Ein Werkzeug-Set zur Datenintegration in der Medizin – Open Source System i2b2 aus den USA ergänzt

Heterogene Datenbestände können für eine langfristige Nachnutzung über eine datenschutzkonforme Plattform in einem so genannten Data Warehouse zusammengeführt werden. Unter dem Dach der TMF ist hierfür ein Werkzeug-Set entwickelt worden, das die Nutzung des modularen Open Source Systems i2b2 (Informatics for Integrating Biology and the Bedside) aus den USA erleichtert.

Das „Integrated Data Repository Toolkit“ (IDRT) bietet eine Anpassung von i2b2 an die Anforderungen in Deutschland sowie zusätzliche Unterstützung, beispielsweise mit einem Installations-Wizard, mit Werkzeugen für die Extraktion und für die Aufbereitung und Visualisierung der Daten sowie für Supportfunktionen. Ein Ontologie-Editor ermöglicht die Einbettung von Terminologien. Das IDRT Werkzeug-Set erlaubt über eine Schnittstelle auch den Import des deutschlandweit standardisierten und verfügbaren Basisdatensatzes gemäß § 21 Krankenhausentgeltgesetz, der auch als minimaler Datensatz in der medizinischen Dokumentation genutzt werden kann.

Ein Baustein auf dem Weg zu innovativen IT-Systemen in der Medizin

Das Werkzeug-Set steht allen Forschungsprojekten und -einrichtungen frei und offen zur Verfügung. Es ist ein Baustein auf dem Weg zur Entwicklung innovativer IT-Systeme in der Medizin mit dem Ziel der Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) adressiert diesen Bedarf aktuell mit der Medizininformatik-Ausschreibung, die gestern in Düsseldorf von Bundesministerin Johanna Wanka angekündigt wurde.

Das Werkzeugset ist im Rahmen zweier TMF-Projekte ab 2012 entwickelt worden. Projektleiter waren Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch (Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg), Prof. Dr. Ulrich Sax (Institut für Medizinische Informatik, Universitätsmedizin Göttingen) und Prof. Dr. Alfred Winter (Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Epidemiologie, Universität Leipzig).

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