Ein Denker der Zukunft

Das Institut für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität hat seit Oktober 2010 einen neuen Direktor. Prof. Dr. Dr. David Groneberg ist Nachfolger von Frau Prof. Dr. Gine Elsner und wird die klinische und wissenschaftliche Forschungsarbeit am Institut künftig neu ausrichten. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der klinischen und experimentellen Arbeitsmedizin, sowie in sozial- und umweltmedizinischen Fragestellungen in der Infektiologie, Pneumologie und Allergologie. Neben seiner Qualifikation als Facharzt für Arbeitsmedizin ist er ebenfalls Umwelt-, Betriebs- und Sportmediziner.

Zur Person
Der gebürtige Frankfurter studierte von 1993 bis 2000 Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie an der University of Cambridge (Großbritannien). Seine Promotion schloss er 2001 mit der Auszeichnung ‚Summa cum laude’ ab und erhielt dafür im darauf folgenden Jahr den Promotionspreis der Hessischen Landesärztekammer und der Deutschen Lungenstiftung. Bereits im Alter von 28 Jahren wurde er 2002 zum jüngsten Medizinprofessor der Bundesrepublik ernannt.

2004 habilitierte Prof. Groneberg an der Charité Berlin zum Thema Peptiderge Mediatoren und ihr Beitrag zur Pathophysiologie entzündlicher Erkrankungen. Nachdem er 2006 dem Ruf in die Abteilung Pneumologie am Zentrum für Innere Medizin an der Medizinischen Hochschule Hannover folgte, führte sein Weg schon bald wieder nach Berlin. Von 2007 bis 2010 war er Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin an der Charité.

Dem vielfach ausgezeichneten Mediziner wurden 2003 die Ehrendoktorwürde und Ehrenprofessorwürde der Fujian University of Traditional Chinese Medicine (China) verliehen. Das Fujian College of Medicine ernannte Prof. Groneberg im Jahr 2008 ebenfalls zum Ehrendoktor. Außerdem wurde er unter anderem mit dem GSK-Forschungsförderpreis Pneumologie der Deutschen Atemwegsliga und dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie ausgezeichnet.

Neben seiner Funktion als Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin ist Prof. Groneberg Herausgeber des Journal of Occupational Medicine and Toxicology und Hauptschriftleiter des Zentralblatts für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie. Als Mitglied der Redaktionsleitung ist er an der Herausgabe zahlreicher weiterer Fachzeitschriften beteiligt.

Forschungsschwerpunkte
Das Wirtschaftsmagazin Capital zählt Prof. Groneberg zur ‚neuen deutschen Wissenschaftselite’ und sieht ihn als einen der ‚40 Denker der Zukunft’. Seine Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz werden voraussichtlich weiter an Bedeutung zunehmen: „Im Hinblick auf den demographischen Wandel unserer Gesellschaft steht die Arbeitsmedizin in Zukunft vor einigen Herausforderungen. Wir müssen uns auf eine Verknappung von Arbeitskräften einstellen. Auch die Rente mit 67 verlangt bessere Strategien zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Arbeitsmedizin kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten“, berichtet Prof. Groneberg.

Ein weiteres zentrales Forschungsfeld Prof. Gronebergs ist die Auswirkung unterschiedlichster Umweltfaktoren wie beispielsweise der städtischen Feinstaubbelastung auf den Menschen. Zu diesem Zweck verfügt das Institut neuerdings über ein spezielles Messfahrzeug. Bei geschlossenem Verdeck ermöglicht das besonders ausgestattete Fahrzeug die Messung von Feinstaubbelastungen im Innenraum, ein offenes Dach hingegen entspricht der Situation von Fußgängern und Radfahrern.

Die Goethe-Universität ist hessenweit die einzige Universität mit einer Professur für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin. Diese fachliche Ausrichtung und die Möglichkeit, in der Wirtschaftsmetropole Frankfurt mit ansässigen Unternehmen zusammen zu arbeiten, waren für den Arbeitsmediziner ausschlaggebend für einen Wechsel von der Spree an den Main: „An keinem anderen Standort in Deutschland finden sich so viele national und international angesehene Unternehmen. Weil sich die Alterstrukturen in den Unternehmen rapide ändern, wollen sie die Forschung in diesem Bereich aktiv fördern“, so Prof. Groneberg.

Frankfurt am Main, 1. Februar 2011

Über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität
Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main, gegründet im Jahr 1914, zählt zu den führenden Hochschulkliniken Deutschlands. Es bietet seinen Patientinnen und Patienten eine bestmögliche medizinische Versorgung in 25 Fachkliniken. Der enge Bezug zur Wissenschaft – Klinikum und Fachbereich Medizin betreiben zusammen 25 Forschungsinstitute – sichert den Patientinnen und Patienten eine zeitnahe Umsetzung neuer Erkenntnisse in die therapeutische Praxis. 1.169 Betten stehen zur Verfügung. Zahlreiche Institute widmen sich medizinisch-wissenschaftlichen Spezialleistungen. Jährlich werden 47.200 stationäre und 220.000 ambulante Patienten betreut. Besondere interdisziplinäre Kompetenz besitzt das Universitätsklinikum unter anderem auf den Gebieten der Neurowissenschaften, Onkologie und kardiovaskulären Medizin. Auch als Standort für Organ- und Knochenmarktransplantationen, Dialyse sowie der Herzchirurgie nimmt es besondere Aufgaben der überregionalen medizinischen Versorgung wahr. Neben der Herzchirurgie besteht beim Versorgungsauftrag nach dem Hessischen Krankenhausgesetz auch in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, der Dermatologie und der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein Alleinstellungsmerkmal für die Region Frankfurt-Offenbach. 4.055 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Patientinnen und Patienten. Weitere Informationen über das Klinikum der J.W. Goethe-Universität finden Sie unter http://www.kgu.de.

Für weitere Informationen:

Prof. Dr. Dr. David Groneberg
Direktor des Instituts für Arbeitsmedizin, Sozialmedizin und Umweltmedizin
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fon (0 69) 63 01 – 66 50
Fax (0 69) 63 01 – 70 53
E-Mail groneberg@med.uni-frankfurt.de

Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main
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Fax (0 69) 63 01 – 83 22 2
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de
Internet www.kgu.de

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