Ein Gewinn für die evidenzbasierte Medizin

Seit Jahren ist die Finanzierung des Deutschen Cochrane Zentrums unsicher. Nun gibt es eine Zusage des Bundesgesundheitsministers Dr. Hermann Gröhe, die Einrichtung künftig als Stiftung zu unterstützen. Ab 2017 soll Cochrane Deutschland eine Millionen Euro aus Bundesmitteln erhalten.

Cochrane leistet unschätzbare Arbeit für die evidenzbasierte Medizin in Deutschland. Für forschende Ärztinnen und Ärzte ist es deshalb eine wichtige Informationsquelle. Die finanzielle Zusage durch das Bundesgesundheitsministerium honoriert die Leistung von Cochrane für das deutsche Wissenschafts- und Gesundheitssystem und stellt das Zentrum damit auf finanziell festen Boden.

„Um effektiv arbeiten zu können, brauchen Cochrane sowie die forschenden Ärztinnen und Ärzte Zugriff auf alle durchgeführten klinischen Studien. Diese werden zum Beispiel im Deutschen Register für Klinische Studien (DRKS) gesammelt. Die Finanzierung solcher Studien ist aber nach dem Auslaufen der Projektförderung im Sommer 2016 vollkommen unklar. Hierfür bedarf es ebenfalls einer finanziellen Lösung“, kommentiert Dr. Frank Wissing, Generalsekretär des Medizinischen Fakultätentages (MFT).

Das 1999 in Freiburg gegründete Cochrane Zentrum, aktuell an der Universitätsklinik Freiburg angesiedelt, vereint Forscher, Ärzte und Methodiker und ist Teil der international agie-renden Cochrane Organisation mit Sitz in Großbritannien. Ziel von Cochrane ist es, publizierte medizinische Studien auszuwerten und auf Verlässlichkeit zu überprüfen, um so evi-denzbasierte Entscheidungen im Gesundheitswesen zu ermöglichen. Das DRKS ist Primärregister der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Deutschland und registriert alle begonnenen, frühzeitig beendeten und abgeschlossenen klinischen Studien.

Kontakt Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Dr. Corinne M. Dölling, Alt-Moabit 96, 10559 Berlin,
Tel.: +49 (0) 30 6449 8559-16, Fax: +49 (0) 30 6449 8559-11
E-Mail: doelling@mft-online.de

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