Dresdner „Rudern gegen Krebs“ – 2017 größte Benefizregatta Deutschlands

Der Erfolg der Dresdner Benefizregatta zeigt sich auch in den 29.000 Euro, die die Stiftung Leben mit Krebs – dem Veranstalter der bundesweiten Benefiz-Regatten – als Erlös der Dresdner Regatta am heutigen Mittwoch (17. Januar) an vier Projekte übergibt. Dies sind neben einem Kunsttherapieprojekt für krebskranke Kinder des Sonnenstahl e.V. drei vom Dresdner Uniklinikum initiierte Vorhaben: Yoga-Kurse für Brustkrebspatien¬tinnen, vom Präventionszentrum des Universitäts KrebsCentrums angebotene Kochkurse für Krebspatienten sowie das neu ins Leben gerufene Projekt SynErFit der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. Neben den Startgebühren der Ruderteams lieferten die Einnahmen und Spenden am Regattatag einen wichtigen Beitrag für die höchste bisher von der Stiftung Leben mit Krebs für Dresdner Projekte zur Verfügung gestellten Summe.

„Nur sieben Jahre brauchte es, bis sich Dresden zum größten Standort von ‚Rudern gegen Krebs‘ in Deutschland entwickelte. Darauf kann das Uniklinikum ebenso stolz sein wie die Dresdner, die ihre Sportbegeisterung gern in den Dienst der guten Sache stellen. Die heute übergebene Spendensumme unterstreicht den Ruf der Dresdner Hochschulmedizin als ein Top-Standort der Krebsmedizin in Deutschland auf eine ganz besondere Art. Sie belegt, dass das Engagement der Ärzte und Wissenschaftler gegen Tumorerkrankungen auch außerhalb des Campus eine große Wertschätzung in der Bevölkerung erfährt“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums.

Insgesamt hatten sich für den Regattatag am 2. September 2017 insgesamt 118 Teams angemeldet. Schließlich an den Start gegangen sind 106 Boote mit 424 Ruderern. Darunter waren allein 16 Boote mit Teams aus dem Dresdner Uniklinikum, wobei Kliniken, die vornehmlich Krebspatienten behandeln, besonders stark vertreten waren. Je drei Boote stellten das Universitäts KrebsCentrum und die Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie. Die Klinik für Strahlentherapie stellte gemeinsam mit dem OncoRay-Team ebenso drei Boote wie die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Allerdings blieben 2017 die ganz großen sportlichen Erfolge aus. Im Klinik-Cup belegte das Boot „Carus Team“ der Carus Akademie den dritten Platz im Finale, das Boot „GYN II“ den vierten Platz. In der Meisterklasse – hier traten die Gewinner des Vorjahres an – belegte das Boot „VTG I“ den dritten Platz im Finale.

Trotz der weiter gestiegenen Zahl angemeldeter Teams kann die zur Förderung von Projekten für Krebspatienten nur weiter wachsen, wenn auch Nicht-Ruderer für die Stiftung Leben mit Krebs spenden. Denn die Kapazitäten der Regatta¬strecke und die Trainingskapazitäten für die Ruderer sind begrenzt und können kaum weiter wachsen. Das Geld kommt ausschließlich therapiebegleitenden Projekten in Dresden zugute, deren Ziel es ist, dass Patienten ihre Tumorerkrankung besser bewältigen können und ein Stück Lebensqualität zurückgewinnen. Die jetzt von der Stiftung übergebene Summe speist sich zum einen aus den Startgebühren der Boote, aus dem Sponsoring von 15 Unternehmen und Institutionen wie zum Beispiel des Kooperationspartners Dresden International University (DIU) und zum anderen aus den Erlösen der am Regattatag veranstalteten Tombola. Über 40 Sponsoren haben dafür 550 Preise zur Verfügung gestellt. Die Gewinne waren so attraktiv, dass die Lose bereits gegen 15 Uhr – über vier Stunden vor Ende der Regatta – ausverkauft waren. Zusammen mit dem Verkauf von Luftballons kamen rund 4.000 Euro zusammen – addiert mit weiteren Spenden, unter anderem aus den Einnahmen des Getränkeverkaufs durch den Lions Club Dresden Semper e.V. erhöhten sich diese Einnahmen auf 8.900 Euro.

