Eine Landkarte für das Gehirn

Am 11. März 2011 verlieh die Medizinische Fakultät der Universität Rostock die Ehrendoktorwürde an Professor Dr. Karl Zilles, einen bekannten Mediziner und Neurowissenschaftler. Professor Zilles leitet das Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich sowie das C. & O. Vogt-Institut an der Universität Düsseldorf. Er hat sich insbesondere um die so genannte Hirnkartierung verdient gemacht, bei der mittels moderner Bildgebung etwa durch Einsatz von Computertomographen eine Art Landkarte für die verschiedenen Hirnregionen angelegt wird.

„Professor Zilles ist der herausragende Neurowissenschaftler in Deutschland“, betont Professor Dr. Andreas Wree, Direktor des Instituts für Anatomie an der Universität Rostock. Bei seinem Vorhaben einer umfassenden Hirnkartierung arbeite er nicht nur mit gesunden Probanden, sondern auch mit Menschen, die unter neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen leiden. „Professor Zilles verbindet dabei Elemente der Spitzenforschung und der Grundlagenforschung mit klinischer Forschung in einzigartiger Weise“, so Professor Wree, der der Kommission zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Professor Zilles angehört.

Die nationale und internationale Bedeutung von Professor Zilles lasse sich an einigen höchst beeindruckenden Zahlen ablesen, so Professor Wree. „Professor Zilles ist der meistzitierte nicht-klinische Wissenschaftler und Anatom im deutschsprachigen Raum. Weltweit wird er aktuell unter den 100 meistzitierten Wissenschaftlern in der Kategorie Neurowissenschaften geführt und ist damit der bestplatzierte deutschsprachige Wissenschaftler.“ Aus der Feder von Professor Zilles und seiner Arbeitsgruppe stammt ein bemerkenswertes Schriftenwerk. Der Wissenschaftler ist Autor oder Ko-Autor von mehr als 70 Büchern und Buchbeiträgen. Hinzu kommen mehr als 500 Originalarbeiten und fast 600 veröffentlichte Vorträge sowie 15 Erfindungsmeldungen oder Patente.

Seit 2003 ist Professor Zilles Sprecher des Programms „Function and Dysfunction of the Nervous System: From Molecules to Systems“ der Helmholtz-Gemeinschaft der Forschungszentren und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Er koordiniert die Forschungen zu diesem Thema am Forschungszentrum Jülich und dem Max-Delbrück-Zentrum Berlin.

Kontakt:
Professor Dr. Andreas Wree
Tel. 0381 494-8401
e-mail: andreas.wree@uni-rostock.de

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