Engagement für neue Zugangswege ohne Abitur

An der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) verleiht deren Förderverein seinen Innovationspreis am 1. Dezember 2015 an Prof. Dr. Michaela Röber, Prodekanin, Projektleiterin „MainCareer – Offene Hochschule“ und Professorin für Pflegemanagement am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Röber erhält den mit 2.000 Euro dotierten Preis für besondere Leistungen bei der Entwicklung der Hochschule und der Umsetzung des Leitbildes. Den Festvortrag hält Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration.

„Mit Michaela Röber ehren wir die Leiterin des Projekts ,MainCareer – Offene Hochschule‘ an der Frankfurt UAS. Sie verantwortet damit ein Projekt, das essentiell für die Profilbildung dieser Hochschule in einem ihrer Kernkompetenzfelder, dem Bereich Pflege und Pflegemanagement, ist, und hochschulübergreifend Pionierarbeit in der Erschließung neuer Bildungswege und alternativer Zugangsoptionen zu einer akademischen Ausbildung geleistet hat und leistet“, betont Prof. Dr. Frank E.P. Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. „Das Projekt hat damit in den vergangenen vier Jahren wichtige Impulse gegeben und Erfolge erzielt, um die Öffnung der Hochschule für berufserfahrene Interessenten voranzutreiben und wird diese Arbeit in den kommenden zwei Jahren zielgerichtet fortsetzen. Dies ist ganz wesentlich Röbers Verdienst, die das Projekt mit Wissen und Erfahrung zu Erfolgen geführt hat.“ Zudem spiele das Projekt eine zentrale Rolle, um eines der wichtigen strategischen Ziele der Hochschule zu erreichen: die Frankfurt UAS als erste Adresse für lebenslanges Lernen in der Region zu etablieren.

Mit dem Projekt „MainCareer – Offene Hochschule“ soll die Durchlässigkeit zwischen beruflichen und hochschulischen Ausbildungswegen erhöht werden sowie berufsbegleitende Weiterbildungsangebote und Studiengänge geschaffen werden. Des Weiteren stehen im Fokus des Projekts Beratungsangebote zu Anrechnungsfragen von beispielsweise während einer Ausbildung erworbenen berufspraktischen Kompetenzen und die Verbesserung der Studienbedingungen für heterogene Studierendengruppen durch orts- und zeitunabhängige Lehrformate. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ in einer zweiten Förderphase von 2015 bis 2017 mit 1,9 Mio. Euro. In dieser Phase sollen die bislang entwickelten Konzepte und Angebote nachhaltig an der Frankfurt UAS verankert werden. In der ersten Förderphase von Oktober 2011 bis März 2015, die mit 2,1, Mio. Euro gefördert wurde, stand die Entwicklung eines Konzepts mit Pilotcharakter zur Öffnung der Hochschule für berufserfahrene Erzieher/-innen und Pflegekräfte im Mittelpunkt. Da die Frankfurt UAS seit langem eine wichtige Rolle bei der Akademisierung der Pflegeausbildungswege und der Weiterqualifizierung von Erziehenden spielt, lag es auf der Hand, diesen Zweig auch als erstes anzugehen.
Weitere Informationen zum Projekt unter:

Auf drei wichtige Teilerfolge des Projektteams ist Röber besonders stolz, „da die Frankfurt UAS im Rahmen des Projekts in den gesellschaftlich so wichtigen Feldern der frühkindlichen Bildung und pflegerischen Versorgung zukunftsweisende Modelle der Verzahnung beruflicher und akademischer Bildung entwickelt und umgesetzt hat“:
1. Der Prozess zur Umsetzung des Verfahrens zur Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen (AAEK) wurde im Kontext mit einer Änderung der allgemeinen Bestimmungen für Prüfungsordnung vereinfacht und damit die Möglichkeit, auf Basis beruflicher Erfahrung in eine akademische Ausbildung an der Frankfurt UAS einzusteigen, erheblich erleichtert. Ein erstes pauschales Anrechnungsverfahren, AnKE, wurde für Erzieherinnen und Erzieher auf den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit umgesetzt. Bislang studieren in diesem Studiengang rund 250 Anrechnungsstudierende; die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) würdigte AnKE im Mai 2013 als bundesweites Best-Practice-Beispiel.

