Elektronenmikroskopiker aus Saarbrücken international ausgezeichnet

Die von de Jonge entwickelte Elektronenmikroskopie-Technik „Liquid-STEM“ wird in der Chemie, den Materialwissenschaften und der Biologie verwendet, um Proben mit räumlicher Auflösung im Nanometerbereich abzubilden. Damit lassen sich zum Beispiel Prozesse an Batterie-Elektroden in flüssigen Elektrolyten, Nanopartikelwachstum in Flüssigkeit oder Eiweißkomplexe in ganzen Zellen in ihrer natürlichen wässrigen Umgebung untersuchen.

Der Biophysiker wurde zum zweiten Mal für seine Elektronenmikroskopie-Technik ausgezeichnet. Er erhielt bereits im April in den USA den Innovation in Materials Characterization Award der Materials Research Society.

STEM bedeutet „Scanning Transmission Electron Microscopy“ und ist ein Verfahren, bei dem mit einem Elektronenstrahl dünne Schichten „durchleuchtet“ (transmission) und im Rasterverfahren (scanning) abgebildet werden. Liquid STEM bezieht sich auf die Anwendung des STEM- Verfahrens für Proben in Flüssigkeit.

„Wir benutzen dieses neue Mikroskopieverfahren, um zum Beispiel Brustkrebszellen zu untersuchen und neue Einsichten zu bekommen, die zur Verbesserung von Medikamenten führen können. Zudem untersuchen wir Vorgänge an Calciumkanälen in Zellmembranen. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Botenstoffen in die Zelle“, sagt der Elektronenmikroskopie-Experte.

Professor de Jonge leitet seit Januar 2012 den Programmbereich Innovative Elektronenmikroskopie am INM. Seit 2013 ist er außerdem Honorarprofessor für Experimentalphysik an der Universität des Saarlandes. Davor war er Assistant Professor Biophysik an der Vanderbilt University School of Medicine, Nashville, Tennessee, USA. Er hat in Amsterdam, Niederlande, Experimentalphysik studiert und 1999 in Biophysik an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg promoviert.

Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien mit Sitz in Saarbrücken ist ein internationales Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Die Forschung am INM gliedert sich in die drei Felder Nanokomposit-Technologie, Grenzflächenmaterialien und Biogrenzflächen. Vier Leitthemen bestimmen dabei die aktuellen Entwicklungen: Neue Materialien für Energieanwendungen, Neue Konzepte für medizinische Oberflächen, Neue Oberflächenmaterialien für tribologische Systeme sowie Nano-Sicherheit und Nano-Bio.
Das INM ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt rund 220 Mitarbeiter.

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