Else Kröner-Promotionskolleg fördert wissenschaftlichen Nachwuchs an Dresdner Medizinfakultät

Die aktuell gültige Approbationsordnung für Ärzte verfolgt vorrangig das Ziel, einen klinisch und praktisch einsatzfähigen Arzt auszubilden. „Wissenschaftsinhalte sind im Pflichtstudium nicht adäquat vorgesehen“, sagt Prof. Andreas Deußen, Prodekan für Forschung an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus. Aus seiner Feder stammt der erfolgreiche Antrag für das Promotions-Kolleg.

Dem dringlichen Bedarf an wissenschaftlich besonders geschulten Medizinern hat die Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden bereits seit 2007 mit der Einrichtung eines strukturierten fakultativen Promotionsprogramms entsprochen. Leider konnte im Rahmen dieses durchaus erfolgreichen Programms den Medizinstudierenden, die für eine anspruchsvolle Promotionsarbeit ihr sehr eng strukturiertes Studium unterbrechen mussten, keine materielle Grundsicherung in der Promotionszeit angeboten werden. Dieses Defizit haben die Studierenden im Rahmen einer Umfrage im Dezember 2011 klar zum Ausdruck gebracht. Zwar möchten 50 Prozent der Studierenden ein oder zwei Urlaubssemester für eine Promotion einplanen, wenn eine adäquate Finanzierung zur Verfügung steht. Nur zehn Prozent sind dazu aber bereit, wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt ist.

Mit dem Else Kröner-Promotionskolleg möchte die Medizinische Fakultät die Qualität medizinischer und zahnmedizinischer Promotionen und die Befähigung zur eigenständigen und erfolgreichen Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen weiter steigern. Für die Betreuung der Studierenden im Promotionskolleg (Kollegiaten) ist ein Promotionskomitee vorgesehen. Hiermit wird die in der Medizin und vielen anderen Wissenschaften zurzeit noch bestehende Regel der Einzelbetreuung durch einen Hochschullehrer verlassen. Die Betreuung durch drei erfahrene Wissenschaftler erlaubt eine umfassendere fachliche und inhaltliche Betreuungskompetenz. Die Betreuer im Promotionskolleg definieren gemeinsam mit dem Kollegiaten Meilensteine, wodurch der Projektfortschritt regelmäßig dokumentiert wird. Außerdem wird hiermit die zielorientierte Eigenständigkeit der Studierenden in der Durchführung eines Forschungsprojektes gefördert. Auch die eigenständige Verwendung von Projektmitteln kann von den Kollegiaten erlernt werden.

Die Auswahl der Kollegiaten erfolgt leistungsbezogen. Neben ihrer eigentlichen Promotionsarbeit nehmen die Kollegiaten an fachnahen Laborkurse und Seminar-reihen teil, um vertiefte Kenntnisse zum wissenschaftlichen Umfeld des Promotionsthemas zu erhalten. Ergänzt werden diese Veranstaltungen durch Kurse zu Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens, zum methodischen Vorgehen und zu „soft skills“.

Begleitend werden die Maßnahmen überprüft und die Programmeffekte in einer prospektiv angelegten Studie gemessen. Daraus möchten die Dresdner Erkenntnisse ableiten, in welchem Umfang eine Teilnahme am Promotionskolleg zu einer bevorzugten Berufswahl im Bereich der Hochschulmedizin führt und eine Wissenschaftskarriere gefördert wird.

Kontakt:
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden
Prodekan für Forschung / Direktor des Instituts für Physiologie
Prof. Dr. Andreas Deußen
Tel. 0351/ 4 58 60 20, Fax 0351/ 4 58 63 01
E-Mail andreas.deussen@tu-dresden.de

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