Fortgeschrittener Eierstockkrebs – Angiogenesehemmer Bevacizumab zur Behandlung für das Ovarialkarzinom zugelassen

Der Angiogenesehemmer Bevacizumab ist für die Primärtherapie des fortgeschrittenen epithelialen Ovarialkarzinoms (Eierstockkrebs) mit primärem Befall des Bauchfells oder der Eileiter in den FIGO-Stadien IIIB bis IV zugelassen. Nach operativer Entfernung des Eierstockkrebs wird Bevacizumab zur Hemmung der Angiogenese in der Dosierung 15 mg/kg Körpergewicht alle drei Wochen initial zur Standardchemotherapie (6 Zyklen Paclitaxel 175 mg/m² plus Carboplatin AUC 6) und anschließend kontinuierlich als Monotherapie über insgesamt 15 Monate oder bis zum Progress verabreicht.

Eierstockkrebs: GOG-0218 Studie und ICON7 Studie mit verlängerten progressionsfreie Zeiten unter Bevacizumab

Die Zulassung von Bevacizumab erfolgte auf Basis der Phase III-Studiendaten aus zwei Studien: In den beiden Studien GOG-0218 und ICON7 war die initiale und kontinuierliche Behandlung mit Bevacizumab der alleinigen Chemotherapie hinsichtlich des progressionsfreien Stadiums (PFS) signifikant überlegen [1, 2].

In der GOG-0218-Studie verlängerte Bevacizumab das PFS nach Auswertung der Prüfärzte (INV) beispielsweise im Median um 6,2 Monate (18,2 vs. 12,0 Monate; HR = 0,644; p < 0,0001) [4]. Die Analyse eines unabhängigen Expertengremiums (IRC) bestätigt den signifikanten Vorteil: In einer Auswertung, die im Rahmen der ASCO-Jahrestagung 2011 präsentiert wurde, lag der PFS-Vorteil unter Bevacizumab bei median 6,0 Monaten (19,1 vs. 13,1 Monate; HR = 0,630; p < 0,0001) [4].

Angiogenesehemmer Bevacizumab entspricht im Profil zu Sicherheit und Verträglichkeit vorausgegangenen Studien

Neben der Wirksamkeit belegen die Studien erneut die gute Verträglichkeit und Sicherheit des Angiogenesehemmers: Das Sicherheitsprofil entsprach insgesamt dem vorausgegangener zulassungsrelevanter Studien mit Bevacizumab in anderen Indikationen.

 

„Die Behandlung von Patientinnen mit Eierstockkrebs mit Bevacizumab ist sicher und gut verträglich“, bestätigte Professor Pfisterer. „Auch unter der Langzeittherapie beobachten wir keine negative Beeinträchtigung der Lebensqualität.“ (Bildquelle: MEDIZIN ASPEKTE, Dr. Joachim Wolff)

Eierstockkrebs ist die fünfthäufigste Krebserkrankung

Eierstockkrebs ist die fünfthäufigste Krebserkrankung der Frau und zählt damit zu den relevanten Krebserkrankungen in Deutschland. Allein in Deutschland werden jedes Jahr fast 10.000 Frauen mit der schweren Diagnose konfrontiert [3].

Nach Prof. du Bois, Direktor Gynäkologie & Gynäkologische Onkologie, Kliniken Essen-Mitte, werden fast alle Tumoren im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Da der Eierstockkrebs in der Bauchhöhle genügend Platz hat, kann er lange Zeit ohne auffällige Symptome wachsen. Erste Auffälligkeiten können Völlegefühl, Miktionsbeschwerden oder Obstipation sein.

Erst wenn sich zum späteren Stadium in der Bauchhöhle Wasser ablagert, es also durch die Tumorzellen zur Aszitesbildung kommt, führt das die Patientinnen zum Arzt. Häufig im Alter zwischen 60 und 65 Jahren erkranken die Patientinnen, scheinbar aus voller Gesundheit heraus.

Bei Eierstockkrebs Früherkennung mit Screeninguntersuchungen bisher erfolglos

Eine Früherkennung mit Screeninguntersuchungen ist trotz intensiver Forschung auch heute noch nicht möglich. Es gibt keine typischen Früherkennungszeichen, keine besonderen Blutbildveränderungen und keine biologischen Marker, die den Eierstockkrebs im Frühstadium erkennen lassen.

Operative Entfernung des Ovarialkarzinoms

Ist das Ovarialkarzinom diagnostiziert, steht die operative Entfernung des Tumors an erster Stelle. Im Rahmen der sich anschließenden medikamentösen Therapie war und ist die anschließende chemotherapeutische Behandlung der Standard.

Fortschritte in der Therapie des Eierstockkrebs durch Zulassung des Angiogenesehemmers Bevacizumab

In der medikamentösen Behandlung der betroffenen Frauen wurde seit fast 15 Jahren kein klinisch relevanter Fortschritt erzielt. Mit der Entdeckung von Antikörpern, die im Rahmen der Entwicklung der personalisierten Medizin entdeckt wurden, steigen die Therapiechancen. Nach dieser langen Zeit des therapeutischen Stillstands eröffnet die Zulassung des Angiogenesehemmers Bevacizumab zur Behandlung von Patientinnen mit fortgeschrittenem Eierstockkrebs Ärzten wie Patientinnen neue Therapieansätze.

Quellen

  1. Burger RA et al., N Engl J Med 2011; 365: 2473-83
  2. Perren T et al., N Engl J Med 2011; 365: 2484-96
  3. Robert Koch-Institut (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2005/2006; 2010
  4. Burger RA et al., J Clin Oncol 2011; 29 (15s): 337s

Pressekonferenz
Angiogenesehemmung als neue Therapieoption beim Ovarialkarzinom
Veranstalter: Roche Pharma AG

  • Einführung   
    Dr. Wolfgang Dietrich
    Leiter Geschäftsbereich Hämatologie/Onkologie
    Roche Pharma AG
  • Facts & Figures – Therapiemanagement beim Ovarialkarzinom
    Prof. Dr. med. Andreas du Bois

    Direktor Gynäkologie & Gynäkologische Onkologie
    Kliniken Essen-Mitte
  • Zulassung von Avastin – Fortschritt in der Therapie des Ovarialkarzinoms   
    Prof. Dr. med. Jacobus Pfisterer

    Direktor Klinik für Gynäkologie & Geburtshilfe
    Städtisches Klinikum Solingen gGmbH

Düsseldorf, 16. Februar 2012

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