Dupuytren-Krankheit: Symptome, Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten

Dupuytren-KrankheitHand

Krumme Finger: Dupuytren-Krankheit erkennen und behandeln – Wenn an der Handinnenfläche, vorzugsweise im weichen Bereich der Grundgelenke des Ringfingers und des kleinen Fingers Knoten entstehen, sollten Sie genauer hinschauen. Denn es könnte sich um Morbus Dupuytren handeln, eine Krankheit, von der in Österreich geschätzte 200.000 Menschen betroffen sind. Doch was ist die Dupuytrensche Krankheit eigentlich, wie verläuft sie und wie kann der Arzt eingreifen?

Charakter und Auslöser von Morbus Dupuytren

Was die Dupuytren-Krankheit, im fortgeschrittenen Stadium auch als Dupuytrensche Kontraktur bezeichnet, auslöst, ist bis heute unbekannt. Forscher beobachten eine genetische Veranlagung, das heißt, dass die Erkrankung in bestimmten Familien gehäuft auftritt. Allerdings wird vermutet, dass es meist auch einen Auslöser für den Krankheitsausbruch gibt, etwa eine Verletzung. Vom Charakter her ist Dupuytren eine Fibromatose, eine gutartige Bindegewebswucherung. Im Laufe von Jahren bilden sich Knoten und narbenartige Stränge. Diese können dazu führen, dass die betroffenen Finger nicht mehr gestreckt werden können. In einem sehr fortgeschrittenen Stadium können diese Stränge sogar verhärten und verknöchern. Namensgeber für die Krankheit war Baron Dupuytren, ihr Erforscher, der diese erstmals im Jahr 1831 in Paris vorstellte.

Wer ist von der Dupuytren-Krankheit betroffen?

Dupuytren tritt erstmals im mittleren Lebensalter auf, bei Männern um das 46., bei Frauen um das 50. Lebensjahr. Nach internationalen Studien sind rund zwei Drittel der über Fünfzigjährigen und 40 Prozent der über Achtzigjährigen betroffen. Allerdings verursacht Morbus Dupuytren nur bei einem Viertel der Patienten Beschwerden, die einer ärztlichen Behandlung bedürfen.

Wann muss die Dupuytrensche Krankheit behandelt werden?

Üblicherweise verläuft die Erkrankung schmerzlos. Allerdings können die Bindegewebswucherungen Nervenschmerzen verursachen, dann ist eine sofortige Behandlung nötig. Sind die Finger erst einmal so gekrümmt, dass das eine Behinderung darstellt, sollte unbedingt ein Facharzt konsultiert werden. Allerdings muss man auch nicht so lange warten.

Zusätzliche Risikofaktoren und deren Vermeidung

Neben der erblichen Veranlagung und dem Lebensalter spielt offensichtlich auch der Genuss von Alkohol, Nikotin und bestimmten Medikamenten eine entscheidende. Eine holländische Studie bestätigt, dass schon ein Glas Wein oder Bier pro Tag zu einer messbar höheren Wahrscheinlichkeit führt, an Dupuytren zu erkranken. Bei Rauchern ließ sich beobachten, dass Morbus Dupuytren rund sieben Jahre früher ausbricht als bei Nichtrauchern. Auch Diabetes und bestimmte Medikamente erhöhen das Risiko. Der maßvolle Konsum von Alkohol und der Verzicht aufs Rauchen können demzufolge den Ausbruch von Dupuytren verhindern oder zumindest verzögern.

Ärztliche Behandlungsmöglichkeiten bei Dupuytren

Da der Verlauf von Morbus Dupuytren sowohl zeitlich wie auch in der Intensität sehr unterschiedlich ist, wird eine Therapie immer situationsbedingt erfolgen. Dupuytren kann nicht geheilt, aber aufgehalten und die Beweglichkeit der Finger wiederhergestellt werden. Neben Hand- und Strahlentherapie, die allerdings nur im Anfangsstadium zum Erfolg führen, können die Injektion von Kollagenase (Enzym, das Kollagen auflöst) und die Nadelfasziotomie (minimal-invasive Technik) im fortgeschrittenen Stadium hilfreich sein.

Häufigste Behandlung Hand-Operation bei Dupuytren-Patienten

Eine Operation der betroffenen Hand wird meist erst dann vorgenommen, wenn die Finger ein Streckdefizit von mehr als 20 Grad aufweisen. Sehr oft kann mit der Operation ein gerader und vollständig einsetzbarer Finger wiederhergestellt werden. In jedem Fall sollten Sie sich kompetent beraten lassen – und zwar von einem Facharzt mit Dupuytren-Erfahrung. Dieser kann aufgrund seiner Expertise einschätzen, welche der möglichen Behandlungen für Sie die geeignete ist. Die Kosten für eine Operation werden in Österreich üblicherweise von der Krankenkasse oder einer Zusatzversicherung übernommen.

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