Dresdner Hochschulmedizin blickt auf 200-jährige Geschichte zurück

Doch nicht nur der Festakt würdigt die Gründung der Chirurgisch-medicini¬schen Akademie sowie die dynamische Entwicklung der von ihr ausgehenden Institutionen: Anlässlich des Jubiläums erscheint zudem ein über 300 Seiten umfassendes Buch, das im Auftrag von Fakultät und Universitätsklinikum herausgegeben wurde.

„Es soll von jetzt an für beständig allhier eine Unterrichtsanstalt zu Bildung guter Wundärzte und Aerzte für die Armee und für das platte Land unter dem Namen einer chirurgisch-medicinischen Akademie als eine landesherrliche Anstalt bestehen.“ Mit diesem Dekret hat Friedrich August, König von Sachsen, am 17. Oktober 1815 die formale Grundlage für eine neue Ausbildungsstätte für Ärzte in Dresden geschaffen. Am 27. November 1815 – also 200 Jahren vor dem Festakt – übernahm Burkhard Wilhelm Seiler, Rektor der neugegründeten Akademie, das Kurländer Palais.

Zusammen mit Nebengebäuden verfügte die Einrichtung damit über eine Infrastruktur, die die Basis für einen modernen, praktisch-klinischen Unterricht bildete. Denn die Ansprüche, die an die Chirurgisch-medicinische Akademie gestellt wurden und denen sich die Lehrenden auch verpflichtet fühlten, waren hoch. Die zu Professoren der Akademie ernannten ärztlichen Lehrer waren sämtlich akademisch ausgebildet und promoviert, wissenschaftlich ausgewiesen und hatten schon zuvor Lehrämter bekleidet.

Auch wenn die Akademie und ihre nachfolgenden Dresdner Institutionen nicht unterbrechungslos eine wissenschaftlich fundierte, grundständige Medizinerausbildung absichern konnten, haben die Stadt und ihre Ärzte dank ihrer Innovations- und Tatkraft immer wieder von sich Reden gemacht. Um eine Hochschulmedizin in Dresden zu etablieren beziehungsweise aufrecht zu erhalten, engagierte sich die hiesige Bürgerschaft. In den Anfängen der 1950-er Jahre gelang es, mit der Einrichtung der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus wieder eine eigenständige Institution zu schaffen, während es Anfang der 1990-er Jahre darum ging, den Standort nicht nur zu erhalten, sondern als Vollfakultät auszubauen. Engagements, die sich aus heutiger Sicht absolut gelohnt haben: Medizinischer Fakultät und Universitätsklinikum ist es gelungen, sich einen Spitzenplatz in der Hochschulmedizin der Bundesrepublik zu sichern.

Eines von vielen Beispielen dafür liefert die Krebsmedizin, die sich vor allem im Universitäts KrebsCentrum bündelt. Klinikum und Fakultät wurden in diesem Jahr neben Heidelberg zum einzigen Partnerstandort des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) ernannt. Die damit verbundene Förderung durch den Bund leistet einen wichtigen Beitrag, Patienten individualisierte Therapien im Rahmen von Studien anbieten zu können. Ausstattungsseitig gehört hierbei die Universitäts ProtonenTherapie zu den Leuchttürmen der Dresdner Hochschulmedizin, die über die Grenzen Deutschlands hinaus einen hervorragenden Ruf genießen. Ein weiterer Beleg für die Stärke von Fakultät und Uniklinikum ist die Beteiligung an drei der insgesamt sechs von der Bundesregierung initiierten „Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung“. Mit den Partnerstandorten des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung sowie der Deutschen Zentren für Diabetesforschung und für Neurodegenerative Erkrankungen belegt die sächsische Landeshauptstadt Platz drei in der Liga der deutschen Hochschulmedizin. Der Ernennung zu Partnerstandorten ging eine strenge Begutachtung im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgelobten Wettbewerbs voraus. Damit gehen von Dresden wichtige Impulse im Kampf gegen die großen Volkskrankheiten aus.