2. Ein zweites pauschales Anrechnungsverfahren, die Anrechnung der Pflegeausbildung auf den Bachelor-Studiengang Pflege für Absolvent(inn)en kooperierender Altenpflege- sowie Gesundheits- und Krankenpflegeschulen aus der Region wird im Wintersemester 2015/16 erstmals angewandt; auch dieses Verfahren wurde im August 2015 in die Best-Practice-Liste der HRK aufgenommen.

3. Für die Weiterbildung „Fachpflege Psychiatrie“ wird seit dem Wintersemester 2015/16 ebenfalls ein pauschales Anrechnungsverfahren angewendet: berufliche Kompetenzen und Erfahrungen werden auf den Bachelor-Studiengang Pflege- und Case Management angerechnet. Und mehr noch: erfolgreiche Absolvent(inn)en dieser Weiterbildung, die bislang keine Hochschulzugangsberechtigung hatten, erwerben diese somit.

„,MainCareer‘ ist eines der Leuchtturmprojekte der Frankfurt UAS. Als praxisorientierte Hochschule greifen wir hiermit die Bedarfe unserer regionalen Praxispartner nach systematischer berufsfeldbezogener Akademisierung auf. Michaela Röber steht zum einen vorbildlich für die Idee des Projektes ein, zum anderen spiegelt auch ihre eigene berufliche Entwicklung das Thema Aufstieg durch Bildung – wenn auch nicht ohne Abitur als Basis – wider: von einer Ausbildung als Diplom-Verwaltungswirtin bis in eine verantwortungsvolle Leitungsposition an der Hochschule“, so Wolfgang Janke, Vorsitzender des Fördervereins. Zudem habe das Projekt auch ganz wichtige interne Aspekte: Drei von vier Fachbereichen sind in dem Projekt engagiert. „Wir stellen mit großer Freude fest, dass die Arbeit, die zunächst vor allem am und für den Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit geleistet wurde, auch auf großes Interesse in anderen Fachbereichen stößt“.

Michaela Röber, geb. 1967 in Hildesheim, machte ihr Abitur 1986 in Hanau und begann dann eine Ausbildung zur Dipl. Verwaltungswirtin. Von 1994 – 2004 war sie als Abteilungsleiterin in der AOK Hessen verantwortlich für den Aufbau und die Umsetzung der Pflegeversicherung (Leistungs- und Vertragsrecht). 2001 – 2003 absolvierte sie ein berufsbegleitendes Promotionsstudium an der Universität Gießen (Fachbereich Gesellschaftswissenschaften, Schwerpunkt vergleichende Sozialpolitik). Von 2004 bis 2006 war sie an der Fachhochschule Frankfurt als Juniorprofessorin im Bereich Pflegemanagement tätig. 2006 wurde sie an der Universität Gießen zur Dr. rer. Soc . promoviert (Thema: „Wohlfahrtspluralismus und häusliche Pflegearrangements“). Seit 2007 ist sie Professorin an der Frankfurt UAS im Bereich Pflegemanagement mit den Schwerpunkten Projektmanagement, Finanzierung von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, aktuelle Rechtsfragen und Organisationsentwicklung. Von 2010-2012 Studiendekanin, seit März 2012 Prodekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit.

Der Innovationspreis des Fördervereins der Frankfurt University of Applied Sciences e.V. wird an Professorinnen und Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Frankfurt University of Applied Sciences verliehen, die sich durch herausragende Leistungen in einem der folgenden Bereiche auszeichneten: für herausragende Leistungen in Lehre und Weiterbildung, in Forschung/Entwicklung/Transfer oder bei der Entwicklung der Hochschule und der Umsetzung des Leitbildes. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine vom Vorstand des Fördervereins für jeweils vier Jahre bestellte Jury. Sie besteht aus Mitgliedern des Fördervereins und Vertreter(inne)n der Hochschule sowie des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Frankfurt UAS. Weitere Informationen unter:

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Geschäftsführung Förderverein, Monika Rosenberger, Telefon: 069/1533-2166

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