„Dass es die Dresdner Ausgabe von ‚Rudern gegen Krebs‘ 2017 geschafft hat, größte Benefiz-Regatta Deutschlands zu sein, beeindruckt mich sehr. Es zeigt, wie engagiert die Dresdner unser Anliegen in ihre Herzen geschlossen haben. Sichtbares Zeichen sind die 29.000 Euro, die die Stiftung heute übergibt. Dabei will ich aber nicht die großartige Unterstützung der Rudervereine im Sächsischen Elbe-Regattaverein vergessen, die von Anfang an mit mehr als 100 Ruder-sportlern die Veranstaltung ehrenamtlich als Trainer, Betreuer und Organisatoren unterstützen. Sie trugen vom ersten Tag an zum Erfolg des Wettbewerbs bei. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle ganz besonders bedanken“, sagt Klaus Schrott, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung Leben mit Krebs. Der Erfolgs¬kurs von „Rudern gegen Krebs“ wird auch 2018 fortgesetzt: Am 15. September findet dann in Dresden die 100. von der Stiftung Leben mit Krebs in Deutschland veranstaltete Benefizregatta statt.

Krebspatienten fitter und stärker für die Kombinationstherapie machen

Um die Lebensqualität von Patienten während der Radiochemotherapie zu verbessern, initiiert die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden ein gezieltes Begleitprogramm, das erst durch die Erlöse der Benefizregatta möglich wird. Von dem Projekt SynErFit profitieren Patienten mit Tumoren im Bereich von Kopf-Hals sowie der Speiseröhre. Da diese Krebskranken oft große Probleme bei der Nahrungsaufnahme haben, ist ihr körperlicher Allgemeinzustand zusätzlich zu den Belastungen der kombinierten Therapie oft stark beeinträchtigt. Eine gezielte Ernährungsberatung und Physiotherapie sollen die Patienten während der zumeist ambulant erfolgenden Therapie dabei unterstützen, sich trotz der Einschränkungen besser zu ernähren und aktiver zu werden oder aktiv zu bleiben.

Universitäts KrebsCentrum animiert zu gesundem und ausgewogenem Essen

Um Patienten dabei zu unterstützen, sich gesünder als vor der Erkrankung zu ernähren, bietet das Universitäts KrebsCentrum (UCC) das „Aktiv in der Nachsorge“-Programm an. Bei diesem Angebot geht es darum, Strategien für eine langfristig gesunde Ernährung im Alltag zu vermitteln, aber auch gemeinsam zu kochen und zu genießen. Die jetzt übergebene Spende trägt dazu bei, über das ganze Jahr verteilt weiterhin die aus jeweils vier Veranstaltungen bestehenden Kurse kostenlos anzubieten. Sie richten sich an Patientinnen und Patienten nach abgeschlossener Krebstherapie, die sich in der Nachsorge befinden. Das Konzept setzt darauf, dass die Betroffenen die Kursabende gemeinsam mit einem Koch¬partner durchlaufen, um sich später im Alltag gegenseitig zu motivieren und inspirieren. Ziel des Ernährungsprogramms ist es, die Teilnehmer darin zu unter¬stützen, sich abwechslungsreicher, gesünder und genussvoller zu ernähren. In den Kursen geht es deshalb nicht nur darum, einen neuen Zugang zu Lebensmitteln und deren Zubereitung zu finden, sondern auch Anstöße zu liefern, den Ernährungsstil Schritt für Schritt auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu ändern.

