Emeritierter Kieler Pathologe erhält Deutschen Krebspreis

„Günter Klöppel hat etwas geschafft, was einen Krebspreis würdig ist: Eine über die Emeritierung hinausreichende, ungebrochene translationale Forschungsleistung im Themenkomplex zweier hochgradig komplexer Krankheitsgruppen, den Tumoren des Pankreas und des neuroendokrinen Systems“, sagte Professor Christoph Röcken, Direktor des Instituts für Pathologie der CAU, in seiner Laudatio bei der Preisverleihung. „Diese Tumorentitäten sind im Vergleich zu Lungen-, Brust- und Prostatakrebs selten und deren Erforschung ist schon rein anatomisch erschwert. Umso mehr verdient diese ungebrochene Forschungsleistung unsere höchste Anerkennung.“ 1995 ist Günter Klöppel dem Ruf an die CAU gefolgt und wurde Direktor des Instituts für Pathologie, das er 14 Jahre lang bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2009 leitete.

Günter Klöppel leistete bahnbrechende Arbeit auf dem Gebiet der Pathologie und der Charakterisierung von Tumoren der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und des neuroendokrinen Systems. Hier hat er durch seine jahrzehntelange Forschung (über 600 Originalarbeiten) ganz wesentlich das Verständnis von der Entstehung und der Vielfalt dieser Tumoren verbessert. Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der heimtückischsten Krebsarten, an der in Deutschland ca. 15.500 Patientinnen und Patienten jährlich sterben. Der Preisträger beschrieb und klassifizierte spezielle Pankreastumoren, deren Vorläuferläsionen aber auch die hormonproduzierende Tumoren im Verdauungssystem. Seine Forschungsergebnisse führten zum Beispiel zu einer Hypothese über die schrittweise molekulare Entstehung dieser Tumoren aus frühen und späten Stammzellen. Er war ein wichtiger Motor der Pankreaskrebsforschung in Kiel.

Neben Klöppel sind bereits drei CAU-Professoren Träger des Deutschen Krebspreises: Professor Walter Jonat, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Professor Axel Hauschild, Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie sowie Professor Martin Schrappe, Klinik für Allgemeine Pädiatrie. Stifter dieses Wissenschaftspreises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. Die Auszeichnung wird jährlich zu gleichen Teilen für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum in den Kategorien experimentelle onkologische Grundlagenforschung (experimenteller Teil), translationale Forschung (Transfer experimenteller Forschungsergebnisse in den klinischen Bereich) sowie Tumordiagnostik und -behandlung (klinischer Teil). Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert.

Kontakt:
Prof. Christoph Röcken
Institut für Pathologie
Tel.: 0431/597-3400
E-Mail: christoph.roecken@uksh.de

Dr. Ann-Kathrin Wenke
Dekanat der Medizinischen Fakultät
Tel.: 0431/880-2126
E-Mail: wenke.dekanat@med.uni-kiel.de

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