Düsseldorf: W. Hirsch Institut für Tropenmedizin gegründet

Der Institutsbau wird finanziert durch eine Spende des Düsseldorfer Unternehmers Wolfgang Hirsch, dem Gründer und Geschäftsführenden Gesellschafter der Hirsch Gruppe. Mit seinem Engagement möchte er die Internationalisierungsbestrebungen der Düsseldorfer Klinik unterstützen sowie die bilaterale Beziehung zwischen ihr und der äthiopischen Universität stärken. Das Institut soll der Erforschung von Tropenkrankheiten und dem regelmäßigen Wissens- und Forschungstransfer zwischen den beiden Ländern dienen sowie die Adama University beim Ausbau ihrer medizinischen Leistungsfähigkeit tatkräftig unterstützen.

Ferner stellt es einen Standort der tropenmedizinischen Feldforschung dar, die sich insbesondere Doppel- oder Mehrfachinfektionen (HIV, Schistosomiasis – auch als Bilharziose bekannt – , Malaria, Tuberkulose, etc.) widmen möchte. Prof. Dr. Dieter Häussinger, an dessen Klinik das Institut angebunden ist, freut sich über die großzügige Förderung, die die in den letzten Jahren systematisch aufgebaute Infektionsmedizin nun durch diese internationale Komponente verstärkt. Damit gehört die Klinik zu den wenigen Institutionen in Deutschland, die über eine solche Außenstelle in Afrika verfügen.

„Das W. Hirsch Institute for Tropical Medicine ermöglicht den Ärzten meiner Klinik die Spezialisierung in der Tropenmedizin durch beruflichen Einsatz vor Ort. Wir übertragen außerdem diagnostische Methoden und Behandlungsstandards auf die dortigen Gegebenheiten. Dazu werden wir auch in Düsseldorf Fortbildungen für die äthiopischen Ärzte durchführen.“ Wissenschaftliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen u.a. in der Transfusionssicherheit, der Endoskopie, molekularbiologischer Diagnostik, Parasitologie, Mikrobiologie, Doppelinfektionen und der Hepatologie. Das Institut wird nach den Vorgaben der Düsseldorfer Klinik errichtet.

Prof. Dr. Herbert Eichele, Präsident der Adama University, ist sich sicher, dass das W. Hirsch Institut für Tropenmedizin zum Ansehen der Bundesrepublik Deutschland und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in Äthiopien beitragen wird. „Wir freuen uns sehr über die Institutsgründung, die wir sehnsüchtig erwartetet haben. Sie wird außerdem ein wichtiges Element des Ausbaus unseres Medizin-Campus sein“, erläutert Eichele weiter.

Adama stellt eine äthiopische Modelluniversität nach deutschem Vorbild dar, die derzeit noch von deutschen akademischen Stäben geführt wird, bis die Übergabe an äthiopische Amtsträger erfolgt. Der Standort, so Häussinger, bietet exzellente Voraussetzungen für den Aufbau des Tropenmedizinischen Institutes, wovon er sich im vergangenen Jahr anlässlich der Zeichnung eines beiderseitigen Letters of Intent – in Gegenwart des zuständigen äthiopischen Ministers, Demeke Mokennen, und des deutschen Vizebotschafters Michael Biontino – überzeugen konnte.

Kontakt: Prof. Dr. Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Tel.: 0211 / 81-16330
(idw, 07/2010)

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