Kunst verhilft Kindern und Jugendlichen zu neuem Selbstbewusstsein

Der Bereich Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Dresden bietet seinen jungen Patienten eine Kunsttherapie an, um neues Selbstbewusstsein aufzubauen und trotz der Therapie selbstbestimmt handeln zu können. Weil solche Angebote nicht von den Krankenkassen finanziert werden, stellt der Sonnenstrahl e.V. seit 2001 den über Spenden abgesicherten Einsatz einer Kunsttherapeutin in der Klinik sicher. Für 2018 hat der Verein die Kunsttherapie als Förderprojekt bei der Stiftung Leben mit Krebs eingereicht. Die von ihrer Erkrankung verunsicherten Kinder und Jugendlichen nutzen die Kunsttherapie als Rückzugsort, denn beim Gestalten können sie sich wieder neu finden. Die Kunsttherapie schafft ihnen so einen Ausgleich dafür, dass sie oft weitestgehend auf Sporttreiben und Toben verzichten müssen. Bei der künstlerischen Arbeit können die Patienten auch für sich herausfinden, was trotz der Belastung durch die Krankheit möglich ist. Im Rahmen ihrer Arbeit sind die Kunsttherapeuten eng in die Abläufe auf den Stationen eingebunden und stehen im Austausch mit Psychologen, Musiktherapeuten, Lehrern, Erziehern und Ärzten.

Therapeutisches Yoga für Krebspatientinnen – gut für Körper und Seele

Ein Teil der Dresdner Erlöse aus der 2017er Benefiz-Regatta fließen in das Angebot der Kurse „Therapeutisches Yoga für Brustkrebspatientinnen“, das damit in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. im letzten Jahr wurden mit den Fördergeldern 16 Yoga-Kurse für Brustkrebspatientinnen abgesichert, die vier besonders qualifizierte Physiotherapeutinnen angeboten haben. Von dem jeweils zehn Termine umfassenden Kurstraining profitierten im vergangenen Jahr 150 Patientinnen. In kleinen Gruppen von maximal zehn Teilnehmerinnen absolvieren die Frauen wöchentlich eine 90-minütige Übungseinheit. Unter anderem kann Yoga im Rahmen der Tumorbehandlung dazu beitragen, die Symptome von Therapie und Erkrankung zu reduzieren. Dies sind unter anderem Erschöpfung, Übelkeit, Schlafstörungen und eine beeinträchtigte körperliche Verfassung. Neben den physischen Effekten wirken sich diese Aktivitäten auch positiv auf die Psyche aus. Deshalb spielen regelmäßige körperliche Aktivitäten wie therapeutisches Yoga eine wichtige Rolle im Genesungsprozess. Sie geben den Frauen Vertrauen in den eigenen Körper zurück und stärken sie darin, ganzheitlich mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Links
www.rudern-gegen-krebs.de
www.sonnenstrahl-ev.org
http://serv-sachsen.de

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus
Medizinischer Vorstand
Prof. Dr. med. Michael Albrecht
Tel.: 0351/ 4 58 70 00 (Sekretariat)
E-Mail: vorstandssekretariat@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de

HINTERGRUNDINFORMATION

Krebspatienten fitter und stärker für die Therapie machen

Projekt SynErFit – Ernährungsüberwachung und Verbesserung der körperlichen Fitness durch Training als unterstützende Maßnahmen vor und während Strahlen- und Chemotherapie

