Eine Staplerfahrerin geht ihren Weg

(djd). Allein unter Männern: Diese Erfahrung machen noch immer viele Frauen, die sich in Berufe wagen, die traditionell von den Herren der Schöpfung dominiert werden. So waren 2011 nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) von gut 60.000 Kfz-Mechatroniker-Azubis gerade einmal 663 Frauen. In anderen typischen Männerberufen sieht es ähnlich aus: Nur 30 der 4.000 neuen Ausbildungsverträge für Maurer wurden von Frauen abgeschlossen, bei den Zimmerleuten waren von knapp 7.000 Azubis nur 99 weiblich. Speziell die Handwerksberufe sind und bleiben nach Auskunft des BIBB eine Männerdomäne.

Einzige Frau in der Verladehalle

Silke Schnöde arbeitet bei der Brauerei C. & A. Veltins in einem Beruf, in dem sonst nur Männer sind. „Ich wollte schon immer einen handwerklichen Beruf ausüben und mit anpacken dürfen“, erklärt die 34-Jährige. Sie ist die einzige Staplerfahrerin in der Brauerei und arbeitet in der Verladehalle. Dabei kümmert sie sich vor allem um das Be- und Entladen der Lkw. Eine wichtige Voraussetzung für den Job sei gutes räumliches Vorstellungsvermögen. „Sonst ist es schwierig, sich mit dem Stapler durch die Halle zu bewegen und die Paletten richtig zu packen“, betont Schnöde.

Ausbildungsbeste – und trotzdem erst mal keinen Job

Auch Denise Steidl hatte für einen typischen Frauenberuf nichts übrig: Die 31-Jährige ist seit kurzem als Maschinen- und Anlagenführerin in der sauerländischen Brauerei beschäftigt. Obwohl Steidl als beste Absolventin in Nordrhein-Westfalen ihre Ausbildung beendete und alle Männer hinter sich ließ, bekam sie zunächst einmal keinen Job. „Viele Unternehmen scheinen immer noch Bedenken zu haben, eine Frau in Handwerksberufen arbeiten zu lassen“, ärgerte sich Steidl damals. Bei Veltins ist sie nun vor allem für die Anlagensteuerung einer Abfüllanlage verantwortlich. Aber auch die Fehlerbehebung und die Kontrolle gehören zu ihrem Tätigkeitsbereich. „Ich finde das Arbeiten mit den Jungs sehr angenehm“, lacht Steidl: „Vielleicht sind sie zu Frauen sogar ein bisschen hilfsbereiter als untereinander …“

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