„Ein unverzichtbarer Motor für die Herz-Kreislauf-Forschung Deutschlands“

Ihre Gründung war die Reaktion auf die nachlassende finanzielle Förderung der Herz-Kreislauf-Forschung in Deutschland Ende der Achtziger Jahre. Zwar hatte sich damals die klinische Versorgung der Herzkranken hierzulande bereits deutlich verbessert. Jedoch kann eine kontinuierliche Verbesserung der Krankenversorgung langfristig nur durch ständigen neuen Erkenntnisgewinn in der kardiovaskulären Forschung erfolgen. Dazu notwendige Fördermittel fehlten aber damals in Deutschland zunehmend. Die Deutsche Herzstiftung reagierte auf diese bedenkliche Situation 1988, initiiert vom Gründungsmitglied Prof. Dr. med. Martin Kaltenbach aus Frankfurt, und gründete eine Forschungsstiftung, die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) ().

„Heute ist die Deutsche Stiftung für Herzforschung mit einem hochkarätig besetzten ehrenamtlichen Vorstand und Wissenschaftlichen Beirat aus Kardiologen, Herzchirurgen und Pharmakologen zu einem unverzichtbaren Motor für die Herz-Kreislauf-Forschung Deutschlands geworden, mit Fördervolumina von über 1,4 Millionen Euro pro Jahr für patientennahe Forschungsprojekte. Ermöglicht haben dies Fördermittel, die aus der Deutschen Herzstiftung in immer größerem Umfang geflossen sind“, betont der Herzspezialist und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung für Herzforschung, Prof. Dr. med. Udo Sechtem. Nach wie vor bedeuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen für Millionen Menschen eine eingeschränkte Lebensqualität oder bedrohen gar ihr Leben. „Um diesen Patienten zu helfen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiter zurückzudrängen, sind Förderinstitutionen wie die Deutsche Herzstiftung und die Deutsche Stiftung für Herzforschung unverzichtbar“, so Prof. Sechtem.

Sorgt international für Aufsehen: Forschungsförderung nah am Patienten
Dass längst auch die internationale Fachwelt mit großer Aufmerksamkeit die Forschungsförderaktivitäten beider Organisationen verfolgt, zeigt die Berichterstattung in der Europäischen Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Circulation“, zuletzt mit einer Serie über geförderte Forscherinnen und Forscher der DSHF (Ausg. vom 23.4.13). Das Spektrum der durch die DSHF geförderten Herzforschung ist breit. Die jährlich rund 40-50 Forschungsprojekte, die mit je maximal 60.000 Euro für die Dauer von bis zu zwei Jahren gefördert werden, sowie Forschungs-, Wissenschafts- und Abstract-Preise umspannen die Kardiologie, die Herzchirurgie, die Kinderkardiologie, die Physiologie und Pharmakologie. Zu den patientenorientierten Forschungsvorhaben zählen neben aktuellen Fragestellungen zu neuen Diagnose- und Therapieverfahren gezielte Bemühungen zur Verbesserung der Patientenversorgung in der primären und sekundären Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie die Grundlagenforschung zur Entstehung von Herzerkrankungen und Arbeiten zur Regeneration von Herzmuskelgewebe (Stammzelltherapie) bzw. zur Gewinnung von Gewebe aus körpereigenen Zellen, z. B. Herzklappen und Blutgefäße. „Ziel der geförderten und prämierten Forschungsprojekte ist immer die patientennahe und damit eine dem Patienten vermittelbare, weil wesentlich ihm zugute kommende Forschung“, betont Prof. Dr. med. Hellmut Oelert, emeritierter Herzchirurg aus Mainz und Sprecher des Wissenschaftlichen Beirats der DSHF.

Beispielsweise hat Dr. med. Miriam Puls aus Göttingen, Trägerin des August Wilhelm und Lieselotte-Becht-Forschungspreises 2013 (Dotation: 15.000 Euro), ein Verfahren entwickelt, um bei gebrechlichen Patienten, denen eine neue Herzklappe mittels kathetergestützter Aortenklappenimplantation (TAVI) eingesetzt werden soll, den zu erwartenden Nutzen und die Risiken einer TAVI genauer berechnen zu können. Dr. med. Fabian A. Kari aus Freiburg setzt sich in seinem Dr. Rusche-Forschungsprojekt 2013 (60.000 Euro für 2 Jahre) zum Ziel, eine Art körpereigenes „Warnsystem“ zur Erkennung und zuverlässigen Einschätzung lebensbedrohlicher Komplikationen bei Patienten mit thorakalem Aortenaneurysma zu entwickeln. Komplikationen können z. B. ein teilweiser Einriss (Dissektion) oder ein Zerreißen (Ruptur) der Aorta sein.

Woher stammen die Fördermittel und wie effektiv sind sie?
Die rund 80.000 Mitglieder der Deutschen Herzstiftung stellen durch ihre Beiträge und zusätzliche Spenden den größten Teil der Fördermittel bereit. Hinzu kommen private und institutionelle Stifter sowie zahlreiche Spender und Förderer der DSHF. „Ihnen ist zu verdanken, dass eine so intensive und weiter wachsende unabhängige Forschungsförderung realisiert werden kann“, hebt der Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung, Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, hervor. Dass diese Mittel erfolgreich eingesetzt werden, belegt eine 2013 publizierte Nachhaltigkeitsstudie von Prof. Oelert. Seine Analyse zur Wirksamkeit der Forschungsförderung durch die Herzstiftung und DSHF der Jahre 2000 bis 2009 belegt: Wer von der Herzstiftung und DSHF gefördert wird, bleibt in der Regel in der Wissenschaft und es schließen sich Folgeprojekte an. So bleiben 98,2 % der Geförderten (161 der insgesamt 164) wissenschaftlich aktiv auch im Anschluss an ihre Förderung, die Mehrzahl von ihnen (68,3 %) sogar auf dem gleichen Themengebiet. „Hier zeigt sich ein hohes Maß an Kontinuität bei den Forschungsthemen der jungen Wissenschaftler, die über die Projektdauer hinausgeht und zu der die Förderinstrumente beider Organisationen sicher in hohem Maße beitragen“, hebt Prof. Meinertz hervor.

Infos zur Forschungsförderung unter:

Die neue Forschungsbroschüre „Forschen für die Medizin von morgen“ (42 Seiten) der Deutschen Stiftung für Herzforschung mit einer Selbstdarstellung ihrer Förderarbeit und der geförderten Projekte kann kostenlos bei der Deutschen Herzstiftung über Tel. 069 955128-0 bzw. E-Mail info@herzstiftung.de angefordert werden.

Die Nachhaltigkeitsstudie „Aufwand und Wirksamkeit der Forschungsförderung durch die Deutsche Herzstiftung / Deutsche Stiftung für Herzforschung. Eine Analyse der Jahre 2000 – 2009“ kann kostenlos angefordert werden bei der Deutschen Herzstiftung unter Tel. 069 955128-0, E-Mail: info@herzstiftung.de

36/2013

Informationen:
Deutsche Stiftung für Herzforschung
Pressestelle:
Michael Wichert / Pierre König
Tel. 069/955128-114/-140
wichert@herzstiftung.de
koenig@herzstiftung.de

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