Emmanuelle Charpentier erhält Otto-Warburg-Medaille 2016

Frankfurt a.M., 29. September 2015 – Die Gewinnerin der Otto-Warburg-Medaille 2016 steht fest: Die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier wird am 1. April kommenden Jahres die renommierte Auszeichnung erhalten. Damit ehren die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und ihre Partner Elsevier und Biochimica et Biophysica Acta (BBA) die Wissenschaftlerin für ihre Entwicklung einer Methode, mit der sich fehlerhafte DNA-Sequenzen korrigieren lassen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro wird in die Forschung der für den Nobelpreis gehandelten Wissenschaftlerin fließen.

“Die Otto Warburg Medaille wurde in der Vergangenheit bereits vielen herausragenden Wissenschaftlern verliehen und ich fühle mich sehr geehrt, dass meine Arbeit um das CRISPR-Cas9 System mit diesem angesehenen Preis ausgezeichnet wird. Ich bin meinem gesamten Team für ihren großen Einsatz und Enthusiasmus sehr dankbar und hoffe, dass unsere Entdeckungen viele junge Wissenschaftler dazu motivieren eine Karriere in der Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften einzuschlagen“, so Emmanuelle Charpentier.

Die Entdeckung der Wissenschaftlerin ist ein Meilenstein für die Molekularbiologie und wird das Leben vieler Menschen nachhaltig positiv beeinflussen: Emmanuelle Charpentiers Erkenntnisse können dabei helfen, Erbkrankheiten oder chronische Krankheiten wie Aids oder Krebs besser zu behandeln. So konnte sie nachweisen, dass Bakterien dank einer Art „molekularer Schere“ in der Lage sind, eingeschleustes fremdes Erbgut wieder herauszuschneiden. Diesen Mechanismus entwickelte Emmanuel Charpentier zu einem molekularbiologischen Werkzeug, das für neue Behandlungsmöglichkeiten schwerwiegender menschlicher Krankheiten dient.

„Wir freuen uns sehr, eine so bedeutende Wissenschaftlerin mit der Otto-Warburg-Medaille auszeichnen zu dürfen“, so Prof. Johannes Buchner, Präsident der GBM. „Die Erkenntnisse Emmanuelle Charpentiers unterstreichen, wie wichtig die Grundlagenforschung ist. Durch sie wurde es erst möglich, neue Konzepte für das genome editing zu entwickeln. Von dieser Technologie profitiert nun die Wissenschaft und es sind in Zukunft auch medizinische Anwendungen denkbar.“

Die Otto-Warburg-Medaille unterstreicht die Bedeutung exzellenter wissenschaftlicher Forschung gegenüber dem Forschernachwuchs und der Öffentlichkeit. „Emmanuelle Charpentier ist eine beeindruckende Wissenschaftlerin, deren Forschungsergebnisse vielen schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen Hoffnung geben und Ausgangspunkt für weitere Fachliteratur im Bereich der Zellforschung sind“, sagt Dolors Alsina, Executive Publisher bei Elsevier/BBA. „Noch immer sind Frauen in der Wissenschaft weit weniger vertreten als Männer. Umso mehr freut es uns, dass wir mit der Otto-Warburg-Medaille 2016 eine Wissenschaftlerin auszeichnen, die junge Nachwuchsforscherinnen dazu inspiriert und ermutigt, in der Wissenschaft tätig zu sein.“

Unter den bisherigen Preisträgern der Otto-Warburg-Medaille sind führende internationale Wissenschaftler wie Prof. Randy Schekman von der University of California, Berkeley, der zum Jubiläum des Wissenschaftspreises im Oktober 2013 mit der Medaille und im gleichen Jahr mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Die Otto-Warburg-Medaille wird bereits seit 1963 vergeben und genießt großes internationales Ansehen. Seit 2012 ist der Wissenschaftsverlag Elsevier gemeinsam mit der führenden Fachzeitschrift Biochimica et Biophysica Acta (BBA) exklusiv Kooperationspartner der Otto-Warburg-Medaille und sponsert die Auszeichnung.

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