenschaftliches Interesse gilt seit vielen Jahren den pathophysiologischen Grundlagen entzündlicher gastrointestinaler Erkrankungen“, sagt Zeissig, der auch Mitglied im Exzellenzcluster Entzündungsforschung ist.

Bereits während seiner Promotionsarbeit beschäftigte sich der Wissenschaftler mit den Krankheitsmechanismen bei Morbus Crohn, einer entzündlichen Darmerkrankung, die häufig im Jugendalter beginnt und chronisch verläuft. Er untersuchte die Rolle des intestinalen Epithels, einer Grenzschicht und Barriere zwischen dem körpereigenen Gewebe und der mikrobiellen Darmflora. Im Rahmen dieser Arbeiten konnte er erstmals die Mechanismen der Störung der intestinalen Barrierefunktion und ihren Beitrag zum Krankheitsverlauf bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aufzeigen und veranschaulichen, wie diese Barriere durch Blockade eines einzelnen Botenstoffes des Immunsystems, TNF-alpha, wiederhergestellt werden kann.

Später widmete Zeissig sich den immunologischen Aspekten intestinaler Erkrankungen. Dabei konnte er zeigen, dass eine seltene, bislang als Stoffwechselstörung bekannte Erkrankung namens Abetalipoproteinämie mit einer ausgeprägten Störung der Immunabwehr verbunden ist und somit als primäre Immundefizienz eingeordnet werden muss. „Diese Beobachtungen sind nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern werden vermutlich auch die künftige Therapie dieser Erkrankung beeinflussen“, sagt Zeissig.

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