Ein Humboldtianer in der Infektionsbiologie

Kleine regulatorische RNA-Moleküle in Bakterien bilden einen Schwerpunkt der Forschung im Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg. Für diese Moleküle, insbesondere im Durchfallerreger Salmonella, interessiert sich auch Lars Barquist seit seiner Doktorarbeit. Seit dieser Zeit verfolgt er den Plan, die Evolution dieser Moleküle mit Hilfe moderner Hochdurchsatz-Technik zu studieren.

Gute Gründe für Würzburg

In den kommenden zwei Jahren kann Barquist dieses Projekt in Würzburg verfolgen. Barquist hat ein Forschungsstipendium für Postdoktoranden der Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten. Mit diesem Stipendium fördert die Stiftung die Zusammenarbeit von exzellenten ausländischen und deutschen Wissenschaftlern. „Das Labor von Jörg Vogel ist weltweit für die Erforschung dieser RNA-Moleküle bekannt und verfügt über die Ressourcen, ein Projekt dieser Größenordnung durchzuführen“, erklärt Barquist seine Entscheidung für Würzburg. Was auch nicht ganz unwichtig war: „Das Labor hat international einen exzellenten Ruf“, so Barquist.

Lars Barquists Werdegang

Lars Barquist ist gebürtiger Amerikaner. Von 2003 bis 2007 studierte er Biomathematik an der Rutgers University in New Brunswick, New Jersey/USA. Nach seinem Bachelorabschluss wechselte er für zwei Jahre in die Abteilung für Bioengineering an der University of California, Berkeley. 2009 bis 2013 promovierte er am Wellcome Trust Sanger Institute der University of Cambridge, England.

Ein Zufall war dafür verantwortlich, dass Barquist jetzt als Humboldt-Stipendiat in Würzburg forscht. „Ein Kollege von mir in Cambridge kam aus Australien. Der hatte einen Freund in Sydney, der als Humboldt-Stipendiat an ein Max-Planck-Institut wechselte“, erzählt Barquist. Die Idee gefiel dem Amerikaner. Unterstützt von dem Stipendiaten aus Australien machte sich Barquist an die Arbeit und schrieb seinen eigenen Antrag – und war erfolgreich.

Interessiert an europäischer Geschichte

Während seines Aufenthalts in Deutschland will sich Barquist nicht ausschließlich um kleine RNA-Moleküle kümmern. „Ich habe mich schon immer auch für Geschichte interessiert“, sagt er. Jetzt „im Herzen von Europa zu leben“, betrachtet er als gute Gelegenheit, mehr über die europäische Geschichte zu erfahren. In dem Bereich weise sein Wissen ziemliche Lücken auf: „Der Geschichtsunterricht in den USA ist sehr auf anglo-amerikanische Ereignisse konzentriert“, sagt er. Darüber hinaus springe dieser quasi vom Ende des Römischen Imperiums im sechsten Jahrhundert direkt zum Britischen Empire im 17. Jahrhundert – „und ignoriert damit mal eben 1000 Jahre voll historischer Ereignisse auf dem Kontinent“.

Aus diesem Grund hat Barquist schon jetzt zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen in Würzburg und Bamberg besucht. Wenn ihm dann noch Zeit bleibt, plant der Wissenschaftler, die Gegend beim Wandern besser kennen zu lernen. Doch dafür müsse zunächst einmal das Wetter besser werden.
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Kontakt

Lars Barquist, (0931) 31-82513, lars.barquist@uni-wuerzburg.de

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