Emanuela Dalla Vecchia-Preise 2010 vergeben

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) hat gemeinsam mit der Stiftung für Seelische Gesundheit und der Stiftung Depressionsforschung zum zweiten Mal den Preis zur Erforschung von Depressivität bei psychischen Erkrankungen – Emanuela Dalla Vecchia Preis – vergeben. Der Preis, der im Rahmen der DGPPN-Jahrestagung am 25. November 2010 in Berlin verliehen wurde, soll für einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer Forschungseinrichtung im Inland oder im Ausland genutzt werden. Der diesjährige Preisträger ist Dr. med. Jan Philipp Klein von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Er beschäftigt sich mit der Untersuchung innovativer therapeutischer Ansätze bei depressiven Störungen. Mit dem Preisgeld von 15.000 Euro wird sein Vorhaben gefördert, ein Online-Selbsthilfeprogramm zur Behandlung depressiver Patienten während der Wartezeit vor einer ambulanten Psychotherapie zu evaluieren. Die langen Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz stellen eine erhebliche Versorgungslücke dar. Mit Hilfe des individualisierten Online-Selbsthilfeprogramms „Deprexis“ soll die Versorgung dieser Patien-tengruppe somit verbessert werden.

Mit dem Emanuela Dalla Vecchia-Preis für Studierende soll der Nachwuchs in ihrem Promotionsvorhaben unterstützt und zu einer wissenschaftlichen Karriere motiviert werden. In diesem Jahr wurden die Medizinstudentinnen Sophia Elisabeth Fitzgerald und Christine Lena Seiberling von der Klinik für Kinderheilkunde I am Universitätsklinikum Essen ausgezeichnet. Das Preisgeld von 5.000 Euro kommt ihrem Forschungsvorhaben zugute, posttraumatische Belastungsstörungen bei Müttern und Vätern extrem frühgeborener Kinder unter 32 Schwangerschaftswochen zu untersuchen. Weiter möchten die Doktorandinnen her-ausfinden, ob und wie Stress und Depressivität bei Müttern und Vätern sich in einer solchen Situation unterschiedlich darstellen. Bislang konzentrierten sich die existierenden Studien vornehmlich auf die Untersuchung von Stressreaktionen nach der Geburt bei der Mutter. Die Ergebnisse der Studie sollen in ein Therapiekonzept einfließen, wonach Paare mit Risiko-schwangerschaften frühzeitig psychologisch betreut werden – etwa in Form einer spezialisierten Elternberatung.

Die Preise werden von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für seelische Gesundheit und der Stiftung Depressionsforschung verliehen. Die Stiftung für seelische Gesundheit fördert die seelische Gesundheit der Bevölkerung und setzt sich für die Verbesserung der Versorgung psychisch kranker Menschen ein. Die Stiftung Depressionsforschung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Depressionen zu erforschen und zu ergründen, um neue Behandlungs-methoden und Medikamente im Kampf gegen diese Krankheit zu finden. Dies schließt u.a. die Erforschung der psychosozialen Dimension, der psychosozialen Auswirkungen sowie der Versorgungs- und Behandlungsstrukturen für Menschen mit depressiven Störungen ein. Bewerbungen aus diesem Themenspektrum sind besonders willkommen.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Tel.: 0241-80 89633
Fax: 0241-80 82401
E-Mail: fschneider@ukaachen.de

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