Eine besondere Aufgabe – Verstärkung für die Klinikseelsorge am Universitätsklinikum Ulm

„Glück, Trauer, Verzweiflung, Hoffnung, Wut – all diese Gefühle sind Teil unseres Lebens“, sagt Pfarrerin Christa Leidig, die am 28. Februar in ihr Amt als Klinikseelsorgerin am Universitätsklinikum Ulm eingeführt wird. „In schwierigen Lebensphasen wie etwa in Zeiten von Krankheit will ich den Menschen einen Raum geben für diese ambivalenten Erfahrungen – im Zuhören und Reden, im Dasein, in der Stille und auch im Gebet.“ Dass in der Klinikseelsorge ihre Zukunft liegt, war der 50-Jährigen, die Evangelische Theologie in Neuendettelsau, Heidelberg und Dublin studiert hat, bereits früh klar: Direkt im Anschluss an ihr Vikariat absolvierte sie eine Weiterbildung in der Klinikseelsorge und entdeckte dort ihre Leidenschaft für diese wichtige Aufgabe. Nach einer Projektstelle in der Altenheimseelsorge und ihrer Arbeit als Gemeindepfarrerin, arbeitete Leidig zuletzt in einer Rehabilitationsklinik für chronisch kranke Kinder und Erwachsene im schweizerischen Davos.

„Die Stelle als Klinikseelsorgerin am Michelsberg ist nun eine neue Herausforderung für mich. An einer Universitätsklinik rücken akute, auch lebensbedrohende Krankheitssituationen in den Fokus. Es gibt spezielle Möglichkeiten der Therapie, aber auch Abschiednehmen und Sterben gehören zum Klinikalltag. Menschen im Leben und im Sterben zu begleiten ist mein Anliegen in der Seelsorge – in der Kinderklinik, wo das Leben am Anfang steht, wird dies eine besondere Aufgabe sein“, erklärt die Pfarrerin. Am Michelsberg wird Christa Leidig zukünftig das Evangelische Pfarramt II besetzen, wo sie unter anderem die Kinderklinik und die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe betreuen wird. Bei ihrer neuen Aufgabe freue sie sich vor allem auf den Austausch und die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit all denen, die sich um das Wohl der kleinen und erwachsenen Patientinnen und Patienten und ihres Umfelds kümmern.

Der zweite Neuzugang des Ulmer Seelsorgeteams, Pfarrer Martin Enz, leitet bereits seit Ende Januar das Evangelische Klinikpfarramt I und konnte so schon einige Eindrücke sammeln: „Das gute Miteinander des ökumenischen Klinikseelsorgeteams gefällt mir hier in Ulm sehr gut. Gefreut habe ich mich auch auf engagierte Klinikmitarbeitende. Was das betrifft, ging meine Freude bisher mehr als in Erfüllung, denn der Einsatz für die Patientinnen und Patienten geschieht hier mit großer medizinischer, aber auch menschlicher Kompetenz.“

Genau wie seine Kollegin, konnte sich Pfarrer Enz bereits während des Studiums für die Seelsorge begeistern. „Eigentlich wollte ich bis zum Beginn meines Theologiestudiums ganz einfacher Dorfpfarrer werden“, verrät Enz. „Aber während eines Gemeinde-Praktikums an der Christuskirche Ulm-Söflingen entdeckte ich meine Liebe zur Seelsorge.“ Der Vater von drei erwachsenen Kindern studierte in Tübingen und München Theologie und war bereits Klinikseelsorger bei schwerstkranken Kindern und Jugendlichen an der Unikinderklinik in Tübingen. Zuletzt leitete er 16 Jahre lang das Stiftungsmanagement Theologie und Seelsorge bei der BruderhausDiakonie in Reutlingen. Er war außerdem der erste „AIDS-Seelsorge-Pfarrer“ der Württembergischen Landeskirche und viele Jahre Ansprechpartner für Menschen mit HIV oder Aids und deren Angehörige. Seit dem 18. Januar ist er nun am Universitätsklinikum Ulm am Standort Oberer Eselsberg unter anderem in der Palliativstation im Einsatz. „Mit meiner neuen Aufgabe am Uniklinikum verbinde ich die Erwartung, noch mehr Zeit für Einzelgespräche zu haben: mit Menschen, die meine seelsorgerische Begleitung wünschen – seien es Patient*innen, Angehörige oder Mitarbeitende“, erzählt Pfarrer Enz.

Die Investitur von Pfarrerin Christa Leidig findet am Mittwoch, 28. Februar 2018 um 17.00 Uhr in der Kapelle der Augenklinik am Michelsberg statt.

Die evangelischen und katholischen Klinikseelsorger*innen des Universitätsklinikums Ulm sind für Patient*innen, Angehörige und Freunde, aber auch für Mitarbeiter*innen da und stehen ihnen als Gesprächspersonen helfend zur Seite.

Fotos und Grafiken sind nur für die Presseberichterstattung über das hier mitgeteilte Ereignis freigegeben.

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