Die Stärken der Forschung korrespondieren mit denen der Krankenversorgung. Jüngster Beleg dafür ist die Spitzenposition des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus im Ranking der deutschen Krankenhäuser, das das Nachrichtenmagazin „Focus“ am 24. November veröffentlichte: Nach 2012, 2013 und 2014 belegt das Klinikum auch in der gerade erschienen „Klinikliste 2016“ eine Spitzenposition. Im bundesweiten Vergleich erreicht die Dresdner Hochschulmedizin für die geleistete medizinische und pflegerische Qualität nach der Charité – Universitätsmedizin Berlin – sowie dem Klinikum der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität den dritten Platz.

„Das gute Abschneiden bei dem Ranking, in das auch die Beurteilungen von Patienten und außenstehenden Ärzte eingeflossen sind, ist ein Beleg für die äußerst solide medizinische und pflegerische Expertise. Mit Blick auf das Gründungsjubiläum können wir sagen, dass wir dem Erbe der Gründungsväter der Chirurgisch-medicinischen Akademie bis heute gerecht werden. Denn auch in der Krankenversorgung ist es uns eine gern erfüllte Pflicht, die Pflege und Behandlung kontinuierlich zu verbessern. Dank der patientennahen Forschung und der praxisorientierten Lehre ist das Klinikum Motor medizinischer Innovationen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums: „Ein wichtiger Erfolgsmoment ist hierbei ein innovatives und effizientes Klinikmanagement. Auch auf diesem Gebiet spielt das Universitätsklinikum in Deutschland ganz vorn mit.“

Dass die vor 200 Jahren gegründete Vorläufereinrichtung der Dresdner Hochschulmedizin nicht nur vom Namen her einen chirurgischen Schwerpunkt hatte, ist für Prof. Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie und Dekan der Medizinischen Fakultät, kein Widerspruch zur heutigen, wesentlich breiter aufgestellten Hochschulmedizin: „Ohne herausragende Chirurgen ist eine Medizinische Fakultät und ein Universitätsklinikum undenkbar.“

Festschrift gibt umfassendes Bild der jüngeren Entwicklungen
Zur Festveranstaltung erscheint am 27. November das Buch „Von der Chirurgisch-medicinischen Akademie zur Hochschulmedizin Dresden“. Das im Auftrag des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus von Prof. Caris-Petra Heidel und Prof. Hans Zwipp herausgegebene Buch fasst auf 334 Seiten und in 26 Kapiteln die Historie der Hochschulmedizin zusammen. Neben den ersten drei Kapiteln, die den weiten Bogen die Geschichte der chirurgischen Institutionen Dresdens von den Anfangstagen bis zur heutigen Zeit schlagen, folgen Beiträge über die chirurgisch tätigen Kliniken des Universitätsklinikums. Detailreich werden Methoden, Teams und Meilensteine der jeweiligen Einrichtungen vorgestellt. Viele Fächer wie zum Beispiel die 1965 als Abteilung etablierte Neurochirurgie können zwar erst auf wenige Jahrzehnte ihrer Eigenständigkeit zurückblicken, entwickelten sich dabei jedoch in einem beeindruckenden Tempo. Doch nicht nur die 13 chirurgisch tätigen Fächer präsentieren sich in dem Buch mit facettenreichen Beiträgen, sondern auch die so genannten konservativen Fächer wie die Innere Medizin, Neurologie, die psychiatrischen Fächer, die Strahlentherapie und die zahnärztlich tätigen Kliniken der Dresdner Hochschulmedizin. Damit erhält der Leser auch einen Überblick über die Leistungsfähigkeit des heutigen Universitätsklinikums.

Bibliographische Daten
Von der Chirurgisch-medicinischen Akademie zur Hochschulmedizin Dresden –Festschrift zum 200. Gründungsjubiläum der wichtigsten Vorläufereinrichtung
Herausgegeben von Prof. Dr. med. Caris-Petra Heidel, Direktorin des Instituts für Geschichte der Medizin der TU Dresden und Prof. em. Dr. med. Hans Zwipp, bis 2015 Ärztlicher Direktor des UniversitätsCentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus.
Gebunden, 334 Seiten
© Druckerei und Verlag Hille, www.hille1880.de
Preis: 19,80 EUR (zzgl. Versand)
ISBN: ISBN/EAN: 9783939025597

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus
Pressestelle
Tel.: 0351/ 4 58 41 62
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