DZD-Wissenschaftler Matthias Tschöp erhält Carus-Medaille

Professor Dr. Matthias Tschöp wird für seine revolutionären Entdeckungen zu Signalwegen der Darm-Hirn-Kommunikation mit der Carus-Medaille von der Leopoldina geehrt. Er entdeckte die Rolle des Magenfaktors Ghrelin als „Hungerhormon“ und erforschte weitere wichtige Mechanismen, die zeigen welche Signalwege Nahrungsaufnahme, Energie- und Glucose-Metabolismus sowie Körpergewicht und -fettmasse regulieren. Spezifisch seine Entdeckungen zur molekularen Kommunikation zwischen Magen-Darm-System und Gehirn ermöglichten Matthias Tschöp die Entwicklung einer ganzen Reihe von neuartigen Wirkstoffkandidaten, die die Funktionen mehrerer Hormone in einem Molekül vereinen. Diese sind in präklinischen Modellen tatsächlich in der Lage, Adipositas, Hypercholesterinämie und Insulinintoleranz komplett zu beseitigen. Zahlreiche klinische Studien mit diesen Wirkstoffen sind auf dem Weg und erste Daten versprechen grundlegende Fortschritte bei der Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit.
Seit 1896 würdigt die Leopoldina bedeutende wissenschaftliche Entdeckungen oder Forschungsleistungen jüngerer Wissenschaftler auf einem in der Leopoldina vertretenen Gebiet. Dieses Jahr ist der DZD-Wissenschaftler Professor Dr. Matthias Tschöp (Jahrgang 1967), wissenschaftlicher Direktor des Helmholtz Diabetes Center und des Helmholtz Pionier Campus am Helmholtz Zentrum München sowie Adjunct Professor an der Yale University, einer der beiden Preisträger. Im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD) leitet Mattias Tschöp den Forschungsbereich „Neue therapeutische Konzepte“, in dem neue Medikamente zur Prävention und Behandlung von Diabetes entwickelt werden.
Tschöp reiht sich ein in eine illustre Reihe von Trägern der Carus-Medaille: u.a. Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard (1989), Stefan Hell (2013), der ein Jahr nach Verleihung der Carus Medaille ebenfalls mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, oder Emmanuelle Charpentier, die zuletzt (2015) für die bahnbrechende Entdeckung der Genmanipulation ermöglichenden CRISPR/Cas-Methode ausgezeichnet wurde.

Ansprechpartnerin:
Dr. Brigitte Fröhlich
Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V.
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Tel.: 089-3187-4716
E-Mail: froehlich@dzd-ev.de

Das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) e.V. ist eines der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Es bündelt Experten auf dem Gebiet der Diabetesforschung und verzahnt Grundlagenforschung, Epidemiologie und klinische Anwendung. Ziel des DZD ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz einen wesentlichen Beitrag zur erfolgreichen, maßgeschneiderten Prävention, Diagnose und Therapie des Diabetes mellitus zu leisten. Mitglieder des Verbunds sind das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, das Deutsche Diabetes-Zentrum DDZ in Düsseldorf, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung DIfE in Potsdam-Rehbrücke, das Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrum München an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und das Paul-Langerhans-Institut Dresden des Helmholtz Zentrum München am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, assoziierte Partner an den Universitäten in Heidelberg, Köln, Leipzig, Lübeck und München sowie weitere Projektpartner. www.dzd-ev.de

Das Helmholtz Zentrum München verfolgt als Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt das Ziel, personalisierte Medizin für die Diagnose, Therapie und Prävention weit verbreiteter Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus und Lungenerkrankungen zu entwickeln. Dafür untersucht es das Zusammenwirken von Genetik, Umweltfaktoren und Lebensstil. Der Hauptsitz des Zentrums liegt in Neuherberg im Norden Münchens. Das Helmholtz Zentrum München beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter und ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, der 18 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit rund 37.000 Beschäftigten angehören. www.helmholtz-muenchen.de

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