DZNE-Forscherin übernimmt wissenschaftliche Leitung der Entwicklung des nationalen Expertenstand

Frau Prof. Dr. Martina Roes, Standortsprecherin des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) am Standort Witten ist nun vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) beauftragt worden, einen Expertenstandard für die „Pflege von Menschen mit Demenz“ zu entwickeln. Die Entwicklung erfolgt mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Standortes Witten in Zusammenarbeit mit einer vom DNQP berufenen Expertenarbeitsgruppe und dem wissenschaftlichen Team des DNQP.

In der Pflegewissenschaft und Pflegepraxis dienen nationale Expertenstandards der Darstellung erwartbarer professioneller Qualität. Sie geben Auskunft über das gewünschte Leistungsniveau und bewährte Verfahren zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung. Die Umsetzung der Expertenstandards hat daher eine große Bedeutung für die tatsächliche Versorgungsrealität. „Bisher gibt es keinen nationalen Expertenstandard für die Pflege von Menschen mit Demenz“ sagt Frau Professor Roes. „Die Entwicklung eines solchen Standards für Menschen mit Demenz wird vielen Pflegeeinrichtungen und pflegenden Angehörigen in Deutschland wertvolle Orientierung bieten. Darüber hinaus können wir auf diesem Wege wesentlich dazu beitragen, die Lebensqualität von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern“ erklärt Frau Roes. Bis zu zwölf Experten aus Pflegepraxis und Pflegewissenschaft sowie eine Vertreterin der Alzheimer Gesellschaft werden daran mitwirken, die Lücke in der Qualitätsentwicklung der Pflege zu schließen.

Die nationalen Expertenstandards werden mit finanzieller Unterstützung und im Auftrag des DNQP entwickelt. Dem Lenkungsausschuss des DNQP gehören u.a. Vertreterinnen des Deutschen Pflegerates (DPR), der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP) sowie dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) an. Bisher wurden acht nationale Expertenstandards zu besonders gravierenden Pflegeproblemen erarbeitet und in der Praxis erfolgreich umgesetzt. Darüber hinaus fanden sie Eingang in die Qualitätsprüfkriterien für die ambulante und stationäre Pflege: Zur Vermeidung von Druckgeschwüren, zum Umgang mit Inkontinenz, zur Sturzprophylaxe, zum Umgang mit chronischen und akuten Schmerzen, zu chronischen Wunden, zur Ernährung und zum Entlassungsmanagement.

Der Wittener Standort des DZNE widmet sich schwerpunktmäßig der Untersuchung und Entwicklung von Versorgungsstrategien für Menschen mit Demenz. Ziel ist, Erkrankten sowie ihren pflegenden Angehörigen eine bestmögliche Lebensqualität in allen Stadien des Krankheitsverlaufs zu ermöglichen. Mit diesem besonderen Forschungsprofil verfügt der Standort unter Leitung von Prof. Dr. Roes über die notwendigen Grundlagen, den internationalen und nationalen Wissens- und Erkenntnisstand zum Thema Versorgung von Menschen mit Demenz aufzubereiten und in Zusammenarbeit mit der Expertenarbeitsgruppe den Entwurf des Expertenstandards zu erarbeiten. Dieser Entwurf wird im Rahmen einer Konferenz in Osnabrück am 06. Oktober 2017 mit der Fachöffentlichkeit konsentiert. Nationale Expertenstandards legen mit wissenschaftlichen Methoden Rahmenbedingungen zur Verbesserung pflegeepidemiologischer Probleme fest. Die Standards werden im Anschluss an die Konsensuskonferenz unter wissenschaftlicher Begleitung in ca. 20-25 Einrichtungen der Gesundheitsversorgung modellhaft eingeführt.

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen.

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Ulrike Koch
Public and Political Affairs
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