Um die Lebensqualität von Patienten während der Radiochemotherapie zu verbessern, initiiert die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein gezieltes Begleitprogramm. Von dem durch einen Teil der Erlöse der Dresdner Benefiz-Regatta finanzierten Programm profitieren Patienten mit Tumoren im Bereich von Kopf-Hals sowie der Speiseröhre. Da diese Krebskranken oft große Probleme bei der Nahrungsaufnahme haben, ist ihr körperlicher Allgemeinzustand zusätzlich zu den Belastungen der kombinierten Therapie oft stark beeinträchtigt. Eine gezielte Ernährungsberatung und Physiotherapie sollen die Patienten während der zumeist ambulant erfolgenden Therapie dabei unterstützen, sich trotz der Einschränkungen sich besser zu ernähren und aktiver zu werden oder aktiv zu bleiben.
Jährlich behandelt die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie rund 200 Patienten, die unter Tumoren im Kopf-Hals-Bereich oder der Speiseröhre leiden, mit einer Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie. Bei Patienten mit Speiseröhrentumoren folgt eventuell anschließend eine operative Entfernung des Tumorgebietes. Dank der Therapieform lebt die Hälfte dieser schwer betroffenen Patienten auch fünf Jahre nach der Behandlung noch. Jedoch schränken Krebserkrankungen dieser Körperbereiche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich ein. Dies liegt einmal an großen Problemen bei der Nahrungsaufnahme, die nicht selten zu einer Unterernährung führen und den Körper weiter schwächen. Hinzu kommen schließlich die Nebenwirkungen der intensiven Kombinationstherapie.

„Wir sehen die starken Beschwerden der Patienten jeden Tag. Derzeit gibt es aber keine Optionen, etwas an der Therapie zu verändern. Deshalb wollen wir die Kranken auf eine andere Weise unterstützen“, sagt Dr. Berit Kummer. Gemeinsam mit Dr. Maximilian Rehm ist das die Ärztin, die das Projekt SynErFit unter Supervision von Prof. Esther Troost auf den Weg gebracht, das ambulanten Patienten der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie mit einer Ernährungsberatung und zusätzlicher Physiotherapie neue Impulse für eine verbesserte Nahrungsaufnahme und mehr körperlicher Aktivität geben wird. Obwohl die Problematik bekannt ist, gibt es derzeit keine Angebote dieser Art. Hauptgrund dafür ist, dass es kaum wissenschaftliche Studien über die positiven Wirkungen dieser und anderer Programme gibt, die ambulante Patienten unterstützen. Deshalb werden die beiden angehenden Fachärzte die Ergebnisse des jetzt von der Stiftung Leben mit Krebs über die Erlöse der Dresdner Benefizregatta finanzierten Programms wissenschaftlich auswerten. Gelingt dabei der Nachweis, dass sich die Lebensqualität und möglicherweise auch der Therapieerfolg erhöht, dann wird nach Wegen gesucht, die Kosten künftiger Angebote zur kombinierten Ernährungsberatung und Physiotherapie zu übernehmen.

Dr. Kummer und Dr. Rehm haben im Vorfeld des Projekts nach wissenschaftlichen Studien gesucht, in denen es um sogenannte supportive Therapien für Patienten während einer ambulanten Krebsbehandlung geht. Dabei wurden sie auf dem Gebiet der Radiochemotherapie von Kopf-Hals-Tumoren nicht fündig. Aber es gibt durchaus Studien, die zum Beispiel belegen, dass verstärkte körperliche Aktivitäten die mit der Chemotherapie verbundene Müdigkeit – das Fatigue-Syndrom – verringert. Auch trägt eine Zunahme an Muskelmasse dazu bei, dass Patienten Chemotherapien und Bestrahlungen besser vertragen.

Das mit den Erlösen der Benefiz-Regatta finanzierte Projekt SynErFit kann in diesem Jahr rund 50 Patienten angeboten werden. Begleitend zur ambulanten Radiochemotherapie sieht das Programm Beratungen durch Ärzte und Ernährungsexperten sowie Physiotherapien vor. Ernährungsberatung und Physiotherapie finden während der ambulanten Behandlung statt, die in der in der Regel vier bis acht Wochen dauert. „Ziel des Programms ist es, unsere Patienten nicht nur zu beraten, sondern sie so zu begleiten, dass sie das Besprochene auch wirklich tun“, sagt Prof. Esther Troost.

Kontakt für Journalisten
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie
Stellvertretende Klinikdirektorin: Prof. Dr. med. Dr. Esther Troost
Tel.: 0351/ 4 58 7433 (Sekretariat)
E-Mail: esther.troost@uniklinikum-dresden.de
www.uniklinikum-dresden.de/str

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