Drittes internationales HIPS-Symposium an der Saar-Uni: Neue Ansätze in der Arzneimittelforschung

Die Erschließung bisher unentdeckter natürlicher Wirkstoffe – unter anderem aus Bakterien und Pilzen – und die Synthese bioaktiver Moleküle, die als Grundlage für Medikamente dienen können, sind zentrale Themen des dritten HIPS-Symposiums an der Universität des Saarlandes. Die Teilnehmer kommen aus den drei pharmazeutischen Fachgebieten Naturstoffforschung, Medizinische Chemie und Wirkstofftransport. In Saarbrücken stellen sie unter anderem neue Verfahren der Genomforschung sowie bioinformatische Werkzeuge für die Wirkstoffentwicklung vor. Wie bereits bei den beiden vorangegangenen Symposien bietet die Veranstaltung ein Forum für erfahrene Wissenschaftler zum Austausch von Ideen über die Grenzen klassischer Disziplinen hinweg. Gleichzeitig haben Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, von den Experten wertvolle Rückmeldungen zu ihren Projekten zu bekommen.

Zu den diesjährigen Referenten gehört unter anderem Dr. Rolf Apweiler vom EMBL-European Bioinformatics Institute im englischen Hinxton. Er gibt einen Überblick über bioinformatische Dienstleistungen seines Instituts, die die Life-Science-Forschung unterstützen. Professor Axel Brakhage vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie in Jena stellt einen modernen Ansatz zur Entdeckung neuer Wirkstoffmoleküle vor. Dabei werden im Labor so genannte „schlafende“ Gene in Pilzkulturen aktiviert, um Naturstoff-Biosynthesewege „anzuschalten“. Bei den Bakterien sind Streptomyzeten eine traditionell sehr ergiebige Wirkstoffquelle. Wie diese mithilfe der Genomforschung noch besser ausgeschöpft werden kann, zeigt Professor David Hopwood vom John Innes Centre in Norwich (Großbritannien).

Auch Experten aus dem Bereich der Naturstoffchemie werden in Saarbrücken ihre neuesten Forschungsergebnisse vorstellen. So spricht Professor Gerhard Bringmann von der Universität Würzburg über seine Forschungen zur Strukturaufklärung und (Bio-)Synthese von bioaktiven Substanzen mit komplexen dreidimensionalen Strukturen. Über die chemische Synthese und die vielfältigen biologischen Funktionen von „Farbstoffmolekülen“ – beispielsweise von Santalin A, der Hauptfarbstoffkomponente des roten Sandelholzes –, referiert Professor Dirk Trauner von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Professor Andreas Lendlein vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht gibt Einblicke in die Polymerforschung und stellt so genannte Elastomere , elastisch verformbare Kunststoffe, und ihre pharmazeutische Anwendung vor.

Am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig untersuchen Wissenschaftler die Mechanismen von Infektionen und ihrer Abwehr. Dabei wollen sie verstehen, was Bakterien oder Viren zu Krankheitserregern macht und so den Schlüssel zur Entwicklung neuer Medikamente und Impfstoffe finden. Die Forscher in den drei Abteilungen des Saarbrücker HIPS, einem Standort des HZI, befassen sich mit der Entwicklung neuer Wirkstoffe und Medikamente gegen Infektionen.
Weitere Infos unter:

Kontakt:
Birgitta Lelarge
Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)
Tel.: 0681 302-70305
E-Mail: info.hips@helmholtz-hzi.de

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Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit den Wissenschaftlern des HIPS führen, über Rundfunk-Codec (IP-Verbindung mit Direktanwahl oder über ARD-Sternpunkt 106813020001). Interviewwünsche bitte an die Pressestelle der Universität des Saarlandes (0681 302-4582) richten.

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