Entwicklung von Wirkstoffen gegen Multiple Sklerose

MS, Multiple Sklerose,

Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch verlaufende entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, von der weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen betroffen sind. „Gängige MS-Therapien richten sich ausschließlich gegen die Entzündungsreaktion mit nur geringfügiger Wirksamkeit auf die fortschreitende Behinderung “, sagt Prof. Dr. Manuel Friese, Leiter des Instituts für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS) im UKE.

Multiple Sklerose – Therapeutika gegen das Absterben von Nervenzellen

An dem Niedergang der Nervenzellen ist der Ionenkanal Transient receptor potential melastatin 4 (TRPM4) beteiligt. Ionenkanäle sind Proteine, die geladenen Teilchen das Passieren von Zellmembranen ermöglichen. Die Rolle des TRPM4 bei Multipler Sklerose wurde von der Arbeitsgruppe von Prof. Friese erstmalig beschrieben. Der Kanal wies in Nervenzellen eine erhöhte, entzündlich vermittelte Aktivität auf und trug zum Untergang der Zellen bei. Wird der Kanal blockiert, kann dagegen das Ausmaß des Zellschadens verringert werden. Ziel des BMBF-geförderten Projekts ist es, mehr über TRPM4 als mögliche Zielstruktur und bereits vorhandene Wirkstoffkandidaten zu erfahren, um durch die Blockierung von TRPM4 den Nervenschaden zu verringern, der für die fortschreitende Behinderung bei der MS verantwortlich ist.

Wirkstoffentwicklung gegen Multiple Sklerose

Das Verbundprojekt wird gemeinsam vom UKE und dem ScreeningPort des Fraunhofer IME realisiert. Um spätere klinische Studien zu ermöglichen, untersuchen die Institutionen die molekularen Eigenschaften von TRPM4 und die Wirkstoffkandidaten in verschiedenen präklinischen Modellen. „Wir wollen TRPM4 als geeignete Zielstruktur für die neu entwickelten Wirkstoffkandidaten validieren. Damit könnten sie zu den ersten auf dem Markt erhältlichen MS-Therapeutika weiterentwickelt werden, mit denen sich der Untergang von Nervenzellen verhindern lässt“, beschreibt Projektkoordinator Dr. Philip Gribbon vom Fraunhofer IME ScreeningPort das längerfristige Ziel. „Wir möchten mit diesem Vorhaben den Weg von der akademischen Idee bis hin zur Marktreife eines neuen Therapeutikums gehen und damit die Brücke schlagen zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung.“

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Manuel Friese
Institut für Neuroimmunologie und Multiple Sklerose (INIMS)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Falkenried 94
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-56615
m.friese@uke.de

Dr. Philip Gribbon
Fraunhofer IME ScreeningPort
Schnackenburgallee 114
22525 Hamburg
Telefon: 040 303764-271
philip.gribbon@ime.fraunhofer.de


Neue Therapie-Chancen für Multiple Sklerose in Sicht

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